Burma und die Deutsche Einheit, oder warum die Mönche sterben müssen

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Heute jährt sich die – teilweise – Wiederherstellung der deutschen Einheit zum 17. Mal, auch für den BWL-Boten ein Grund, einen neuen, wie immer beißenden Artikel zu veröffentlichen. Aber keine Angst, ich langweile den Leser nicht mit noch einem Lamento über die bis heute andauernden innerdeutschen Ungerechtigkeiten. Das tun schon die weithin bekannten Massenmedien. Wir denken weiter, zum Beispiel bis nach Burma.

 

 

Auf dem Weg um Almosenspeise: Das Betteln der Mönche erwirbt den Gebenden positives Karma

 

Beköstigung der Mönche in einem großen Kloster

(Alle Bilder © Harry Zingel)

 

Der Mönch als Lehrer und spiritueller Meister: Fast jeder in Burma war selbst mal im Kloster

Das südostasiatische Land, das sich seit 1989 Myanmar nennt, ist nämlich ein hervorragendes Beispiel gerade für westliche Mängel im allgemeinen und deutsche Krankheiten im besonderen. Das zu erkennen, müssen wir aber vor ca. einem halben Jahrhundert anfangen, nämlich mit der Besetzung und anschließenden totalen Zerstörung Tibets durch die Rotchinesen. Über diesen Völkermord, und nichts anderes ist damals geschehen, schaut die Welt nämlich bis heute geflissentlich hinweg, und beiweitem nicht nur aus wirtschaftlichem Interesse, wie wir weiter unten sehen werden.

Auffällig ist hier insbesondere die Ungleichbehandlung der Nationen, und da kommen wir nach Deutschland. Treibt man mit den Konzentrationslagern nämlich bis heute einen milliardenschweren Schuld- und Sühnekult, von dem hauptsächlich der Zionismus profitiert, ist China von seinen Verbrechen in Tibet weitgehend unbeeinträchtigt. Und das ist kein isoliertes Phänomen: auch die Franzosen schauen mit der ihnen nunmal eigenen arroganten Nonchalance über den schrecklichen Korsen hinweg, ebenso wie die Russen über den nicht minder schrecklichen Georgier. Napoleon und Stalin sind hoffähig, Mao ist es erst Recht. Der wurde sogar im Westen geliebt. Hitler wird es nicht. Warum diese Ungleichbehandlung?

Genau hier kommt Burma ins Spiel, denn von den dortigen Militärs können wir was lernen. Ja, richtig gelesen: lernen wir mal was von Generälen und ihren Schergen. Die nämlich schießen auf Mönche, auch wenn die Welt kaum noch was davon mitkriegt nachdem man die Internetverbindungen so weitgehend gekappt hat. Sie handeln also in gleichen Mustern wie einst die Chinesen, die in Tibet die Mönchskultur zerstörten. Warum aber taten sie das?

In Tibet waren, wie in allen antiken Hochkulturen, die Mönche Gelehrte und Volkserzieher. Sie lehrten das Volk, sie richteten, sie forschten. Sie waren die moralische Instanz überhaupt. Das ist in Burma bis heute nicht anders, wo die meisten Menschen einige Monate oder Jahre im Kloster verbringen, als Mönch auf Zeit sozusagen, fast jeder. Tiefer können die Klöster wirklich nicht mehr im Volk verwurzelt sein. Kein Wunder also, daß sie die Vorkämpfer für Demokratie und Menschenrechte sind, kein Wunder aber auch, daß sie das erste Angriffsziel der uniformierten Täter werden. Was aber hat das mit Deutschland zu tun?

Eine ganze Menge, denn was die Burmesen haben, das fehlt uns ganz und gar – eben gerade die im Volk wurzelnde moralische Institution. Die aber hatten wir einst, vor ca. fünfhundert Jahren. Und auch damals begehrten die Mönche gegen Ungerechtigkeit und Verlogenheit auf, zum Beispiel in Gestalt eines rebellischen Mönches aus Eisleben. Der übersetzte auf der Wartburg die Bibel ins Deutsche, so daß sie endlich jeder lesen konnte, und zettelte mit seinen 95 Thesen von 1517 am Portal der Schloßkirche die Reformation an. Die fegte bekanntlich das alte politische System hinweg. So also funktioniert eine moralische Instanz, und so gefährlich ist sie für die Herrschenden. Kein Wunder, daß die burmesischen Militärs lieber schießen als sich dieser Gefahr auszusetzen.

