Liebes Forum! Vorhin las ich das hier:

Artikel im Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung vom 06.12.2008, erschienen in der Rubrik „Zeitgeschehen“
Zitat
Frostiges Klima für heimische Heizpilze
Verbot im Visier / Werdohler bieten Lösung an
- Von Angelika Pentsi -



HAGEN/WERDOHL. Er soll uns kuschelig warm halten, wenn wir trotz klirrender Kälte den Kaffee im Freien genießen möchten. Und seit Einführung des Rauchverbots ist er bei vielen Gaststättenbesuchern beliebter denn je. Weil der gemeine Heizpilz aber auch ordentlich zur globalen Erderwärmung beiträgt, wurde er mancherorts schon verboten. Der in Werdohl ansässige bundesdeutsche Marktführer im Heizpilzsegment Enders Colsmann versucht die bedrohte Art zu retten – indem er sie klimafreundlicher macht.
Eigentlich ist die Diskussion längst überfällig, denn, wenn man mal ehrlich ist, sind propangasbetriebene Wärmespender für draußen in Zeiten hitziger Klimadiskussionen die reine Provokation. Das ist der Standpunkt des Grünen NRW-Landtagsabgeordneten Reiner Priggen: „Wir können nicht einerseits Wärmedämmung propagieren und dann die Außenluft heizen, das ist völlig absurd“, so Priggen. Laut Angaben seiner nord-deutschen Parteikollegen produziert ein Heizpilz jährlich so viel des Klimakillers CO2 wie ein Mittelklassewagen – rund 3,5kg stündlich. Die Berliner Grünen haben daher schon letztes Jahr einen Antrag gestellt, den Betrieb von Heizpilzen wie auch von gasbetriebenen Fackeln auf öffentlichen Straßen zu verbieten – teils mit Erfolg:
Ab 1. Januar gilt in fünf Berliner Innenstadtbezirken eine Verordnung, die es den Wirten untersagt, die umweltschädlichen Wärmespender aufzustellen. „Wir begrüßen dieses Verbot sehr, denn Heizpilze sind eine völlig unnötige Klimabelastung“, sagt Ulrike Focken von der Deutschen Umwelthilfe. „Wir leben in Zentraleuropa, da sind die Winter nun mal kalt.“ In Nürnberg gilt ein Verbot bereits seit Anfang des Jahres.
Auch Reiner Priggen will nun prüfen, ob eine rechtliche Grundlage für ein landesweites Verbot der politisch unkorrekten Wärmespender existiert. Falls ja, würde er es den Berliner Parteikollegen nachtun und einen Verbotsantrag einreiche, dann könnte das Thema auch für die rund 38 000 gastronomischen Betriebe in NRW bald interessant werden.
Im Hagener Lokal Coffee Town ist man sich sicher: Sollte ein Verbot kommen, würde das Umsatzeinbußen bedeuten. „So ein Heizpilz zieht die Leute eben an“, sagt Mitarbeiter Nidal Salame. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) müsste angesichts solcher Perspektiven auf die Barrikaden gehen, zumal Außengastronomie in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt hat, wie Thorsten Hellwig vom Dehoga erklärt. Dennoch zeigt man sich beim Verband der Gastronomen teils einsichtig: „Wir sehen natürlich die Notwendigkeit, Gastronomie umweltfreundlich zu gestalten“, so Thorsten Hellwig. „Aber ein pauschales Verbot halten wir dennoch nicht für richtig. Wir appellieren vielmehr an die Branche, die Heizpilze so wenig wie möglich zu nutzen und alternative Möglichkeiten in Betracht zu ziehen wie etwa Decken oder Windschutz.“
Eine weitere Alternativlösung bietet jetzt Enders Colsmann, der Werdohler Heizpilzhersteller. Ab kommendem März verkauft das Unternehmen Heizpilze, die die Umwelt ebenso wie den Geldbeutel schonen sollen: Je nach Betriebsart stößt der innovative Pilz 66 bis 83 Prozent weniger CO2 aus – und das bei einem geringeren Gasverbrauch. „Wir haben bereits jetzt containerweise Vorbestellungen“, sagt Sabine Hagelskamp vom Vertrieb. Gute Aussichten also für Freunde der luftigen Kaffeekultur.


