MBA für BWLer – doppelt gemoppelt oder sinnvolle akademische Weiterbildung?

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Wer über eine Karriere als Manager nachdenkt und nach einer Möglichkeit sucht, um sich entsprechend zu qualifizieren, kommt um den „Manager of Business Administration“ (MBA) nicht herum. Aber eignet sich dieses Modell auch für Absolventen, die bereits einen Abschluss aus dem Bereich der BWL mitbringen?

Der Master of Business Administration gilt mittlerweile auch in Deutschland als goldener Weg für alle, die eine Zukunft in der Führungsetage eines Unternehmens anstreben. Die nicht konsekutiven MBA-Studiengänge beschäftigen sich in der Regel mit generalistischen Inhalten aus dem Bereich des Managements, aber auch der grundlegenden Betriebswirtschaftslehre und vermitteln so alle Kenntnisse, die man als angehender Chef braucht.

Hier lernen die Studierenden nämlich nicht nur alles über die wirtschaftlichen Abläufe und Prozesse eines Betriebs, sondern erwerben eben auch Leadership-Skills und –Kompetenzen. Auf den Stundenplänen von MBA-Studiengängen finden sich dementsprechend Module aus dem Bereich des Marketings, des Rechnungswesens, des Personalmanagements, der Mirko- und Makroökonomie, der Finanzwirtschaft und des Produktionsmanagements, aber eben auch Inhalte, die sich mit Führungs-, Verhandlungs- und Kommunikationsstrategien, der Entscheidungstheorie, rechtlichen Rahmenbedingungen und Management-Informationssystemen beschäftigen.

MBA für BWLer- Ja oder Nein?
mba-bwlMBA-Studiengänge wenden sich in der Regel vor allem an Absolventen aus fachfremden Bereichen (wie zum Beispiel den Naturwissenschaften, den Ingenieurwissenschaften, den Geisteswissenschaften, den Rechtswissenschaften etc.), die gerne in leitende Ämter oder Führungspositionen ihrer Branche aufsteigen möchten. Mittlerweile zieht es aber auch immer mehr Wirtschaftswissenschaftler in die weiterführenden MBA-Studiengänge: Laut einer Studie stammt mittlerweile fast jeder dritte Student aus einem Studiengang mit einer ökonomischen Ausrichtung. Aber eignet sich der Master of Business Administration eigentlich auch für Absolventen eines BWL- Studiengangs? Schließlich stoßen diese im MBA-Studium auf viele „alte Bekannte“; inhaltliche Überschneidungen finden sich zum Beispiel im Bereich des Rechnungswesens, der Finanzwirtschaft oder des Marketings. Bedeutet das aber automatisch, dass sich ein MBA für Betriebswirte mit Bachelor-Abschuss nicht mehr lohnt?

Im Gegenteil! Da der Master of Business Administration inhaltlich noch viel mehr zu bieten hat, können auch gut ausgebildete BWLer hier noch einiges lernen. Schließlich garantiert ihr betriebswirtschaftliches Wissen noch lange nicht, dass Sie auch eine gute Führungspersönlichkeit abgeben und eine Abteilung oder sogar ein Unternehmen erfolgreich leiten können. Dafür braucht es nämlich planerische, koordinatorische und kommunikative Kompetenzen, die Fähigkeit, Strategien zu entwerfen und umzusetzen, professionell mit Konflikten umzugehen, faktenbasierte Entscheidungen zu treffen und Mitarbeiter und Kollegen anzuleiten und zu motivieren – also genau die Kompetenzen, die im MBA-Studium vermittelt werden.

Ein weiterer Bonus, von dem BWL-Absolventen ebenfalls profitieren können, ist die große Praxisnähe von MBA-Studiengängen. Diese richten sich in der Regel an berufserfahrene Bewerber, die bereits zwei bis drei Jahre in ihrem jeweiligen Job tätig waren, und bauen auf deren professionellem Wissen und Erfahrungen auf. Vertieft werden diese Kompetenzen dann unter anderem durch praktische Projekte. Optimale Chancen bietet der MBA übrigens auch für alle, die eine internationale Karriere anstreben. Hier werden nicht nur Fremdsprachenkenntnisse erweitert, sondern auch interkulturelle Fähigkeiten und Kompetenzen. Viele Anbieter kooperieren außerdem mit Partnern im Ausland und bieten so die Möglichkeit, handfeste berufliche Erfahrungen außerhalb Deutschlands zu sammeln. Das bietet auf dem immer globaler werdenden Arbeitsmarkt einen unschätzbaren Wettbewerbsvorteil.

