Als Betriebswirt/in im Handwerk

Geprüfter Bbetriebswirt
Share

Klopfen, hämmern, sägen … Im Handwerk kommt es vor allem auf die praktischen Tätigkeiten an, könnte man meinen. Viele verbinden es weniger mit Betriebswirten und Zahlenreihen. Doch auch hier muss „der Laden laufen“ – und das funktioniert nur mit fundierten betriebswirtschaftlichen Kompetenzen. Eine Weiterbildung verbindet beides. Sie bedeutet auch Chancen für alle, die eine kaufmännische Führungsposition anstreben und trotzdem im Handwerk bleiben wollen.

Auch Handwerker/innen müssen betriebswirtschaftlich denken, planen und handeln können. Es gilt mittel- und langfristige Unternehmensziele zu erarbeiten und zu erreichen. Die Marktpräsenz des Unternehmens muss täglich überprüft und zukunftsorientiert ausgerichtet werden: Geschäftsfelder überprüfen, neue Potenziale ermitteln, entsprechende Strategien erarbeiten und umsetzen.

 

Die Inhalte der Weiterbildung

Entsprechende Kompetenzen werden in der Weiterbildung zum/zur Betriebswirt/in des Handwerks vermittelt. Ihre Prüfung ist bundesweit einheitlich geregelt und setzt für die Zulassung keine Teilnahme an einem Lehrgang voraus – wobei dies natürlich in den wohl meisten Fällen dennoch sinnvoll ist, um auch wirklich gut vorbereitet zu sein. Wer es sich indes zutraut, sich die Inhalte im Selbststudium anzueignen, hat eben auch diese Möglichkeit.

Nach dem Rahmenlehrplan der Weiterbildung sind die Inhalte in vier Qualifikationsbereiche integriert: Strategieentwicklung, Unternehmensführung, Personalmanagement und Innovationsmanagement. Der Zeitrichtwert für den Präsenzunterricht beträgt 700 Stunden, davon darf jeweils um zehn Prozent nach unten oder oben abgewichen werden.

 

Betriebswirt im Handwerk: Die Zugangswege zur Prüfung

Voraussetzung für die Zulassung zur Weiterbildungsprüfung ist in der Regel die Meisterprüfung in einem Handwerksberuf oder die Abschlussprüfung als Geprüfte/r Kaufmännische/r Fachwirt/in nach der Handwerksordnung. Das teilt die Plattform berufenet mit. Doch wie es dort weiter heißt, gibt es Alternativen. Zugelassen werden kann man demnach auch mit einer Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten Weiterbildungsberuf, etwa als Industriemeister/in oder Fachwirt/in. Genauso möglich ist es mit anderen einschlägigen Qualifikationen (nachgewiesener Abschlussprüfung), mit einem Abschluss an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule – jeweils in Verbindung mit entsprechender einschlägiger Berufspraxis im Handwerk.

Die Prüfung zum/zur Geprüften Betriebswirt/in nach der Handwerksordnung (HwO) – so die offizielle Bezeichnung – wird durch die Handwerkskammern abgenommen. Teilnehmer können zur Förderung der Fortbildungskosten und Prüfungsgebühren Leistungen über das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz beantragen, das sogenannte Meister-BAföG.

 

BdH: Engagement für den Mittelstand

Die Betriebswirte des Handwerks sind Inhaber oder Führungskräfte von Handwerksbetrieben. In auf Bundesebene durch den BdH Bundesverband vertretenen Vereinen engagieren sie sich für eine mittelstandsfreundliche und leistungsorientierte Wirtschaftspolitik. Dazu gehört auch die Forderung, Bürokratie und Überregulierung abzubauen. Unter dem Leitspruch „Kompetenz und Bildung im Mittelstand“ wollen die Betriebswirte des Handwerks ihren Beitrag für Wohlstand und soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft leisten. Mit dem Fuldaer Programm haben sie ein umfangreiches Grundsatzprogramm erarbeitet. Es enthält zahlreiche Forderungen an Politik und Gesellschaft.

 

Die „Big Five“ der Betriebswirte im Handwerk

Für den Zeitraum 2014 -2020 nennt der BdH Bundesverband fünf Hauptziele:

  1. Man wirkt bei der Entwicklung einer Strategie mit, um die Nachwuchsprobleme im Handwerk zu beheben.
  2. Es werden Konzepte für die Betriebsnachfolge im Handwerk erarbeitet.
  3. Der Netzwerkgedanken soll vertieft, der Bekanntheitsgrad erhöht werden – gemeinsam mit handwerklichen Partnern und den Sponsoren in der Öffentlichkeit.
  4. Eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern/Sponsoren.
  5. Die Unterstützung von neuen regionalen Vereinsgründungen, womit langfristig neue Mitglieder für den Bundesverband gewonnen werden sollen.

 

Fazit: Nägel mit Köpfen machen

Die Weiterbildung zum/zur Betriebswirt/in des Handwerks dürfte eine Lücke schließen für alle Handwerker/innen, die Karriere als Angestellte oder sich selbstständig machen möchten – oder schon eine Führungsposition innehaben und Mängel bei den eigenen kaufmännischen Qualifikationen feststellen. Obendrein ist sie ein Sprungbrett für Handwerker/innen, die doch lieber mehr mit Zahlen als mit Werkzeugen arbeiten möchten.

Das könnte Dich auch interessieren …