Warum unser Geldsystem nicht funktionieren kann?
Das ist ganz einfach:
Ich gebe jemandem 100 Taler und verlange 100 Taler + 5 Taler Leihgebühr zurück. Bloß: Woher kommen diese 5 Taler? Da der Kreditnehmer keine Taler selber herstellen kann/darf muss er ein kluger Geschäftsmann sein und irgendwie versuchen 105 zurückzuverdienen. Dann hat aber irgendjemand anderes wieder 5 Taler zu wenig. :wink:
Weitere Auswüchse beleuchtet der folgenden 7 bzw. 8 teilige Film. Er stellt die Systemfrage. Die wahre Systemfrage, die Gysi, Schröder, Lafontaine, Marx, Hitler, Stoiber, Merkel niemals gestellt haben und auch nie stellen werden.
Teil 1 [http://de.youtube.com/watch?v=xcbiBSarpu0]
Teil 2 [http://de.youtube.com/watch?v=aYXlLkBbx2Q]
Teil 3 [http://de.youtube.com/watch?v=A6RL9EOboCM]
Teil 4 [http://de.youtube.com/watch?v=Q4HtgSR0Rv8]
Teil 5 [http://de.youtube.com/watch?v=Jod8D_ih2Qk]
Teil 6 [http://de.youtube.com/watch?v=HOPIW_9NH10]
Teil 7 [http://de.youtube.com/watch?v=gzy6C9XZND8]
Teil 8 (Interview) [http://de.youtube.com/watch?v=2V2dgxGsSN4]
Wirklich sehr sehenswert und natürlich
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flying Horst
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#1 31.10.2008 14:59 Uhr
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#2 31.10.2008 16:22 Uhr
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Ich könnte doch die 5 Taler Leihgebühr zuvor mit meiner Arbeit verdient haben! Wer hat dann bitteschön 5 Taler zu wenig? Mein Arbeitgeber :wink:
Oder anders: Ich gehe zum Friseur. Der Friseur schneidet mir die Haare und verlangt 5 Taler dafür. Bloß: Woher kommen diese 5 Taler? Da ich keine Taler selber herstellen kann/darf muss ich vorab irgendwie versuchen 5 Taler zu verdienen. Dann hat aber irgendjemand anderes wieder 5 Taler zu wenig, nämlich der, für den ich gearbeitet habe. Wo ist hier nun der Betrug, bzw. warum soll solch ein System nicht funktionieren? Und nun überleg dir mal, dass Zinsen nichts anders sind als der Preis fürs Geld. Beides, der Geldverleih und das Haare schneiden ist eine Dienstleistung, die bezahlt werden muss. Schließlich gibt’s auch einen Mietzins. Ist der auch böse, muss der auch abgeschafft werden? Das wird den Vermietern aber gar nicht gefallen. Daß (Kredit-)Geld aus dem Nichts geschaffen wird, ist ein anderes Problem. Der "natürliche" Zins ist deswegen noch lange nicht böse. Das Problem mit der Zinshöhe bei den Zentralbanken ist, dass diese von der Politik bestimmt wird. Die Zinshöhe (der Preis des Geldes) müsste sich eigentlich besser auf einem freien Markt bilden. Der Zins selbst ist jedenfalls nicht Ursache der Kreditkrise, wie es diese antikapitalistische Propaganda vorgibt. Vielmehr die Höhe der Zinsen und die Ausweitung der Geldmenge haben diese Inflationskrise verursacht. Schuld ist die Geldpolitik, die Politik des billigen Geldes, das Geldmonopol der Regierungen. Und noch was: Hinter dem Verantwortlichen dieses Films steckt jemand, dem Verbindungen zu Scientology nachgesagt werden. Aber das ist eher nebensächlich finde ich. Ist ja erstmal unbedeutend, von wem der Film stammt und wer diesen für seine Propaganda nutzt. Wir haben schließlich Meinungsfreiheit. Aber der Inhalt ist teilweise wirklich mit Vorsicht zu geniessen. Wenn Zinsen schlecht sind, dann leihst du mir doch sicher dein sauer Erspartes auch gerne zinsfrei oder etwa nicht? :wink: |
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#3 31.10.2008 18:50 Uhr
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Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel. So einfach.
