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Bitcoin

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Registriert: Nov 2017
Beiträge: 3


--> Hallo zusammen,

kann mir jemand in einfachen Worten erklären, wie das System Bitcoin funktioniert?

Wie kann ich damit kaufen und verkaufen und wie läuft das mit der Umwandlung in reelle Währungen ab?

Vielen Dank!

Euch noch eine schöne Adventszeit!

Viele Grüße
MH56
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Registriert: Jul 2017
Beiträge: 76


--> Hallo,

ein frisches Thema, bei dem keiner so hundertprozentig durchblickt - ich traue mir das zumindest nicht zu. ;-)

Soweit ich verstanden habe, läuft es bei Kryptowährungen immer ziemlich ähnlich ab: Wer eine Transaktion mittels Kryptowährung tätigen will, braucht zunächst ein "Konto". Dafür wird eine entsprechende Anfrage an das Peer-to-Peer-Netzwerk der Kryptowährung geschickt (ist automatisiert, öffentlich zugänglich und nicht in der Kontrolle einzelner). Es wird ein Kryptoschlüsselpaar erzeugt, der als Kontonummer fungiert - ein Schlüssle ist privat, der andere Schlüssel ist öffentlich. Neue Konten haben ein Guthaben von Null. Jeder kann dabei beliebig viele Schlüsselpaare erhalten.

Getätigte Überweisungen können mithilfe des öffentlichen Schlüssels geprüft werden. Ist die Überweisung regelkonform (allgemein akzeptiert), finde sie statt. Dieser Schlüssel ist auch wichtig, wenn neues Kryptogeld geschöpft werden soll. Das Konto wird der Buchhaltung der Kryptowährung angefügt, ans Ende der Kette (Blockchain). Um neues Geld zu schöpfen, muss der Rechner am Ende der Kette eine komplizierte mathematische Funktion lösen - mehr Rechenpower bedeutet schnellere Wertschöpfung. Wer am Ende zuerst den neuen Block vervollständigt hat, bekommt die Neuschöpfung als Kryptowährung auf das Konto gutgeschrieben. Kontrolliert wird das mit dem sogenannten Hashwert, der für eine korrekte Neuemission die Abfolge alle vorhergegangenen Emissionen enthält.

Aufgrund dieser Schöpfung lohnt es sich, Rechenleistung zusammenzuschließen. Daher gibt es sogenannte Mining-Pools - das sind Server-Farmen, die nicht anderes tun, als möglichst schnell diese komplizierte Formel zu lösen und neue Kryptowährung zu emittieren.

Man muss aber nicht direkt an diesem Schöpfungsprozess beteiligt sein, um Kryptowährung zu halten. Zum einen kann man sich in ein Mining-Pool einkaufen - ist analog einer Unternehmensbeteiligung, wenn man so will. Oder man tauscht auf Börsen, an denen Kryptowährung gehandelt wird, "echte" Währungen in Kryptowährung ein und umgekehrt. Es man ja nur jemanden geben, der gewillt ist, seine Bitcoin gegen "echtes" Geld mit dir zu tauschen und umgekehrt - Börsenhandel, Warentermingeschäfte und Co sind ja auch nichts anderes.

Beste Grüße

Chris
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Registriert: Apr 2017
Beiträge: 6


--> Die Erklärung ist gut.

@Chris weißt du zufällig auch wie es möglich wäre einen fairen Wert für den Bitcoin zu bestimmen? :o

Das hier zum Beispiel versteh ich nicht wirklich: https://www.marketwatch.com/story/why-bitcoin-may-be-worth-only-a-third-of-its-value-2017-09-15
« Zuletzt durch Robsn94 am 10.12.2017 00:58 Uhr bearbeitet. »
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Registriert: Jul 2017
Beiträge: 76


--> Hallo,

ich kann es gerne einmal versuchen. Der Artikel weist darauf hin, das eine Kryptowährung wie Bitcoin eine Währung ist und keine Finanzanlage, auch wenn es zurzeit eher wie eine behandelt wird. Dem würde ich zustimmen, da ja auch "richtige" Währungen zu zwei wesentliche Zwecken gehalten: zu Transaktionszwecken (ich brauche Geld, um es gegen Güter zu tauschen) und zu Spekulationszwecken (gemeint ist eigentlich zum Tausch in Wertpapiere, aber man kann auch Währungen selbst als Anteilsscheine an der Kaufkraft einer Volkswirtschaft verstehen).

