Schulgewalt: was keiner sehen will, oder das Plädoyer für die gute, alte Ohrfeige

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Gewalt an Schulen ist seit einigen Tagen in aller Munde, aber die Diskussion hat sich längst auf die ausländischen Kinder mit zu geringen Deutschkenntnissen verengt. Dabei gibt es noch einen anderen Aspekt, den anscheinend keiner wahrhaben will. Haben wir immer noch ideologische Scheuklappen, die aus den sozialistischen Bildungsexperimenten der 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts stammen?

Zunächst ist Gewalt zwischen Schülern eigentlich nichts Neues; Schulhofraufereien hat es immer gegeben. Auch ihre extremen Auswüchse, die bekanntlich selbst das scharfe deutsche Waffenrecht nicht verhindern konnte. Neu im öffentlichen Bewußtsein ist die Gewalt gegen Lehrer, die mit Stühlen beworfen oder bedroht werden oder, so wie von der Rütli-Schule berichtet wurde, sich nur mit Mobiltelefonen in die Klassenzimmer trauen, um Hilfe rufen zu können. Kein Wunder also, daß unter solchen Bedingungen keine inhaltliche Arbeit mehr möglich ist. Dabei ist gerade für dieses Problem eine einfache Lösung offensichtlich. Die aber will keiner sehen.

Statt dessen wird darüber lamentiert, daß insbesondere türkisch- und arabischstämmige Kinder viel mehr Gewalt ausgesetzt sind, und zwar von den Eltern, die ihre Kinder häufig prügeln, wie auch zwischen den Eltern, die sich gegenseitig schlagen. Die Kinder lernen also, daß man Probleme mit Gewalt löst, und übertragen diesen zu Hause erlernten Konfliktbewältigungsmechanismus auf die Schule. Dort aber kann man ihnen nicht angemessen begegnen, jedenfalls von Seiten der Lehrer. Diese nämlich, und das ist ein elementarer Grundsatz jeder Pädagogik, müßten die Kinder da abholen, wo sie stehen: Mit einer knackigen Ohrfeige, zum Beispiel. Das aber funktioniert nicht, denn dann setzt sich der Lehrer endlosen Straf- und Schadensersatzverfahren aus.

Letzteres kann schon passieren, wenn ein Lehrer einem Schüler nur ein Handy wegnimmt, beispielsweise weil es in der Unterrichtsstunde klingelt. Kaum auszudenken was passieren würde, täte ein deutscher Lehrer nur ein einziges Mal, was manch türkischer Vater regelmäßig mit seinen Kindern macht. Da diese aber anscheinend vielfach keine andere Sprache als die der Gewalt gelernt haben, interpretieren sie die Gewaltfreiheit des Leerkörpers als offensichtliche Schwäche – und spielen ihre vermeintliche eigene Stärke ungehindert aus. "Kaum ist die Katze weg", so weiß volkes sprichwörtlicher Mund, "Tanzen die Mäuse auf dem Tisch".

Wir können, das haben wir in Jahrzehnten gescheiterter Integrationsversuche nicht lernen wollen, die ausländischen Familien nicht umerziehen. Sie werden ihre Kultur mitbringen und selbst in späteren Generationen oft nicht verlernen. Daß das selbst in Jahrhunderten nicht geht, kann man in nahezu jeder amerikanischen Großstadt sehen, wenn man nur will. Also müssen wir uns anpassen, denn einst riefen wir Arbeitskräfte, aber es kamen Menschen, und mit ihnen fremde Wertesysteme und Lebensweisen. Verhält sich aber ein deutscher Lehrer türkischen Schülern gegenüber nicht wie ein türkischer Lehrer, dann wird er unweigerlich scheitern. Solange wir das nicht lernen, werden wir das Problem nicht in den Griff kriegen.

Dies ist übrigens kein Plädoyer nur für Ohrfeigen, denn der Lehrer soll die Kinder ja abholen. Nichtgewalttätige Arten des Umganges miteinander könnten (und sollten!) also durchaus vermittelt werden – und mittel- bis langfristig auch in die zahlreichen Parallelgesellschaften hineinwirken. Das aber funktioniert nicht, solange Erpresser und Schläger die Vorbilder sind und Lehrer als Weicheier erscheinen.

Links zum Thema: Handys, Quake und BMW: Erfahrungsbericht eines Dozenten | Notprogramm und Gegenrevolution: alternative Vorschläge zur Schulreform (interne Links)

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