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#4 01.11.2008 14:58 Uhr
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Die Einladung zum Essen kann man aber auch als Zinszahlung betrachten. Egal ob selbst gekocht wird oder in ein Restaurant eingeladen wird. Beides kostet Geld, was erstmal erwirtschaftet werden muss. Der einzige, und ich meine das ist der gravierendste Unterschied, ist der, dass in diesem Fall auf beiden Seiten das Kapital dafür vorhanden ist. In der Kreditwirtschaft spielt aber das sog. Buchgeld eine entscheidende Rolle. Dort wird Geld verliehen, das eigentlich nicht vorhanden ist. Kann da nur einer in der Kette nicht mehr zahlen, kracht das gesamte Gebäude zusammen. Das erleben wir ja z. Zt. hautnah. Dort müsste ein neuer Mechanismus her der das verhindert kann. Aber welcher? |
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flying Horst
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#5 01.11.2008 15:33 Uhr
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Tätääääääää. Genau das mein ich doch ![]()
1.) Multiple Geldschöpfung abschaffen. Zockereien auf Grund von "nur jeder zehnte holt sich sein Geld ab, also verleihe ich ein Vielfaches" sind verboten. Wenn jemand zocken will, soll er ins Casino gehen. Das Casino ist fair und alle haben die gleichen Chancen und die Spielregeln sind klar. 2.) Zinsbildung auf dem Markt?! |
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#6 02.11.2008 13:31 Uhr
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Vielleicht könnte folgendes PDF zum Thema Zinskritik interessant sein:
http://www.wertewirtschaft.org/analysen/Freiwirtschaft.pdf Siehe ab Seite 28 das Thema "Zinstheorie: Vom Ende der Zinsknechtschaft".
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flying Horst
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#7 02.11.2008 14:02 Uhr
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| Gast |
Das werde ich mir mal zu Gemüte führen. Danke fürs posten.
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#8 03.11.2008 19:12 Uhr
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Wo liegt also der Haken bei dem 100€ / 105€ Dilemma dieses Videos ?
Smalltalk |
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flying Horst
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#9 03.11.2008 20:37 Uhr
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| Gast |
Der Haken könnte da drin liegen, dass der Zins selbst schlecht geredet wird. Aber wenn man das mal ausblendet, kritisiert er genau so wie einige hier im Forum das Geldmonopol.
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#10 11.11.2008 19:40 Uhr
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Beiträge: 31
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Stimmt das also, dass die Staaten bei der Weltbank verschuldet sind ?
Wie in den Fabian Filmchen ? Ich mache mir die Mühe dieser Behauptung auf den Grund zu gehen. Die 10.500 Mrd $ Staatsschuld der USA ist gemäss Budget2009 ja zu 4.500 "held by Government accounts" und 6.000 Mrd $ "held by the public" Siehe aktuelles US-Budget 2008/2009. Auf einer Site der FED San Francisco http://www.frbsf.org/education/activities/drecon/answerxml.cfm?selectedurl=/2005/0507.html habe ich eine weitere Aufteilung der US-Debts gefunden. Ich gehe davon aus dass der Trend von 1995-2005 sich auch bis 2008 fortsetzen lässt. Nun verstehe ich eine Aussage, dass die Zinsen bezüglich der "Debt - held by government" die Staatsschuld nicht vergrössern, da ja der Zinsempfänger wiederum eine Staatliche Institution ist. Also betrachten wir die restlichen 6.000 Mrd $ des Public Debt Hier ist nun die Auslandsverschuldung auf ca 50% oder bereits mehr angestiegen. Ganz oben stehen Japan 31%, China 15%, Taiwan 3% und S-Korea 3% mit mehr als 50% also ca 3.000 Mrd $ UK 9%, OPEC 5% und Karibik 3% zusammen ergeben ca 17% Und der ganze Rest von ca 31 % teilen sich die anderen westlichen Staaten und internationale Unternehmen. Den weiteren Brocken von 3.000 