Energieverknappung: Kernkraftwerk Obrigheim exekutiert

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Nach fast 37 erfolgreichen Betriebsjahren wird heute das Kernkraftwerk Obrigkeim abgeschaltet. Nach Stade und Mülheim-Kärlich ist dies das dritte Mal, daß Deutschland ein Stück seiner stabilen und einstmals kostengünstigen Energieversorgung aufgibt. Eine wahnhafte Demontagepolitik treibt uns in die Verknappung und die Öffentlichkeit sieht tatenlos zu.

Obrigheim war dabei eines der profitabelsten Kernkraftwerke der Republik – und zugleich geradezu ein Symbol für die systematische Behinderung der Industrie in Deutschland, denn alleine der Probebetrieb der Anlage dauerte geschlagene 24, in Worten vierundzwanzig Jahre, ein moderner Exorzismus.

Die Abschaltung ist aus mehrfachem Grund widersinnig, wirtschaftlich, technisch und umweltpolitisch. Wirtschaftlich ist es natürlich sinnlos, eine gewinnerwirtschaftende Anlage abzuschaffen, das muß man vermutlich höchstens den grünen erklären, aber die lesen ohnehin nicht den BWL-Boten. Technisch ist es Unsinn, denn Deutschland wird auf diese Art dazu gezwungen, Strom aus dem Ausland einzukaufen, wo bekanntlich weitaus niedrigere Sicherheitsstandards gelten. Wir fördern damit die kerntechnische Industrie in Ländern, die uns geographisch nahe aber vom Sicherheitsniveau her fernliegen, und machen damit eine Wiederholung von Tschernobyl wahrscheinlicher. Auch umweltpolitisch ist dies der reinste Unfug, denn selbst wenn man die Mär vom Treibhauseffekt glaubt (was wir bekanntlich nicht tun), wird durch die Stillegung der Kernkraft die Nutzung fossiler Brennstoffe ausgeweitet. Ja was will Rot-Grün denn eigentlich, aus allem zugleich aussteigen? Womöglich gleich zurück auf die Bäume?

Aber vielleicht will man ja in Wirklichkeit die Menschen nur in Armut halten, um sie beherrschbar zu machen. Preiserhöhungen auf Märkten mit starrer Nachfrage eignen sich hierfür hervorragend, denn Energie nutzt man nicht, weil das Spaß macht, sondern weil man es muß. Und die Kilowattstunde für 2,22 € ist schon Realität – in der Photovoltaik. Wir haben auch dargelegt, wie die Windkraft Arbeitsplätze und Ressourcen vernichtet. Kein Wunder, daß man die Energierationierung für Heizungen schon vorbereitet. Noch viel weniger wundert es, daß im Sommer 2004 Notstandsgesetze erlassen wurden. Kernkraftausstieg und Hartz IV passen jedenfalls gut zusammen. Rot-Grün weiß genau, was für Zeiten wir entgegengehen.

Die Öko-Energiekrise mit Energiepreissteigerungen um das Tausendfache (!) Anfang 2001 in Kalifornien hat man schon erfolgreich verdrängt, ebenso den Horror-Sommer 2003 mit 15.000 Hitzetoten, von denen viele noch leben könnten, hätte man Strom für die Klimaanlagen gehabt. Ich bin gespannt, wie weit die Leidensfähigkeit der Deutschen reichen wird. Derzeit gibt es noch 17 Kernkraftwerke in Deutschland, also noch 17 bevorstehende Sektempfänge deutscher Umweltminister. Der rest der Welt verlängert die Betriebszeit bestehender Kernkraftwerke (USA) oder baut dutzendweise neue Atomkraftwerke (China, Ukraine), nur Deutschland steigt aus einer sicheren und preisgünstigen Versorgung aus. Am Deutschen Wesen soll offenbar immer noch die Welt genesen. Mal sehen, wie lange es noch so weitergeht. Das Regime spielt mit dem Feuer, wieder mal.

Links zum Thema: Photovoltaik-Kostenrechnung: 2,22 Euro pro Kilowattstunde! | Wie die Windenergie Arbeitsplätze und Rohstoffe vernichtet | Energierationierung für Heizungen wird schon vorbereitet | Wirtschaftssicherstellungsverordnung: Rot-Grün bereitet die Kommandowirtschaft vor | Nachlese zum Jahrhundertsommer: Über Hitze, Energie und Fürsorgepflicht (interne Links)

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