Glühbirnen-Verbot: dem BWL-Boten geht ein Licht auf

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Nach Furzsteuer und dem Projektmechanismen-Gesetz wird derzeit der neuste Öko-Wahnsinn vorbereitet: das Glühbirnen-Verbot zur Planetenrettung. Wieder überholt die politische Realität jede Satire, und wie immer werden ökonomische und politische Grundgesetzmäßigkeiten außer Acht gelassen. Der BWL-Bote über leicht verspätete Büttenreden und den ihnen zugrundeliegenden gesellschaftlichen Wahnsinn.

Kyoto Nein Danke!Angefangen mit dem Quatsch hat anscheinend Australien, ein Land das man bisher wegen seines Fernbleiben von Kyoto als vernünftig betrachtet hatte. Doch ob die Idee, Glühbirnen zur Planetenrettung zu verbieten wirklich von der dortigen Regierung ausging oder nicht doch von den Herstellern der sogenannten Energiesparlampen, die sich ein neues Geschäftsfeld mit staatlicher Hilfe erschließen wollen, ist dem BWL-Boten nicht bekannt. Dafür aber um so mehr der der Öko-Posse zugrundeliegende ökonomische Unverstand.

Nehmen wir an, daß eine Glühbirne mit einer Leistung von 80 Watt ein Euro koste und 1.000 Stunden leuchte. Bei einem Kilowattstundenpreis von 0,20 Euro wären das Betriebskosten i.H.v. insgesamt 16 Euro. Eine sogenannte Energiesparlampe koste hingegen 20 Euro und habe eine Lebensdauer von 5.000 Stunden aber nur 20% des Energieverbrauches der Glühbirne, also 16 Watt. Das macht auf 1.000 Stunden, also mit der Glühbirne vergleichbar, zwar nur 3,20 Euro Betriebskosten, aber durch die hohen Anschaffungskosten ist die Energiesparlampe mit dem Geldbeutel ihres Nutzers wenig sparsam: Die Total Cost of Ownership Größe wäre für die Glühlampe 17 Euro, auf (damit vergleichbare) Tausend Stunden Nutzungszeit aber 23,20 Euro für die "Energiesparlampe". Erst viel später wird die Energiesparlampe kostengünstiger: Bei 5.000 Stunden Betriebszeit kosten fünf Glühbirnen zusammen 85 Euro, die eine Öko-Leuchte jedoch nur insgesamt 36 Euro (genau gerechnet: die kritische Leistung liegt bei 1.484,375 Stunden – unter Vernachlässigung der kalk. Zinsen und der Annahme konstanter Anschaffungspreise).

Natürlich übersehen die grünen Gutmenschen dabei aber, daß die Leuchtkörper nicht 1.000 oder gar 5.000 Stunden am Stück betrieben werden, sondern die technische Lebenszeit sich auf Monate oder gar Jahre verteilt. Niemand gibt aber heute das Zwanzigfache des Preises einer Glühbirne für das Versprechen von Kosteneinsparungen in künftigen Jahren aus – der Barwert solcher künftiger Einsparungen ist ökonomisch gesprochen gering. Das Ding mit den sogenannten Energiesparlampen ist also ein rein ideologisches Projekt.

Übrigens übersehen die Ökologisten auch die rechtlichen Realitäten in der Europäischen Union: wollte Deutschland ein Glühbirnen-Verbot auch wirklich durchsetzen, müßte man die Lieferungen von Leuchtmitteln an den Grenzen kontrollieren, aber bekanntlich sind die Binnenzollgrenzen der EU seit 1992 abgeschafft. Wie also ein solches Verbot durchsetzen? Drogen-Spürhunde gegen Wolfram-Wendel, die Zollfahndung gegen Brom-Halogen?

Doch die Sache ist auch politisch verräterisch, denn sie läßt tiefer blicken als es den Gutmenschen lieb sein kann: so könnte man, wenn man der Öko-Mär vom Treibhauseffekt denn nun glaubt, kostengünstig und zuverlässig Strom aus Kernkraft gewinnen. Man kann anstatt den Energieverbrauch zu verknappen, das Energieangebot ausweiten. Das wäre nicht nur "klimaneutral", sondern auch billig zu haben – wie jeder, der es wissen will, in Frankreich an der Stromrechnung ablesen kann. Wir steigen aber nicht nur aus der Steinkohle, sondern auch aus der Kernkraft aus, also insgesamt aus der sicheren, importunabhängigen und kostengünstigen Energieversorgung. Das aber zeigt, um was es bei der Posse mit den Glühbirnen wirklich geht: Verteuerung, Verknappung, Verarmung. Das sind die Mechanismen grüner Herrschaft.

Das Leben soll wieder teurer werden, wie schon so oft. Diesmal ist es zwar nur eine Kleinigkeit, jedenfalls im Vergleich zu Benzin- und anderen Preisen, aber ein Wahnsinn ist es dennoch – nicht, daß es Öko-Gläubige gibt, sondern daß der Glühbirnen-Unfug allen Ernstes diskutiert wird. Und nicht am Aschermittwoch in der Versenkung verschwindet. Der Öko-Karneval dauert offenbar etwas länger. Wenn er nur nicht so teuer wäre, ein wenig absurdes Theater kann ja unterhaltsam sein. Aber die Eintrittspreise…

Links zum Thema: Keine Satire: Die Furzsteuer kommt! | Öko-Narrenhaus: »Projektbezogene Mechanismen«, oder was ein Schweinefurz »wert« sein kann | Zweiter Kyoto-Fünfjahresplan: 2008 wird Strom noch teurer (interne Links)

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