Mrd $ sind die privaten Inlandsschulden, bei Unternehmen, Fonds, Banken, Versicherungen und insbesondere bei den Bundesstaaten und Counties und Cities. Also wo bitte sind da die Weltbank, der IWF, die FED oder auch die Geschäftsbanken involviert ? Bitte kann mir ein VWL Spezialist hier einen Lösungsvorschlag machen, wie eine weltweite Entschuldung in den nächsten 30 Jahren funktionieren kann ? Mein Denkansatz beginnt mit Freiwirtschaft (Reform der Wirtschaftsgrundlagen), Freigeld (Vollgeld und Finanzreform), Freiland (Bodenreform) Und so schmerzlich das auch klingen mag, es wird nicht ohne Einschneidende Umverteilung des derzeitigen Kapitals und des Eigentums an den Produktionsstääten von den Superreichen zur breiten Masse funktionieren können. Und in diesem Zusammenhang erinnere ich mich als Christ an einen Mechanismus im Alten Testament der Jubeljahr genannt wird. Den Mechanismus habe ich nie verstanden. Aber ich denke es war ein Ansatz, dass alle 50 Jahre eine Umverteilung stattzufinden hat. Ich denke nun dass damit eine Umverteilung von Kapital und Grundbesitz gemeint ist, jedoch nicht eine Kommunistische Umverteilung in Form einer Enteignung der Produktionsanlagen und schon gar nicht die Abschaffung des Privateigentums ! Die Wirtschaftskapitäne und gut gebildeten Personen werden auch nach einer Kapitalumverteilung noch gute Gehälter kassieren und gut leben können. Bemerkung: Die VWL Effekte des Jubeljahrs scheinen mir im Angesicht der alle 50 Jahre wiederkehrenden Gefahren einer Wirtschaftskrise so interessant zu sein, dass ich dafür in VWL Grundlagen einen eigenen Thread eröffnen möchte. mfg SMALLTALK |
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#11 17.01.2009 16:05 Uhr
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Das passt schon so mit Fabian. Ich erkläre es euch mal:
Wir leben, auch wenn es viele nicht wissen, in einem Kreditgeldsystem (offizieller Begriff). Das heisst, abgesehen von den 1.8Mrd DM Startkapital die 1948 jeder in Form von 40DM erhalten hat (und die jetzt einen witzlosen Anteil darstellen), entstammt ALLES Geld auf dem Markt einem Kredit. Das könnt ihr gerne bei deiner Bank oder bei der Zentralbank nachfragen, die besätigen das. Es bekommt niemand Geld ohne Kredit, auch Banken selber müssen und mussten einen Kredit bei der Zentralbank beantragen, wenn sie Geld benötigen. Und der Staat? Richtig, auch der bezahlt Zinsen für seine Liquidität, egal ob es im Sinne der Geldmengensteuerung sinnvoll ist oder nicht. Und woher werden die Zinsen für all diese Kredite aufgebracht? Die vom Staat, vom Bürger, von den Firmen...? Genau, mit neuen Krediten, die jemand anderes wohl oder übel aufnehmen muss. Denn in einem Kreditgeldsystem gibt es nunmal nichts, ausser Kreditgeld. Wo das ganze hinführt...nunja..jeder kann es sich selbst erdenken :-) Glaubt ihr nicht? Doch es ist so. Die existierende Geldmenge entspricht dem Grad, wie andere sich verschuldet haben. ![]() Würden alle Ihre Kredite zurückbezahlen können (was aber aufgrund des Systems garnicht geht..), gäbe es kein Geld mehr. Daher ja auch der ständige Zwang nach immer mehr Wirtschaftswachstum. Denn die Zinsforderungen fressen einen immer grösseren Teil des verteilbaren Wohlstands auf, wenn man die Wirtschaft gegenüber nicht genauso wachsen lässt..was aber auf Dauer unmöglich ist. |
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#12 17.01.2009 16:25 Uhr
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Falsch. Das DM Startkapital ist durch die Verpfändung der Anleihen des Deutschen Reiches "entstanden". Es ist also auch Kredit. Diese Fabiangeschichte sagt viel Richtiges, aber es ist darunter teilweise sehr gefährliches Halbwissen. Dort wird ein bedrohliches Bild unseres Geldsystems dargestellt, das man nicht einfach so stehen lassen kann. Wenn man sich von Heinsohn-Steiger "Eigentumsökonomik" (siehe Amazon) durchgelesen hat, erscheint einem der ganze Prozess in einem deutlich neutralerem Licht, um nur ein gutes Werk über unser Kreditgeldsystem