Kaizen als Erfolgskonzept der schlanken Produktion

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Kaizen stammt aus Japan und ist ein Verfahren der Fertigungstechnik, das darauf abzielt, die Produkte selbst wie auch die zugehörigen Produktionsprozesse zu verschlanken. Der Begriff selbst bedeutet in der deutschen Übersetzung schlicht und einfach Verbesserung, im Prinzip von Kaizen sind klare Zielsetzungen enthalten. Grundvoraussetzung dafür, dass dieses Verfahren funktioniert ist ein kooperativer Führungsstil und idealerweise motivierte und eigenverantwortlich agierende Mitarbeiter.

Was ist das überhaupt – Kaizen?

Kaizen ist das Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung und zwar in allen Unternehmensbereichen. Weltweit vor- und bekanntgemacht hat dieses Prinzip der Fahrzeughersteller Toyota, seit den 1990ern übernehmen immer mehr Firmen diese Denkweise, bei der es auf eine ständige Verbesserung und Verschlankung ankommt. Ziel von Kaizen ist dabei, die Kosten zu senken und zwar nicht in erster Linie durch Kosteneinsparungen oder dem Antreiben der Mitarbeiter. Kaizen geht einen anderen Weg: Verschwendungen und ineffektive Verfahren im Unternehmen werden aufgedeckt und eliminiert. Insgesamt lässt sich Kaizen weniger als konkretes Konzept verstehen, sondern markiert viel eher eine Denkweise, die sich alle Mitarbeiter im Unternehmen verinnerlichen sollten. Die Aufgabe, dieses Denkprinzip durchzusetzen, liegt beim Management. Um diesem ausgesprochen sinnvollen Weg zur Unternehmensoptimierung die Exotik zu nehmen, wurde Kaizen in Deutschland unter dem Begriff „kontinuierlicher Verbesserungsprozess“ (KVP) eingeführt.

Kaizen im Qualitätsmanagement

Immer wieder werden die Resultate, die sich durch Kaizen realisieren lassen, mit dem Innovationsmanagement verglichen. Dieses hat das Ziel, neue erfolgreiche Produkte oder Dienstleistungen auf dem Markt einzuführen. Dazu werden unter anderem Instrumente wie Portfolio-Management, Geschäftsfeldentwicklung oder Netzwerken genutzt. Beim Kaizen geht es jedoch weniger um die Neuentwicklung als vielmehr um die Optimierung von Vorhandenem. Auf dieser Grundlage entwickelte sich das Prinzip vor allem auch zu einem wichtigen Instrument im Rahmen des Qualitätsmanagements.

Im Qualitätsmanagement gibt es natürlich noch andere Wege, Verbesserungen herbeizuführen, so zum Beispiel das Audit. Mehr darüber lesen Sie hier.
Die Qualität sichern lässt sich zum Beispiel über ein Debriefing, ein Abschlussgespräch, das mit scheidenden Mitarbeitern geführt werden sollte. In einem ausführlichen Artikel  von bwl24 ist diese Methode genau beschrieben.

Elemente des Kaizens zur Verbesserung der Unternehmensprozesse

Beim Einsatz von Kaizen steht immer der Kunde mit im Fokus, sei es, dass es um grundlegende Verbesserungen oder um die einzelner Bereiche im Unternehmen geht. Der Kunde selbst wird als Prozess betrachtet und zwar aus dem Bewusstsein heraus, dass durch die Kunden die Anforderungen an die Abläufe im Unternehmen definiert werden. Wofür ist der Kunde bereit zu zahlen und wofür nicht? Diese Grundsatzfragen bleiben immer mit im Blick. Grundsätzliche Ziele bestimmen sich durch das jeweilige Unternehmen selbst und können zum Beispiel in folgenden Bereichen angesiedelt sein:

  • Produktqualität und Servicequalität verbessern
  • Kosten senken
  • Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz verbessern
  • Mitarbeitergesundheit fördern
  • Produktivität steigern
  • Lieferbeziehungen intensivieren und verbessern.

Um diese und ähnliche Ziele zu erreichen, setzt der kontinuierliche Verbesserungsprozess verschiedene Werkzeuge ein. Der Erfolg ergibt sich dabei nicht durch das einzelne Instrument, sondern durch das Zusammenwirken der verschiedenen Methoden in den Bereichen Verbesserung und Erhaltung, Mitarbeiterorientierung, Mitarbeitertraining, Qualitätsorientierung oder auch Kunden-Lieferanten-Beziehungen.

Kaizen geht alle an

Kontinuierliche Veränderungsprozesse im Unternehmen sind nicht als Projekt zu verstehen, das von einer abgegrenzten Projektgruppe umgesetzt wird. Kaizen geht alle Mitarbeiter im Unternehmen etwas an und zieht sich durch alle Abteilungen und Prozesse. Je nach Mitarbeiterbereich fallen verschiedene Aufgaben an:

  • Dem oberen Management obliegt die Einführung des Kaizen-Prinzips. Hier wird die Umsetzung gefördert und überwacht.
  • Das mittlere Management sorgt für die Umsetzung der Vorgaben und kümmert sich um die Einhaltung der Standards. Schulungsangebote vermitteln den Zugang zu dieser Denkweise.
  • Abteilungs- und Teamleiter übernehmen das Controlling. Gleichzeitig unterstützen sie die Mitarbeiter bei der Entwicklung von eigenen Ideen und deren Umsetzung.
  • Die Arbeiter oder Sachbearbeiter erarbeiten konkrete Verbesserungsvorschläge, optimalerweise im Gruppenprozess.

Eine Umsetzung des Kaizen-Prinzips in einem Unternehmen kann nur Schritt für Schritt erfolgen. Alle Mitarbeiter wie auch der Betriebsrat sollten eingebunden werden, in Gesprächen und Schulungen sollte für das Prinzip der Verbesserungen und seiner Vorteile geworben werden. Je mehr Verständnis die Beschäftigten im Unternehmen entwickeln, umso motivierter und eigenständiger wird Kaizen umgesetzt.

Quellen:

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