Mindestlohn: wie man den Arbeitnehmern am besten schadet…

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Offensichtlich unter dem Druck der EU-Dienstleistungsfreiheit, die auch zu einem Lohndumping führen kann (wir berichteten), denkt man derzeit anscheinend erneut über Mindestlöhne nach. Hat der Kanzler diesen planwirtschaftlichen Weg letztes Jahr noch entschieden abgelehnt, scheint sich inzwischen die Ausdehnung des Entsendegesetzes aus der Bauwirtschaft auf die gesamte Wirtschaft abzuzeichnen. Was aber würde das für den Arbeitnehmer bedeuten? Wir versuchen eine Antwort mit dem Instrumentarium der Mikroökonomie-Grundlagenvorlesung.

Welche Auswirkung hat ein Mindestlohn?Nimmt ein Preis (P) zu, so kommt es zu einem Rückgang der Nachfrage (N) aber zu einem Anstieg des Angebotes (A). Überläßt man den Markt sich selbst, so wird sich stets ohne externe Steuerung eine Gleichgewichtsmenge XG, die zum Gleichgewichtspreis PG gehandelt wird, als stabiler Zustand des Marktes einstellen. Soweit zu den Grundlagen.

Das auf dem Arbeitsmarkt gehandelte Gut wird von den Arbeitnehmern angeboten und den Unternehmern nachgefragt. Offensichtlich verfällt der Preis, und wie wir seit Einführung des Ein-Euro-Bundesarbeitsdienstes wissen mit staatlicher Unterstützung. Nunmehr will man aber einen Mindestpreis Pmin einführen. Aus sozialpolitischen Erwägungen liegt der über PG, denn sonst wäre diese Operation ja sinnlos. Lotet man von der Nachfrage- und der Angebotskurver auf die Mengenachse herab, so erhält man die sich unter Mindestpreisbedingungen ergebende Nachfrage nach Arbeitskräften N' und das zugehörige Angebot A'. Die Differenz zwischen beidem nennt man Arbeitslosigkeit.

Schon derzeit gibt es Defacto-Mindestpreise, z.B. in Form dieser unerträglichen Zwangssozialversicherung. Die Einführung eines zusätzlichen tarifären Hemmnisses würde also die Differenz zwischen N' und A' erhöhen. Schon letztes Jahr stellte die Zeitschrift Wirtschaftswoche fest, daß wir faktisch knapp neun Millionen Arbeitslose haben. Deren Anzahl wird also durch die Einführung eines Mindestlohnes vermutlich eher noch erhöht.

Wenngleich wir auch einen berufslosen Taxifahrer mit krimineller Vergangenheit als Außenminister haben, so kann man doch davon ausgehen, daß zumindestens einige der Berater dieser Regierung die vorstehend skizzierten Gesetzmäßigkeiten kennen. Warum handelt man also dennoch so kraß gegen die Interessen des eigenen Volkes? Hierfür gibt es eine verblüffend einfache Antwort, die man nur mitdenken wollen muß:

Große Summen an Geld schwappen auf der Suche nach zinsbringenden Anlageformen in zumeist derivativen und hochspekulativen Finanztransaktionen um den Globus. In den letzten 30 Jahren hat sich der weltweite Gesamtwert der Güterproduktion nur in etwa vervierfacht, der solcher Finanzgeschäfte aber mehr als vervierzigfacht. Die Interessen der Finanzwirtschaft überwiegen also die der produzierenden Güterwirtschaft beiweitem. Will man daher die Produzentenrente, d.h., die Verzinsung des in Produktion investierten Kapitals dem der Finanzwirtschaft angleichen, kann man das nicht durch Ausweitung der Produktion, sondern nur durch künstliche Verknappung erreichen. Seit Ende des Entwicklungsoptimismus am Ausgang des Wirtschaftswunders ca. Ende der 60er Jahre wurde das mit verschiedenen Mitteln versucht: in den 70ern durch Erschaffung des Sozialismus auch in Restdeutschland, in den 80ern durch Waldsterben, Ozonloch und andere erdachte Ökokatastrophen und seit kurz vor der Jahrtausendwende durch die sogenannte globale Erwärmung. Nur die deutsche Einheit hat in dieser Abfolge ein wenig gestört, aber nur ein wenig. Kein Wunder also, daß Unternehmen wie BP an der Ausbreitung der Mär vom Treibhauseffekt interessiert sind und hierfür sogar die ohnehin schon entnervende TV-Werbung als Propagandaplattform mißbrauchen – das führt zu schließlich höheren Preisen. Verknappung und kollektive Rationierung im Interesse der Wirtschaft – so einfach ist das!

Die Arbeiter bei Opel haben schon für die Energierationierung mit Lohnkürzungen bezahlt. Darüber freut sich auch die Regierung, denn das hält die Leute arm und damit im Zustand der Abhängigkeit, eine Voraussetzung zur Durchsetzung weiterer Verknappungsmaßnahmen, zum Beispiel bei der ab 2008 anstehenden Energierationierung für private Heizungen. Politische Herrschaft und wirtschaftliche Optimierung verbinden sich so mit höchster Eleganz: So einfach sind die Zusammenhänge. Man muß nur denken wollen. Aber auch gegen das Denkenwollen gibt es probate Mittel, man sehe nach im Fernsehen…

Links zum Thema: Deutschland, das Billiglohnland oder Europa und die Dienstleistungsfreiheit | 8,6 Millionen Arbeitslose – schon vor Beginn der Energierationierung | Noch mehr Zweifel am »Treibhauseffekt« | Ökonomische Theorie: Rationierung, Arten, Methoden und Ziele | KarstadtQuelle und Opel: Jetzt kriegen wir die Quittung | Energierationierung für Heizungen wird schon vorbereitet (interne Links)

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