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Soll ich oder nicht??

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Registriert: Jun 2006
Beiträge: 3
Also ich habe jetzt mein Abitur gemacht und stehe nun wie vermutlich tausend andere vor der Frage was ich in Zukunft machen soll.
Ich habe mir verschiedene Studiengänge angesehen, beziehungsweise angeschaut was darüber so in den Studienwahlbüchern steht, jedoch bin ich mir sehr unsicher was ich machen soll.
Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Fragen:
Wie gefällt euch euer Studium?
Woraus bestehen die Klausuren(wie sind sie aufgebaut)?
Wie sieht es mit Mathe aus, kann auch ein etwas untalentierterer Matheschüler in BWL vorankommen?
Worauf muss man gefasst sein wenn man BWL studiert?
Mitglied
Registriert: Jun 2006
Beiträge: 10
Ich muß zu meiner Schande gestehen, ich habe es vor der Juristerei auch mit BWL versucht. War allerdings nichts für mich. Schlüsselerlebnis dafür war eine Mathematikvorlesung, die irgendwie alle, die was mit Mathe zu tun hatten besuchen mußten. Der Dozent hat 90 Minuten irgendetwas abgeleitet oder differenziert, damit Seite um Seite der Tafel vollgeschrieben, nur um am Ende furios zu verkünden, daß das Ergebnis trivial sei. Es war irgendwas mit der Eulerschen Zahl hoch irgendwas. Alle haben laut gelacht, ich nicht; ich habe es nämlich nicht verstanden.
Was ich dir daher raten kann ist, such dir im Netz Klausuren oder Skripten zur Mikoökonomie und Entscheidungslehre, sieh dir an was da an Differentialrechnungsverständisvermögen vonnöten ist, und entscheide dann.
Es kann sicher auch nicht schaden sich mal probehalber in eine Vorlesung mit rein zu setzen zum Gasthören. Das stört meist keinen und ist wesentlich aufschlußreicher als der Rat von Fremden in Internetforen. Letztlich mußt du entscheiden ob du dir das zutraust.
Administrator
Registriert: Feb 2006
Beiträge: 634
hallo matthias1bd und eris,

ich möchte mir nun mal Zeit für meine Forenmitglieder nehmen und versuchen meine eigenen Erfahrungen als bwler zu schreiben.

das BWL Studium wurde und wird von vielen Abiturienten gewählt, weil, so zumindest behaupten viele, BWL alle die studieren, die nicht wissen wohin sie wollen. Ich halte das für ein Gerücht, da es bei mir eben nicht so war. Ursprünglich hatte ich vor Steuerberater zu werden und das BWL Studium als Voraussetzung dafür zu nutzen. an dem Vorhaben hat sich bis heute nichts geändert, allerdings bin ich mittlerweile als Existenzgründungsberater selbstständig und kann daher mein BWL Studium voll und ganz nutzen, um meine Beratungsleistungen anzubieten. Einige meiner Kommilitonen sind allerdings nach dem Studium zu einer großen Firma wie Mercedes, BMW oder KPMG gegangen und verdienen nun dort ihr Geld als leitender Angestellter oder so ähnlich. Das BWL Studium ist an sich sehr weitgefächert und man hat im Hauptstudium die Möglichkeit seine eigenen Interessen zu vertiefen, indem man beispielsweise Steuerrecht, Unternehmensführung, Marketing oder Personalwesen vertiefend weiter studiert. Dementsprechend sollte man auch später einen Job suchen.

Es ist sicherlich falsch einfach nur BWL zu studieren, weil man nicht weiß was man studieren soll. Daher kann ich den Vorschlag nur begrüßen, einfach mal einige Vorlesungen mitzumachen. Dabei nicht unbedingt Mathematik, denn das ist auch bei uns das fach gewesen, welches den meisten sehr schwer gefallen ist und wodurch aus meiner Sicht eine gewisse Auslese im Vorfeld des hauptstudiums betrieben wurde. Mathematik ist ein fach was man auf jeden Fall beherrschen sollte (genauso wie Statistik), welches jedoch im weiteren Studienverlauf nicht wesentlich vertieft wird, sondern nur als Voraussetzung für das schnelle und richtige rechnen im betriebswirtschaftlichen Sinne ist. So sind aber die Studienfächer marktforschung (aus Marketing) sehr abhängig von der Statistik und der Mathematik, so dass diese dort eine bedeutende Rolle spielt. Während dem das Fach steuerrecht eher weniger mit Mathematik zu tun hat, so dass man diese Kenntnisse dort eher vernachlässigen kann.
im wesentlichen ist die Mathematik, wie auch Statistik im BWL Studium sehr differenziert und anspruchsvoll, so dass man zumindest im Abitur mit Mathe etwas am Hut gehabt haben sollte. Dabei ist das ableiten und aufleiten die kleinste Disziplin, aber das lässt sich aus meiner Sicht alles lernen, daher auch meine Seite zum Thema betriebswirtschaft, wo unter anderem auch Statistik und Mathematik abrufbar ist.