zu nennen. Alternativ seien einschlägige Fachbücher für angehende Bankazubis zu nennen. Bei Fabian muss man sich immer fragen: Cui bono? Freigeldfreaks? Alternative? Weltverbesserer oder doch gescheiterte Persönlichkeiten? NEUTRAL ist das Video jedenfalls nicht. Hier mal noch paar Fehler: - Nicht die Goldschmiede waren diejenigen, die "Geld" erfanden. Nein: Geld entsteht, wo Jemand seine Kreditschuld zessionsfähig macht. Also wirds wohl irgendwann vor seeeeehr vielen Jahren gewesen sein, als Person A auf seinem Acker ein Jahr zu wenig Weizen ernten konnte und sich von Jemanden Weizen lieh und somit einen Kredit aufnehm (NICHT Nachbarschaftshilfe, sondern RICHTIGER Kredit, das ist ein Unterschied!), der hier "noch" auf Weizen (hier als Geld) lief und "gesichert" war durch sein Grundstück, dass zwar noch sein Besitz war, aber durch den Kredit sein Eigentum belastete, denn er musste ja im nächsten Jahr seine Schulden abtragen und tilgen, ansonsten wäre aus der Belastung schnell Vollstreckung geworden. Durch die Entstehung und Herausbildung von Rechtsordnungen, wahrscheinlich zu verschiedenen Zeiten in den antiken Reichen, spielte das sich natürlich auf einem höheren Niveau ab und man begann, die Kredite der Person A (als Beispiel) weiterzuverkaufen bzw. weiterzureichen: Die Forderungen werden zessionsfähig ==> Es entsteht Geld. Geld = Kredit. Da hat Fabian recht. Aber es waren nicht die gierigen Goldschmiede. Ich empfehle deshalb zu sagen Geld = Forderung, die zessionsfähig ist. - Bei Fabian wird die Zentralbank als Achse des Bösen dargestellt. Die Zentralbank an sich ist aber nur harmlos. Nichtmal die private FED hat wirklich Macht, die Politik hat es. Die FED kann nur Geld erzeugen, wenn ihr Sicherheiten gegeben werden, aus deren Belastung das Geld "entsteht". Die Qualität der Sicherheiten sinkt natürlich stetig, weil da gewisse....Interessengruppen...mitmischen. Aber daran ist nicht die Zentralbank ALS INSTITUTION schuld, sondern die Menschen, die auf die eigentlich neutrale Institution schädlichen Einfluß nehmen. Die Alternative wären mehrere Zentralbänkchen oder gar keine...naja, dazu empfehle ich nachzulesen, wieviele Zentralbankpleiten es in Deutschland vor 1871 gab - erst die große, zentrale Zentralbank sorgte für Stabilität. - Die Schlussfolgerungen von Fabian, als die Frau im Wind am Fluß steht und rumpalavert. Ähm, naja. Seit Jahrtausenden gibt es dieses Kreditgeldsystem. Es ist fehlerbehaftet, es wird immer wieder ausgenutzt und Korruption ist überall. Aber: Das wäre in jedem System und was noch wichtiger ist: Wieso sollten gerade die Leute hinter Fabian die Weißheit gefressen haben? Fazit: Fabian ist gut als Einstieg in unser Kreditgeldsystem, aber auch nicht mehr. |
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#13 17.01.2009 16:35 Uhr
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Nachtrag
@Jokers Grafik: Korrekt. Auch die Folgerung. Der Zwang ist da mit allen schrecklichen Nebenwirkungen, aber dazu ein paar Gedankenanstöße: - Wie schafft es Großbritannien, vom Armenhaus Europas zu einer Weltmacht zu werden? - Wie schafft es Preußen, nach der Niederlage gegen Napoleon ein paar Jahrzehnte später eine gigantische Großmacht im Herzen Europas zu werden? - Wie schafft es das kleine Holland, ein geschichtliches Großmachtintermezzo zu haben? - Wie schafft es das kaiserliche Österreich, den Anschluss an die anderen Großmächte trotz rückständiger Struktur um 1830 bis 1914 zumindest halbwegs zu wahren? - Wie schafft es die BRD nach dem Krieg ein Wirtschaftswunder zu produzieren? Und dazu im Gegensatz: - Warum scheiterte die Sowjetunion? - Warum scheiterte Polen-Litauen als Großmacht? - Warum war Hitlers Deutschland auf Dauer wirtschaftlich im Niedergang? - Weswegen erlebte das Osmanische Reich einen relativen, wirtschaftlichen Niedergang (im Kernland)? |
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#14 17.01.2009 16:49 Uhr
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Interessant, wusste ich garnicht.