Wenn wir nun den börsenartigen Handel mit Kryptowährungen uns anschauen, dann ist das nichts anderes als ein Devisenmarkt. Bei einem Devisenmarkt werden Währungspaare gehandelt - das Verhältnis Bitcoin zu US-Dollar ist in dem Sinne dann auch nichts anderes als ein Währungspaar.

Der "eigentliche" Wert des Devisenpaars - nennen wir ihn Fundamentalwert - wäre dann das Verhältnis der Kaufkraft der jeweiligen Währungsräume. Wenn sich die Kaufkraft des einen Währungsraums verändert und die des anderen nicht, muss sich auch der Wechselkurs (das ist das Währungspaar) ändern. Hier kommen jetzt aber der Spekulationsaspekt mit rein. Spekulanten "wetten" auf zukünftige Änderungen des Wechselkurses - da sehr viele das machen, beeinflusst das den Wechselkurs und er beginnt, um den Fundamentalwert zu schwanken. In Extremfällen kann das zu Spekuationsblasen führen - der Wechselkurs bewegt sich dann sehr weit weg vom "realen" Wert. Wenn die Blase platzt, gibt es eine heftige Kurskorrektur zum Fundamentalwert - oder sogar in die Gegenrichtung - mit häufig schwerwiegenden Folgen für den Währungsraum, gegen den gewettet wurde.

Bei dem Währungspaar Bitcoin / US-Dollar verhält es sich nicht viel anders. Im Gegensatz zum klassischen Währungsraum, der identisch mit einer geografisch abgrenzbaren Volkswirtschaft ist, ist der Währungsraum des Bitcoin ein dezentraler, virtueller Ort. Man kann dieses Konzept aber analog anwenden. Der Währungsraum des Bitcoin wird dadurch bestimmt, wer alles Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert. Und die reale Kaufkraft hinter dem Bitcoin ergibt sich dann ebenfalls aus der Akzeptanz des Bitcoins als Zahlungsmittel.

Wie groß ist nun die reale Kaufkraft? Schwierig zu sagen. Wenn mehr und mehr Personen und Unternehmen Bitcoin akzeptieren, wächst auch die Kaufkraft. Das bedeutet auch, dass mehr Bitcoin zu Transaktionszwecken benötigt werden. Um dem gerecht zu werden, muss auch mehr Bitcoin geschöpft werden. Das wäre dann analog eines "normalen" Wirtschaftsraums: wenn die Wirtschaft wächst, wird mehr Geld benötigt. Wird dann noch mehr Geld in Umlauf gebracht, besteht die Gefahr der Inflation - Inflation senkt die Kaufkraft wieder.

Die Frage beim Bitcoin wäre also nun, wie viel der Währung zu Transaktionszwecke benötigt wird und wie viel in Umlauf ist. Das ist im Verhältnis zum US-Dollar-Raum würde den Fundamentalwert des Wechselkurses anzeigen - das was da drübergeht ist der Spekulationsteil. Der Bitcoin-Preis ausgedrückt in US-Dollar darf dann steigen, wenn die hinterstehende Kaufkraft des Bitcoin stärker steigt als die Kaufkraft im US-Dollar-Raum - das ist vermutlich so. Der jetzige Anstieg ist aber ziemlich sicher eine Spekulationsblase, wo im Moment viele darauf wetten, dass der Kurs des Bitcoin weiter steigt - wenn irgendwann eine ausreichend große Zahl an Anlegern aussteigt, wird der Kurs wieder einbrechen. Hatten wir vor ein paar Monaten ja bereits.

Im Artikel wird dann noch ein bisschen mit der Geldmengengleichung argumentiert: Geldangebot (Umlaufgeschwindigkeit x Geldmenge) muss immer der Geldnachfrage (reales Handelsvolumen x Preisniveau) entsprechen. Mit dem aktuellen Kurs und dem theoretischen Zusammenhang haben die Leute im Artikel dann versucht, das ganze rückwärts zu rechnen, um die tatsächliche Kaufkraft hinter dem Bitcoin zu ermitteln. Nach deren Rechnung ist der aktuelle Kurs dreimal über dem Fundamentalwert - das ist eine ziemliche Spekulationsblase, wenn das stimmt.

Ich hoffe, das ging nicht zu sehr durcheinander. Keine Gewähr.

Viele Grüße

Chris


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