Generalistischer vs. spezialisierter MBA
mba-studiumDer grundlegende Gedanke eines MBA-Studiengangs ist es, die Absolventen auf eine Manager-Tätigkeit vorzubereiten – unabhängig von der Branche. Aus diesem Grund weisen die meisten MBAs eine eher generalistische Tendenz auf und vermeiden es bewusst, sich auf einen bestimmten Bereich festzulegen. Dennoch haben sich in den letzten Jahren nachfragebedingt zahlreiche MBA-Programme etabliert, die sich auf eine bestimmte Branche fokussieren, aber inhaltlich trotzdem die Kriterien des „Master of Business Administration“ erfüllen. Diese Studiengänge beschäftigen sich zum Beispiel mit Themen wie dem Supply Chain Management, dem Media Management, dem Real Estate Management, dem Sport Management, dem Agribusiness Management uva.

Es sind grade diese spezialisierten Studiengänge, welchen sich für BWLer ganz besonders lohnen können. Das gilt zumindest dann, wenn sie einen eher allgemein ausgerichteten Bachelor-Studiengang absolviert haben. In diesem Fall können Sie hier direkt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen erwerben Sie alle notwenigen Fähigkeiten und Kompetenzen, um später in einer leitenden Position zu arbeiten, während Sie sich durch eine thematische Fokussierung gleichzeitig neue berufliche Chancen erschließen. Vorsicht ist hingegen geboten, wenn Sie sich bereits im Bachelor auf einen bestimmten Fachbereich spezialisiert haben. Hier besteht die Gefahr, dass es im MBA nicht nur zwischen den betriebswirtschaftlichen, sondern auch den fachlichen Inhalten zu Dopplungen kommt. Aus diesem Grund sollten Sie in diesem Fall unbedingt das Curriculum ihres angestrebten MBA-Studiengangs überprüfen und feststellen, ob dieser neue und weiterführenden Inhalte bietet oder lediglich Module aufweist, die Sie bereits in ihrem Erst-Studium absolviert haben.

Fazit
Trotz einigen inhaltlichen Überschneidungen eignet sich der MBA durchaus auch für Absolventen eines BWL-Studiums. Bevor Sie sich für einen konkreten MBA-Studiengang entscheiden, sollten Sie sich allerdings genau überlegen, welche konkreten beruflichen Ziele Sie verfolgen und ob ein Master of Business Administration das richtige ist, um diese zu erreichen. Wenn Sie gerne in einer Führungsposition arbeiten möchten und eine internationale Karriere anstreben, kann man mit einem MBA aber eigentlich nichts falsch machen. Der nächste Schritt ist es dann, sich erst einmal ausführlich über die verschiedenen Angebote zu informieren, Lehrpläne zu vergleichen und so den Studiengang zu finden, der am besten zu den eigenen Interessen und Zielsetzungen passt. Eine wichtige Hilfestellung können hier spezialisierte Portale wie MBA-Studium sein, die nicht nur ausführliche Informationen über den MBA im Allgemeinen, sondern auch eine umfangreiche Datenbank der verschiedenen Studienangebote bieten.

Streben Sie hingegen eine rein fachliche Spezialisierung oder eine Laufbahn in der Forschung bzw. der akademischen Welt an, ist ein passender konsekutiver Master sicher die bessere Wahl für Sie. Dieser legt den Fokus nicht nur auf die Vermittlung von umfangreichem Fachwissen, sondern beschäftigt sich vor allem auch mit wissenschaftlichen Methoden und Theorien und bereitet so optimal auf eine Karriere in diesen Bereichen vor. Wer sich einen Überblick über die verschiedenen (spezialisierten) Master-Studiengänge verschaffen möchte, sollte in diesem Fall einmal einen Blick in das Fachportal bwl-studieren.com werfen, welches so gut wie alle BWL-Master in Deutschland gelistet hat.

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