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Beschaffung und Logistik

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Kann mir jemand in Beschaffung und Logistik helfen. Ich verstehe diese Aufgabe nicht:
Ein Artikel wurde bisher viermal pro Jahr bestellt, bei einem Jahresbedarf von 24.000 Stück. Der neu eingestellte Disponent legt fest, dass zukünftig 12-mal bestellt wird, bei unverädertem Jahresbedarf. Bisher betrug der Jahresanfangsbestand (AB) 6000 Stk, der Endbestand (EB) 2000 Stk. Nach Einführung des neuen Bestellverfahrens lagen die Werte bei AB= 2000 und EB = 6000 Stk.
1) Ermittle um wie viel Prozent die Kosten durch das neue Bestellverfahren gesenkt werden könnten. Unterstelle dabei einen Einstandspreis von 10,00 Euro pro Stk., Kosten je Bestellvorgang = 100,00 Euro und der Lagerhaltungskostensatz beträgt 20%. :(
Es wäre schön, wenn mir jemand den Lösungsweg erläutern könnte. :(
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Beiträge: 429
Moin!

Irgendwie ist da aber ein Logikfehler drinnen. Nach dem neuen Verfahren werden ja 4.000 Stück p.a. zuviel bestellt, so dass sich jedes Jahr eine Kumulation des Lagerbestandes ergibt.

Umgekehrtes gilt für das alte Verfahren.

Daneben fehlen Angaben über die jeweiligen Bestellmengen oder soll unterstellt werden, dass diese immer gleich sein sollen (Bestellrhythmusverfahren)?

Dann würde sich eine auffälllig "krumme" Bestellmenge von 2.333,33 Stück beim neuen Verfahren ergeben UND die Gesamktkosten wären sogar höher! :|

Sind denn alle Zahlen korrekt, die du angegeben hast?

Gruß
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Guten morgen. Alle zahlen sind korrekt. Wie bist du denn auf die Zahlen gekommen. Welche Formel nutzt du hier?
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Beiträge: 429
bluefancy schrieb
Guten morgen. Alle zahlen sind korrekt. Wie bist du denn auf die Zahlen gekommen. Welche Formel nutzt du hier?


Moin!

Das hat hier nichts mit Formeln zu tun!

Es geht ja nur draum die Kosten vorher/nachher zu vergleichen. Da der Preis konstant ist unabhängig von der Bestellmenge, sind lediglich Bestellkosten und Lagerhaltungskosten berechnet aus dem durchschnittlichen Lagerbestand relevant.

Bei einer Jahresbestellmenge von 24.000 wäre dann das neue Verfahren in der Tat kostengünstiger. Nur werden ja nicht 24.000 bestellt!!!!!

Nach altem Verfahren beträgt der EB 2.000 bei einem AB von 6.000, also wurden nur 20.000 bestellt. Das wären dann 4 Bestellungen à 5.000.

Nach neuen Verfahren beträgt der EB 6.000 bei einem AB von 2.000 , also wurden 28.000 bestellt. Das wären dann 12 Bestellungen à 2.333,33! :shock:

Durch die laut Aufgabenstellung höhere Bestellmenge (nich Bedrafsmenge!!!) ist das neue Verfahren dann allerdings mit höheren Kosten verbunden! :mrgreen:

Auch die Andlersche Formel zur Abschätzung des Ergebnisses fällt wegen der unterschiedlichen Mengen aus, ansonsten käme man tatsächlich auf eine optimale Bestellhäufigkeit von 15 bzw. 16! ;)

Aus welchem Ausbildungsgang kommt diese Aufgabe?

Gruß
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Beiträge: 3
Die Frage kommt bei der Klausur zum Handelsfachwirt vor.
Es wird nach der prozentualen Senkung der Kosten gefragt.
« Zuletzt durch bluefancy am 11.04.2015 22:03 Uhr bearbeitet. »
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Beiträge: 429
bluefancy schrieb
Die Frage kommt bei der Klausur zum Handelsfachwirt vor.


Hast du den "Lösungsvorschlag"? In IHK-Prüfungen sind so manche Knallschoten drinnen! Da hab ich seit Jahren meinen Spaß damit, wenn ich Klausuren korrigiere!

Erkennst du die Problematik?

Die Differenzen zwischen AB und EB können doch nur zustande kommen, weil eben nicht der Bedarf von 24.000 bestellt wird, sondern 20.000 bzw 28.000. Damit ist die Aufgabe eigentlich schon einmal unlogisch, da im ersten Fall das Lager im zweiten Jahr auf 0 laufen würde und bei dem zweiten jährlich um 4.000 Stück steigt! :evil:

Zitat
Es wird nach der prozentualen Senkung der Kosten gefragt.


Bei diesem Bestellverhalten ergibt sich aber eine Erhöhung der Kosten! :shock:

Nur wenn in beiden Varianten auch 24.000 bestellt würde, führt das zweite Verfahren rechnerisch zu einer Kostensenkung, was aber nicht der Fall ist, da sonst AB und EB gleich sein müssten!

Grundsätzlich musst du bei dieser Art von Fragestellung die jeweiligen Gesamtkosten ermittel. Das wäre jeweils:

Kosten der Ware

+ Bestellkosten (Anzahl der Bestellungen * Kosten pro Bestellung)

+ Lagerhaltungskosten (X% vom durchschnittlich gebundenen Kapital)


Wobei das durchnittlich gebundene Kapital im einfachsten Fall Bestellmenge/2 darstellt, bzw. Sicherheitsbestand + Bestellmenge/2.

Bei deiner Aufgabenstellung geht aber beides nicht! Daher müsste man rechnen:

(AB + EB)/2 -> hier in beiden Fällen 3.000

Plus halbe Bestellmenge und dass sind nunmal im Fall

a) 4 Bestellungen à 5.000 -> 2.500
bzw.
b) 12 Bestellungen à 2.333,33 :shock:

Und somit ergeben sich bei Variante b) höhere Kosten!

Gruß
« Zuletzt durch nachdenker am 12.04.2015 11:19 Uhr bearbeitet. »


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