Networking: So klappt es mit den Kontakten

Networking - Kontakte knüpfen und in Verbindung bleiben
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Es gilt als Königsdisziplin der Betriebswirtschaftslehre, doch es findet vor allem außerhalb des regulären Curriculums statt: Networking hat schon vielen den Weg zum Traumjob geebnet. Also lohnt es sich auf entsprechende Angebote von BWL-Fakultäten zu achten. Und: Mit einigen Tipps von Karriere-Experten funktioniert es umso besser.

Auch Thilo Steigerwald hat es nach vorn gebracht. „Mein Tipp an euch: knüpft Kontakte und bleibt in Verbindung!“, bloggt er begeistert. „Ganz gleich, ob diese Personen eure ehemaligen Kommilitonen, euer letzter Arbeitgeber, die Kollegen oder ob es Menschen sind, die ihr bei Messen, Fachvorträgen oder Schulungen getroffen habt.“ Der 26-Jährige bekam auf diese Weise einen Messejob, einen Praktikumsplatz und ein Stellenangebot nach dem BWL-Studium. Networking lohnt sich, so sein Fazit auf studiblog.net.

„Networking ist überlebenswichtig“

Es bestätigt eine sich schon seit einigen Jahren verbreitende Erkenntnis: Im Beruf seien Netzwerke „geradezu überlebenswichtig“, schreibt der Wirtschaftswissenschaftler Gerald Pilz in seinem bereits 2009 erschienenen Ratgeber „Networking“. Mit Beziehungen, davon ist er überzeugt, könne man Hindernisse und Schranken überwinden, die auch bei größter Kraftanstrengung allein nicht zu bewältigen seien.

Networking - ein Schritt nach vornWegweisende Gesprächsrunden

Andere bezeichnen es als „Zutat des betriebswirtschaftlichen Erfolgsrezepts“, und sie ist bei verschiedensten Gelegenheiten zu bekommen. So organisieren viele BWL-Fakultäten regelmäßig Karrieremessen oder Gesprächsrunden, bei denen Studierende potenzielle Arbeitgeber kennenlernen können. Wer gut vorbereitet ist, nutzt die Gelegenheit, um einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Herausspringen können dabei wertvolle Tipps für Bewerbungen oder sogar gleich der begehrte Praktikumsplatz.

Auf Angebote beim BWL-Studium achten

Nicht immer ist auf den ersten Blick offensichtlich, inwieweit man Networking an einer Hochschule besonders kultiviert. Doch oft kann bei der Suche nach einem Studienplatz schon ein Blick auf die jeweilige Homepage einiges verraten. So wirbt etwa die Munich Business School bei ihrem MBA General Management Teilzeit mit Netzwerkmöglichkeiten und „Netzwerkveranstaltungen“.

Selbstverständlich sei „neben den Lehrinhalten auch ein umfangreiches Netzwerk aus Studenten- und Firmenkontakten ein wichtiger Pluspunkt des MBA-Studiums“, wird dort versprochen. Angeboten werde deshalb eine Reihe an allgemeinen und MBA-spezifischen Networking Events wie zum Beispiel Gastvorträge, Alumni Career Events, Career Days oder das zweimal jährliche „Dine & Discuss“, eine speziell auf MBA-Studenten und Alumni zugeschnittene Diskussionsveranstaltung zu aktuellen Themen aus der Wirtschaft.

Auch international wegweisend: Networking

Networking auf internationaler Ebene gehört zum Beispiel zum Masterstudiengang „Management – European Triple Degree“ an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. „Ein wichtiger Bestandteil des Studiums ist der Aufbau von internationalen Netzwerken und Beziehungen für die Teilnehmer“, wird auf der Homepage verkündet. Demnach eröffnet das Studium den Absolventen Kontaktmöglichkeiten zu mehr als 30.000 Alumni in über 100 Ländern sowie eine enge Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft.

Networking im Fernstudium

„Zusammenbringen was zusammen gehört“ ist das Motto beim WINGS-Fernstudium, das getragen wird von der Hochschule Wismar – University of Applied Sciences: Technology, Business and Design. Es ermöglicht Berufstätigen auf dem ersten oder zweiten Bildungsweg ein Online Studium oder Fernstudium mit staatlichem Hochschulabschluss. Über ein Alumninetzwerk können Ehemalige einen exklusiven Karriereservice nutzen, der etwa auch Fachtagungen mit Wirtschaftspartnern, einen Business Club und Alumni-Events bietet.

Aber wie stelle ich es nur an…?

Soweit, so gut. Doch nicht jeder ist ein „Party-Löwe“. So manchen fällt es nicht leicht, sich locker grüßend an einen Stehtisch zu gesellen, um mit Wirtschaftsakteuren ins Gespräch zu kommen. Hilfreich ist daher sich vorzubereiten: Welchen für mich interessanten Personen werden auf dem Career-Event sein? Von welchem Unternehmen kommen sie und welche Funktion haben sie dort? Mit wem möchte ich mich gern mal unterhalten, und warum eigentlich konkret? Sich schon etwas auszukennen, stärkt das Selbstbewusstsein. Wer seinem Gesprächspartner beweist, sich schon gut informiert zu haben, kann damit obendrein punkten.

Auf Fragen vorbereitet sein

Wer sich von Kontakten etwas erhofft, sollte außerdem überlegen: Wie stelle ich mich meinen Gesprächspartnern vor? Wie reagiere ich auf Fragen zu meiner Person? Also sollte man sich eine Art „Mini-Pitch“ zur eigenen Person zurechtzulegen, rät etwa die Berliner Karriere-Expertin Maike Fethke laut einem auf sueddeutsche.de veröffentlichtem Artikel. Allerdings sollte es nicht wie auswendig gelernt klingen. Es liegt also nahe, mögliche Gesprächssituationen vorher einmal geistig durchzuspielen oder vielleicht zusammen mit anderen Studierenden zu trainieren.

Gemeinsam Kontakte knüpfen

Eher schüchternen oder introvertierten Menschen fällt es oft schwer auf Veranstaltungen fremde Leute anzusprechen. Ihnen rät Fethke, nicht aufzugeben, „wenn Ihnen nicht gleich super viele Kontakte in den Schoß fallen“, heißt es in dem Artikel weiter. Demnach kann es helfen, beim ersten Networking-Event mit einem oder einer Bekannten mitzugehen und anderen beim Netzwerken quasi über die Schulter zu schauen.

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