Es ist meiner Meinung nach schon Bedrohlich und das Bild wird nicht umsonst gezeichnet. Denn wenn alles Geld Kredit ist, dann gibt es automatisch immer mehr Schulden im System. Und welche Auswirkungen ein immer riesiger werdender Schuldenberg hat, das weiss jeder selbst. Denn die Schulden im System wachsen exponentiell und den Leuten sowie dem Staat wird dadurch die Kehle immer weiter zugeschnürt - auf Kosten einer reichen Elite. Denn durch den Zins wird das Geld von unten nach oben immer weiter umverteilt. Mittlerweile besitzen 10% der Menschen 90% des Kapitals (korregiert mich wenn ich mich irre, aber so stand es letztens glaube noch im Stern oder einer anderen grösseren Zeitung). Die Problematik kann man sich auch ganz gut am Josephspfenning klar machen: Ein Pfennig im Jahr 0 angelegt und zu 5% verzinst, gibt bis heute mit Zins und Zinseszins eine Summe von 134 Millarden Erden aus purem Gold!
Was die beste Alternative ist, ist schwer zu sagen. Regional haben Freigeldsysteme gut funktioniert. Auch das amerikanische colonial scrip war ein Freigeldsystem - und es funktionierte blendend. Aber ich kann und will da kein abschliessendes Urteil bilden, wie es in der heutigen Zeit wäre. Dafür haben wir genug Experten - die aber leider Alternativen ausblenden. Meiner Meinung nach dürften Zentralbanken nicht unter privater Aufsicht stehen. Es muss (wie es auch einige Volkswirte fordern) eine Art vierte Gewalt geben, die die Geldsteuerung verwaltet. Man könnte mit wohldosierten zinsfreien Krediten/Geldern für den Staat anfangen. Solche die uns allen zu Gute kommen würden, aber die die privaten Banken niemals rausgeben würden, da es für sie profitverlust bedeutet. |
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#15 17.01.2009 17:16 Uhr
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Nein, Geld ohne Zins ist nicht vorstellbar.
Geld ohne Sicherheiten erst recht nicht. Siehe hierzu die Ostmark und den sowjetischen Rubel: Kein Zins, keine Sicherheit. Wertlos. Dass 10% alles besitzen liegt an der schlichten Tatsache, dass diese sich nicht mit Geld abspeißen lassen und in ihrer "persönlichen Bilanz" einkommensgenerierende Aktivposten haben (Beteiligungen an Firmen), im Gegensatz zur breiten Masse, die sich einkommensverzehrende Posten mit hohem FK-Anteil andrehen lässt (Haus mit Bausparkredit), um es leicht übertrieben auf den Punkt zu bringen. ![]() Korruption etc. lassen wir mal aus, die gibt es so oder so.^^ Freigeld kann nicht funktionieren, denn dem Freigeld wohnt ein Zwang inne. Zwang werden die Menschen immer versuchen zu umgehen. Das Kreditgeldsystem zwingt dich zu nichts, du machst freiwillig in der Sache mit: - Niemand zwingt dich, ein Haus auf Kredit zu kaufen - Niemand zwingt dich, den Fernseher auf Raten zu zahlen Freigeld zwingt dich aber, dein Geld auszugeben, wenn es nicht wertlos werden soll. Dem entfliehen die Menschen: Freigeld bedeutet Hochkonjunktur für Silber, Gold und andere, nicht manipulierbare Werte. Die Ausnahme von regionalen Freaks bestätigt da nur die Regel. ![]() @Josephspfennig und ewiges Aufschulden: Schulden sind das Gegenstück zu Guthaben. Schulden wachsen nur, wenn es einen Nachschuldner gibt. Gibt es keinen, weil sich z.B. momentan in der wirtschaftlichen Lage Niemand einen BMW mehr auf Kredit kauft, dann fällt die Forderung aus und wird vernichtet. Entweder durch Deflation (Ausbuchung) oder Inflation (also "Verwässerung der Schuld" .Das ach so schöne, angehortete Zinseszinsvermögen würde also einer Kettenreaktion in sich zusammenfallen. Willkommen im Weimar, 1929. Bezeichnenderweise trifft das die oberen 10% am Wenigsten. Die haben gar kein Zinseszinsvermögen. Die haben schlicht und ergreifend Produktivkapital. Merke: "Wer Beteiligungen hat, hat auch Geld. Wer nur Geld hat, hat nur Papier" |