Kein Wunder aber auch, daß der Westen stillhält, und dem Treiben in Rangoon heute mit ebenso gut verhohlener Sympathie zuschaut wie einst dem Morden in Tibet, denn auch hier steckt den Herrschenden noch der Schock von 1517 in den Knochen. So hatte die Reformation bekanntlich den Ablaßhandel hinweggefegt, eine einträgliche Einnahmequelle des damaligen Klerus. Aber Moment mal, kennen wir das nicht? Genau, und das ist der Bogen in die Jetztzeit: "moderne" Ablaßbriefe heißen Klimascheine, der "moderne" Ablaßhandel wurde nicht in Rom, sondern in Kyoto vereinbart, oder wo immer noch "Klimakonferenzen" stattfinden. Und das ist für den "modernen" Klerus der "modernen" Öko-Religion ebenso einträglich wie einst der Sündenablaß zur Zeit des Ablaßpredigers Johann Tetzel (1465-1519), "Sobald der Gülden im Becken klingt, huy die Seel im Himmel springt".

Kein Wunder, daß den Herrschenden der neuen grünen parasitären Kaste die Angst vor der Religion noch nach einem halben Jahrtausend in den Knochen steckt, so daß das Christentum hier, Gott sei Dank, nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Kein Wunder auch, daß man der offenbar zielgerichteten Zerstörung der Religion im chinesischen Machtbereich mit unverhohlener Sympathie zuschaut, denn kaum auszudenken was passieren könnte, wenn hier, im Lande Luthers und Meister Eckarts, plötzlich wieder wirkliches christliches Leben entstehen würde, also die Nachfolge Jesu Christi: dieser selbst war bekanntlich ein ausgesprochener Gegner der damaligen römischen Besatzung. Was aber wäre, wenn auch hier wieder die Religion von den Toten aufersteht? Sind wir nicht auch ein besetztes Land mit Merkel als Landpflegerin des neuen Rom und Besatzungssoldaten bis heute auf deutschem Boden? Was also, wenn die Verlogenheit und Verderbtheit unserer herrschenden Kaste plötzlich dem künstlich dumm und arm gehaltenen Volk wieder bewußt werden würde, so wie einst in Palästina oder in unserer Zeit in Burma? Eine zweite Reformation, das Ende von Klimaschwindel und Öko-Ablaßbetrug, nicht nur Verlust der Erträge aus der Lüge sondern der politischen Macht insgesamt, womöglich gar eine neue Wende wie damals vor 17 Jahren, ein Schreckensszenario für die Herrschenden…

Nein, die Chinesen machen es schon ganz richtig. Sie lassen, einst in Tibet durch eigene Streitkräfte und heutzutage vertreten durch fremde Machthaber in Burma, die Mönche niedermachen, und mit ihnen die Religion, diese störende, reaktionäre Kraft, die sich dem Fortschritt der Lüge noch immer entgegenstellt. Der Westen aber hat es schon begriffen. Er schickt nur einen UN-Unterhändler, einen einzigen. Und einen Diplomaten dazu. Wie wir wissen, ist aber gerade die Diplomatie die hohe Kunst der Lüge. Sehr passend.

Ach ja, fast hätte ich's doch glatt vergessen: die Unruhen in Burme brachen aus, nachdem die Regierung im September die Benzinpreise drastisch erhöht hat und prompt auch die Lebensmittelpreise explodierten. Kennen wir das nicht auch? Könnten wir hier nicht ein ganz klein wenig von den burmesischen Mönchen lernen?

Links zum Thema: NS-Zwangsarbeiterentschädigungen: von der fortwirkenden Bußsucht und ihrem Nutzen | Zwischenruf: ich kann gar nicht so viel Fressen… | Die zehn Gebote der Öko-Religion | Von Bildung, Macht und neuen gesellschaftlichen Leitbildern | Lebensmittelpreise: ein Beispiel | Explosion einer Steuer: die Mineralölsteuer seit 1950 (interne Links)

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