Fazit:
ich würde mir dahingehend eher ein Bild aus einigen Vorlesungen machen, mit Leuten sprechen, die einiger Semester schon studiert haben und eventuell selbst anfangen mit studieren. Allerdings sollte man bis spätestens zum dritten Semester wissen, ob es das Richtige ist oder ob man eher was anderes studieren sollte. Aber bitte nicht den Fehler machen und gleich die Flinte ins Korn werfen, denn etwas anstrengen und Übung und fleiß gehört zu jedem Studium.

Ich wünsche viel Erfolg und hoffe, dass ich etwas helfen konnte. Bitte fleißig weiter Posten, vielleicht kommt auf diese Weise ein guter Dialog zum Thema "ist das BWL Studium das richtige für mich" Stande.

übrigens, ich bereite gerade einen Katalog beziehungsweise ein Verzeichnis zum Thema BWL vor. In diesem Verzeichnis sollen alle guten und wichtigen Seiten zur Betriebswirtschaft aufgeführt werden:
http://www.bwl24.net/verzeichnis/
« Zuletzt durch Betriebswirt am 22.07.2009 20:00 Uhr bearbeitet. »
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Registriert: Jun 2006
Beiträge: 3
Erstmal muss ich euch danken das ihr mir so schnell und so ausführlich geantwortet habt! danke!Wink

Ja auch ich interessiere mich für Jura aber auch da bin ich ein wenig ängstlich da ich viel höre aber ich nicht alles Glauben kann.


Eris kannst du mir vielleicht mehr darüber erzählen und verrätst du auch wo du studierst?
Stimmt es das man dort Fremdsprachen gut können muss das man da eine Fremdsprachen können muss, weil man das Recht des jeweiligen Landes durchnimmt oder wie?

Und vielleicht kannst du mir noch mehr darüber erzählen wie es aufgebaut ist wie die Klausuren aufgebaut sind etc. auch in Bezug auf BWL würde mich das interesieren.
Mitglied
Registriert: Jun 2006
Beiträge: 10
Also ich studiere in Halle an der Saale. Ist nach dem Spiegel-Hochschulranking im Moment nicht mehr die beste Adresse, aber ich finde die Fakultät hier sehr "familiär", die Professoren recht gut und der Neubau des Juridicums ist schon ein Eyecatcher.

Was auf jeden Fall richtig ist ist, daß man nach der Reformierung des Richterausbildungsgesetzes den Nachweis einer Fremdsprache bringen muß. Das kann man bei uns entweder als puren Englischkurs durchziehen, ist dann wie Schule, oder man besucht - wie ich - eine englischsprachige Vorlesung und besteht am Ende eine Klausur. Angeboten wird natürlich "anglo american right" oder "international information law". Man muß also nicht zwangsläufig andere Rechtsordnungen studieren, obwohl Rechtsvergleichung auch interessant sein kann, speziell, wenn man etwas ins Internationale gehen will.

Der Leistungsnachweis bei uns geschieht über Hausarbeiten und Klausuren.
Grob gesagt gibt es Bürgerliches Recht, Öffentliches Recht und Strafrecht, jeweils als Übung für Anfänger und Fortgeschrittene. Soweit ich weiß gibt es im Moment bei uns ( also nach der Ausbildungsreform ) in den Anfängerübungen keine Klausuren, sondern nur eine Ferienhausarbeit.
Das gestaltet sich dann so, daß man einen Sachverhalt gestellt bekommt, den man bearbeitet. Das ist bei Hausarbeiten recht umfangreich und auch anspruchsvoll. Beim Besetehen gibt es einen Schen, der dann zum Besuch der Übung für Fortgeschrittene berechtigt. Hier wird für einen Vollschein das Bestehen einer Klausur und einer Hausarbeit benötigt. Die Klausur ist wieder ein Sachverhalt, der in 3 Zeitstunden bearbeitet wird. Ist zumeist leichter als Hausarbeiten, da es eher auf Zusammenhänge ankommt und nicht so sehr auf dogmatische Streitigkeiten.

