Umweltschutz: alle wollen zurück zur Natur, warum aber keiner zu Fuß?

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Der Umweltschutz (oder was dafür ausgegeben wird) habe für die Deutschen trotz Benzin- und Strompreisexplosion noch immer einen hohen Stellenwert; zugleich wird aber immer weniger der öffentliche Personenverkehr benutzt und die Ökosteuer wird noch immer von einer großen Mehrheit abgelehnt. Das ist das an sich unspektakuläre Ergebnis einer Studie, die Jürgen Trittin gestern bekanntgemacht hat. Viel interessanter sind die Kommentare des kommunistischen Ministers.

So halten 92% der Befragten den Umweltschutz für "sehr wichtig" oder "eher wichtig", was Trittin natürlich als Bestätigung seiner Politik der Verknappung und Verteuerung wertet. 69% der 2018 Befragten sprechen sich zudem für einen noch weiteren Ausbau der Windenergie aus, nehmen aber die damit verbundene Verschwendung und die Kostenexplosion nicht zur Kenntnis: Wen schon ein Strompreis von 2,22 EUR/Kilowattstunde (allerdings bei der Solarenergie nicht abschreckt, der stört sich auch nicht mehr an den absurden Konzepten des Kyoto-Protokolls. Und der Rest der Bevölkerung, der sich noch einen Rest an gesundem Menschenverstand bewahrt hat, nimmt Dinge wie die planetenrettende Furzsteuer ohnehin nicht ernst.

Dafür verzeichnet die Studie große Erfolge bei der Schaffung künstlicher Ängste, und das ist wichtig, denn es stabilisierte die Herrschaft: so fürchten sich die Deutschen immer noch mehrheitlich vor den Folgen des angeblichen Klimawandels, was sie mit der Naturwissenschaft nicht gemein haben. Die bezweifelt nämlich die Klima-Religion noch immer als irrationale Ideologie.

Doch die Studie fördert auch die Widersprüche zwischen Gleichschaltung und wirtschaftlicher Notwendigkeit, zwischen Propaganda und Wirklichkeit ans Tageslicht: So will eine Mehrheit aus der Kernenergie aussteigen, aber auch eine große Mehrheit keinen Ökostrom. Der ist nämlich zu teuer. Eine große Zahl der Befragten spricht sich außerdem für die Einschränkung des Autoverkehrs aus, aber gleichzeitig wird der Nahverkehr immer weniger benutzt.

Dieses Ergebnis ist an sich nichts neues: Schon vor gut einem Jahr berichteten wir über eine Emnid-Studie, nach der zwar 96% der Befragten meinten, man müsse die Solarenergie weiter nutzen, aber nur 7% bereit wären, die dann zwangläufig fälligen noch höheren Energiepreise auch zu bezahlen. Es wollen also noch immer alle zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß.

Wirklich interessant ist hier vielleicht der Kommentar von Jürgen Trittin und seinen Beamten: Die Menschen seien "im Bewußtsein weiter sind als im praktischen Verhalten", wird Trittin zitiert. Das läßt aufhorchen: glaubten doch die Nazis ebenso wie die Kommunisten, man müsse die Menschen "umerziehen". Ganz offensichtlich setzt Jürgen Trittin also voraus, daß die Menschen noch nicht reif seien, die Segnungen der totalen Ökologie zu würdigen. Anders als seine totalitären Vorgänger setzt der Ökologismus dabei jedoch nicht auf punktuelle, sondern auf strukturelle Gewalt.

Offensichtlich ist der revolutionäre Weltprozeß aber noch nicht weit genug fortgeschritten. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, soll übrigens erklärt haben, man müsse den Menschen Umweltschutz künftig "erlebbar" machen. Wir vermuten also, daß bald Unterbrecherwerbung von der Art "Dieser Stromausfall wird gesponsort von Jürgen Trittin" auf uns zukommt. Dann erleben wir am eigenen Leibe, wie totalitär und lebensfeindlich die gegenwärtige Politik der Rationierung und Verteuerung ist.

Wer's nicht glauben mag: Auf die Rationierung und die damit zusammenhängenden Verteilungskämpfe sind wir schon zeitgerecht vorbereitet worden: durch die Wirtschaftssicherstellungsverordnung zum Beispiel. Die wurde wenige Tage vor dem "Gesetz über den nationalen Zuteilungsplan für Treibhausgas-Emissionsberechtigungen" in Kraft gesetzt. Ein Zufall? Wohl kaum, ruft das Landwirtschaftsministerium schon zu Notbevorratung auf. Schöne neue Öko-Welt!

Links zum Thema: Nationales Energierationierungsgesetz tritt in Kraft | Wie die Windenergie Arbeitsplätze und Rohstoffe vernichtet | Photovoltaik-Kostenrechnung: 2,22 Euro pro Kilowattstunde! | Öko-Wahnsinn: Der Kyoto-Schweine-Deal | Keine Satire: Die Furzsteuer kommt! | Proteste und Petitionen von Wissenschaftlern gegen "Klimapolitik" und das Kyoto-Protokoll | Öko-Gleichschaltung: so weit sind wir schon gekommen | Politische Theorie: Gibt es einen »Neuen Faschismus«? | Energierationierung: wie funktioniert der Emissionshandel? | Wirtschaftssicherstellungsverordnung: Rot-Grün bereitet die Kommandowirtschaft vor | Nationales Energierationierungsgesetz tritt in Kraft | Landwirtschaftsministerium ruft zu Notbevorratung auf – aber weshalb? (interne Links)

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