Informationen länger behalten mit dem 5-10-20-Programm

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Für Menschen die viel lernen müssen, wie zum Beispiel Studenten oder Auszubildende, ist es essenziell, dass sie möglichst viel von dem behalten, was sie für Prüfungen oder ihre tägliche Arbeit auch wirklich benötigen. Dies scheint im ersten Moment leichter gesagt als getan. Oft hört man von solchen Personengruppen, dass sie einfach nicht mehr in ihrem Kopf hinein bekämen oder aber Gelerntes schnell wieder vergessen würden. Vor allem der letzte Punkt ist für die meisten von ihnen eine sehr frustrierende Angelegenheit, da sie im Grunde genommen das Gefühl haben, umsonst zu lernen, da sie früher oder später ja sowieso alles wieder vergessen werden.

Aber genau dieses Problem man aktiv angehen. Das Zauberwort lautet hier „Pause“. Was sich hier auf den ersten Blick vielleicht unglaublich anhören mag, ist lernpsychologisch mittlerweile bewiesen. Das Vergessen bestimmter Sachverhalte und Fakten ist für das Gehirn von unabdingbarer Wichtigkeit.

Das Gehirn – der Schreibtisch in unserem Kopf

Man kann sich das menschliche Gehirn im Prinzip wie einen fleißigen Schreiber vorstellen, der alles was er hört, liest, sieht und sonst noch wahrnimmt fein säuberlich und sorgfältig aufschreibt, um es zu einem späteren Zeitpunkt noch verfügbar zu haben und nutzen zu können.

Irgendwann aber, wenn eine bestimmte Menge an Daten gesammelt worden ist, wird der Schreibtisch des Schreibers so voll mit Blättern, Heften und Büchern sein, dass er sich in diesem Chaos gar nicht mehr zurechtfinden kann. Dies ist der Zeitpunkt, bei dem er spätestens anfangen muss, seinen Schreibtisch aufzuräumen. Und dies geschieht so, dass er seine niedergeschriebenen Aufzeichnungen in diverse Schränke packt, so dass sie von seinem Schreibtisch verschwinden. Diese Schränke symbolisieren das Langzeitgedächtnis, aus dem nicht alle Inhalte unmittelbar abgerufen werden können. Der Schreiber schreibt nun wieder fleißig auf und wieder stapeln sich seine Schriften auf dem Schreibtisch. Seine Aufzeichnungen in den Schränken jedoch, vergisst er mit der Zeit immer mehr.

So geht es auch dem menschlichen Gehirn. Das Gehirn hat so gesehen eine hygienische Funktion, das heißt, es versucht die Inhalte zu entfernen, die im Augenblick nicht wichtig erscheinen, also bereits längere Zeit nicht abgerufen worden sind. Diese Inhalte sind nicht verloren, sie müssen nur regelmäßig aufgefrischt werden, um sie wieder präsent und abrufbar zu haben.

Das Gehirn unterstützen – mit dem 5-10-20-Programm

Möchte man diese Inhalte allerdings länger auf seinem Schreibtisch bereithalten, so bietet sich zum Beispiel das so genannte „5-10-20-Programm“ an. Dieses Programm macht sich verschiedene Erkenntnisse der Lernpsychologie zu nutzen, um die Effizienz des Lernens zu erhöhen und somit auch das Vergessen zu reduzieren.

Forscher haben herausgefunden, dass man innerhalb einer Stunde nach dem Lernprozess das Meiste bereits wieder vergessen hat. Die Konsequenz daraus ist, dass man Sachverhalte und Fakten, also sämtliche Lerninhalte, am besten nach fünf Minuten wiederholt, damit sie einem besser im Gedächtnis haften bleiben. Eine weitere Wiederholung des Lernstoffs findet nach zehn Minuten statt. Um den größtmöglichen Effekt zu haben, wiederholt man den Stoff noch einmal nach zwanzig weiteren Minuten.

Abwechslung muss sein – Freiraum für das Hirn

Innerhalb dieser Wartezeit, so fand man heraus, ist es sehr sinnvoll, wenn man einer Tätigkeit nachgeht, die überhaupt nichts mit dem zu lernenden Stoff zu tun hat. Dies könnte zum Beispiel das Abwaschen des dreckigen Geschirrs sein, das Rausbringen des Mülls oder aber das Neusortieren seiner Briefmarken- oder Münzsammlung. Innerhalb dieser Zeit, die zwischen den Lernphasen liegt, verarbeitet das Gehirn die neu gelernten Inhalte, so dass sie um ein Vielfaches länger abrufbar sind und zudem auch schneller wieder reproduziert werden können. Je tiefer die Verarbeitung stattgefunden hat, desto schneller ist in der Zukunft auch ein Abrufen der bereits einmal gelernten Informationen aus dem Langzeitgedächtnis möglich. So kann man die Frustrationen beim Lernen auf ein Mindestmaß reduzieren.

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