Kommentar:
Demnächst verbieten wir Osterfeuer, weil man die Außenluft heizt - ganz zu Schweigen von privaten Lagerfeuern abends im Sommer beim Grillen auf dem eigenem Grundstück oder eben romantischen Straßenfackeln bei Straßenfesten. Alles völlig unnötig, da man ja die Außenluft heizt und auf das bisschen Wärmestrahlung man ja wohl auch verzichten kann! Eben! Wir "Leben in Zentraleuropa. Da sind die Winter nun mal kalt.". Und das kann der Mensch nunmal nicht ändern. Also weg mit den alten Heizpilzen (und her mit den neuen).
Doch genau das Gegenteil wird propagiert: der Mensch kann ja angeblich das Klima ändern, sodass Heizpilze in Zentraleuropa, also auch in Deutschland, bald der Vergangenheit angehören dürften, würde man sie mit Absicht intensiv einsetzen. Die Klimaideologen wiedersprechen sich wieder einmal selbst, wenn sie nicht im gleichem Atemzug behaupten würden, dass es aufgrund der gestiegenen gloablen Durchschnittstemperatur zu erheblichen Katastrophen kommt, was natürlich auch alles andere als bewiesen ist.
Interessant ist an diesem Artikel auch, dass eben der neue Heizpilz weniger Gas verbraucht. Das ist natürlich gut und macht eine Neuanschaffung möglicherweise lohnenswert - es kommt ganz auf die Einsparung an, wobei wir bei der betriebswirtschaftlichen Investitionsrechnung wären. Also ungeachtet der Klimaideologie mag der neue Heizpilz wirklich etwas Gutes an sich haben!
Aber vielleicht auch etwas so (zu) Gutes, dass der Käufer gern letzte Zweifel ausräumen könnte, würde der "Klimaheizpilz" doch nicht zu signifikanten Energiekosteneinsparungen führen, trägt er doch zur Klimarettung bei. Es wurden 66% bis 83% CO2-Einsparungen genannt - aber keine Energieeinsparungen. Geschweige denn ein Wort vom technischen Wirkungsgrad.
Naja und weil die alten Heizpilze bald verboten werden, wird der Gastronom eh erpresst - ein tolles Konjunkturprogramm, ähnlich, wie wir es auch in der Autoindustrie beobachten können.
Dabei ist dies freilich keine direkte Erpressung, eher eine strukturelle, wie Harry es schon oft beschrieben hat.

Desweiteren weise ich hier im Artikel auf eine sprachliche Besonderheit hin:

Zitat
Weil der gemeine Heizpilz aber auch ordentlich zur globalen Erderwärmung beiträgt, wurde er mancherorts schon verboten


Hier wurde auf das Konjunktiv verzichtet. Es müsste heißen: "beitrüge" anstatt "beiträgt". Spiegelt sich hier die Meinung der Autorin wieder?

Auch das hier
Zitat
Eigentlich ist die Diskussion längst überfällig, denn, wenn man mal ehrlich ist, sind propangasbetriebene Wärmespender für draußen in Zeiten hitziger Klimadiskussionen die reine Provokation.

könnte fast als persönliche Wertung durchgehen. Ist man nicht "böswillig", dann kann man den nachfolgenden Satz
Zitat
Das ist der Standpunkt des Grünen NRW-Landtagsabgeordneten Reiner Priggen:
rückbeziehen auf den vorher genannten Satz. Da dort aber ein Doppelpunkt steht, werte ich den Satz, dass es sich bei Heizpilzen um eine Provokation in der Klimadiskussion handle, auch als persönliche Autorenwertung, die normalerweise unterlassen werden soll, handelt es sich doch um einen Bericht, wo nur reine Infos, aber keine Wertungen gefragt sind!