Wenn du weitere Fragen hast, meld dich einfach. Hoffe dir geholfen zu haben.
Mitglied
Registriert: Jun 2006
Beiträge: 3
Ja ich danke dir war auf jedenfall hilfreich, jedoch habe ich das jetzt nicht ganz verstanden mit der Fremdsprache also ist es umbedingt notwendig eins vom beiden zu besuchen oder kann man das auch lassen wenn man nichts mit internationalem zutun haben will?
Sprich muss jeder Jurastudent diese Fremdsprachenkurse/vorlesungen besuchen?


Und wie sind die Klausuren Im BWL Studium aufgebaut?
Und um nochmal zu meinem Hauptproblem zu kommen was wird bei Mathe so verlangt vielleicht kann mir jemand mal ein paar Beispielklausuren schicken.(Im Titel gebe ich meine Emailaddy an).
Auch Beispielsklausuren vom Jurastudium wären cool also danke für die Hilfsbereitschaft und bis bald.
Mitglied
Registriert: Jun 2006
Beiträge: 10
Ja, das Besuchen eines Englischkurses ( entweder reiner Englischkurs, oder eine englischsprachige Vorlesung ) ist obligatorisch, also Pflicht für jeden.

Wenn du mal "reinschnuppern" möchtest, ich finde auf http://www.bgb-uebung.de kann man zumindest für das Bürgerliche Recht einen guten Einblick bekommen.
Mitglied
Registriert: Jun 2006
Beiträge: 10
Also ich muss sagen das Forum ist ech klasse denn es kommt ja nicht oft vor, dass man so kompetente und ausführliche Antworten bekommt, danke.

Aber was meine Studienplanung angeht bin ich immernoch nicht weitergekommen.Sad

Ich gehe jetzt am Wochenende mal in die Bielefelder UNI(sie ist offen) und schaue mich dort mal um habt ihr tipps worauf ich achten sollte oder was ich umbedingt machen soll?



Twisted Evil Ich werde noch wahnsinnig ich weiß nich was ich machen soll. AHHHHHH!!!
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Registriert: Jun 2006
Beiträge: 10
Persönlich gefragt, halte ich nicht viel von diesen Tagen der offenen Tür. Das was einen interessiert, also die Lehrveranstaltungen bekommt man nicht mit, und das was man mitbekommt ist ein überaus positiver Eindruck, der später zu Hause der Erkenntnis weicht, keinen Schritt weiter gekommen zu sein. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Natürlich kann das bei dir vollkommen anders ablaufen.
Wenn du hingehst, versuch an ein kommentiertes Vorlesungsverzeichnis zu kommen, das ist immerhin etwas, womit man im Vorfeld arbeiten kann. Dann solltest du in Erfahrung bringen, welche Voraussetzungen (Scheine, Leistungsnachweise) zur Diplomprüfung Voraussetzung sind, und wie sich der leistungsnachweis gestaltet. Manche Unis haben da in letzter zeit die aberwitzigsten Credit-Systeme aufgezogen. Da kräuseln sich teils die Fußnägel. Interessant ist es auch, nach den Immatrikulationszahlen zu fragen, damit man weiß, auf welche Massen man sich einstellen kann. Mikroökonomie wurde bei uns beispielsweise vor knapp 400-500 Leuten gegeben und aus dem großen Hörsaal per Videoschalte noch in einen kleinen übertragen. Das sind dann nicht ganz so optimale Voraussetzungen.
Mein Rat wäre, wenn du Interesse an BWL hast, schnapp dir so ein Vorlesungsverzeichnis, such dir zwei Vorlesunge, die dir interessant scheinen, und zwei, die die Angst machen, und geh jeweils zu mindestens einer hin. Das interessiert keinen, und wenn du "Angst" hast, bleib irgendwo gaaanz weit hinten an der Tür stehen um dich schnell wieder verdrücken zu können.
Administrator
Registriert: Feb 2006
Beiträge: 634
Übrigens, wir haben gerade ein Artikel zum Thema

Wie viel Mathematik braucht man im BWL Studium?

Vielleicht hilft der etwas bei der Entscheidung hinsichtlich der Mathematik.
_______________
Torsten
Dipl. Betriebswirt (FH) & Gründer des Forums

Hilft dir das BWL Forum?
Dann hilf uns auch mal und beantworte offene Fragen!
Mitglied
Registriert: Mar 2011
Beiträge: 1
Also mit Mathe braucht man sich keine Gedanken machen!
Auf jeden Fall bekommst du eine Menge beigebracht.
hier noch ein Überblick, vielleicht hilft das auch weiter:

http://marketing-studium.net/studium/


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