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#16 17.01.2009 17:54 Uhr
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Naja, man könnte es auf dem Konto belassen, das es verliehen werden kann. Dann würde es ja nicht an Wert verliren. Die Frage ist bloß, wie man sowas international regeln könnte, denn sonst würden die Vermögenden ihr Geld sicher ins Ausland schaffen. Nunja, ich finde man sollte sich zumindest mal mit Alternativen auseinandersetzen, auch öffentlich! Denn ich habe keine Lust auf einen neuen Heilsbringer mit Oberlippenbart und auf die darauffolgenden Steckrübenwinter...Und der wird, in welcher Form auch immer, mit Sicherheit kommen für die meisten. |
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#17 17.01.2009 18:27 Uhr
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"Regeln" = Verbot. Was wäre also gewonnen, im Vergleich zu jetzt? |
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#18 17.01.2009 18:35 Uhr
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Naja Verbote gibts ja schon genug, ein paar mehr können nicht schaden ;-) Ich behaupte mal, wenn alle Industriestaaten ein Freigeldsystem einführen würden, dann würde das schon funktionieren. Warum auch nicht? Man müsste dem Bürger nur klarmachen, das er davon profitiert. Denn da auf den aktuellen Preisen ja so oder so fast 40% Zins liegen, würde er profitieren, denn das kann er ja nie wieder reinholen durch seine paar Spaarbuch-Prozente. Wie es mit dem Gold ist, müsste man sich überlegen. Da es eine sehr begrenzte Menge an Gold gibt, könnte so oder so nur eine begrenzte Menge Menschen darein "fliehen". Oder man würde es verbieten. Aber was tun sollte man. Denn wenn man sich überlegt, das alleine auf den Produkten 40% Zins liegen. Ich arbeite 40% meiner Zeit für die Elite. Ich könnte einen 4-5 Stunden Tag haben, wäre der Zins nicht. Oder 40% mehr Geld. Von den anderen Auswirkungen durch wachsende Staatsverschuldung deren Wind wir ja auch direkt ins Gesicht geblasen bekommen mal abgesehen. Gedanken die mir nicht gefallen ![]() |
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#19 17.01.2009 19:18 Uhr
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Was für ein Blödsinn.
Wenn es nicht die "Zinspeitsche" gäbe, würden wir noch im Mittelalter sein. Ohne Zins kein "Druck" zum Wachstum, ohne Druck zum Wachstum viel weniger Fortschritt. Mittelalter, willkommen. Ich erinnere nochmal dran: Warum ist wohl GB aufgestiegen? Holland? Und die Anderen? |
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#20 17.01.2009 19:30 Uhr
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http://en.wikipedia.org/wiki/Colonial_scrip Es hat auch ohne wunderbar funktioniert. Und das war auch kein kleines Regionalgebiet. Das war praktisch ganz Amerika. Es funktioniere sogar so gut, das die Engländer es verboten haben. Wachstums- und Weiterentwicklungsdruck entseht so oder so, alleine durch Konkurrenzdruck. Man schaue sich alleine mal die CPU-Entwicklung an. Intel ist soweit ich weiss überhaupt nicht verschuldet, entwickelt aber auf Teufel komm raus neue CPUs, weil AMD sonst aufholen/überholen würde und ihnen den Markt streitig machen würden. Wie gesagt, ich sage nicht ansatzweise das ich die Weisheit mit Löffeln gefressen habe. Das hat keiner. Aber man kann doch wohl sagen, das es inakzeptabel ist, das alle X Jahre ein riesen Crash kommt, meist noch mit einem dicken Krieg als "Sahnehäubchen". Und den ganzen Mist hat dann noch die Bevölkerung auszubaden. Und all die Jahre vorher dürfen sie auch schon mit den system-immananten Problemen leben, von denen wieder nur eine bestimmte Schicht profitiert. |
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#21 24.01.2009 19:08 Uhr
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Sagen wir so:
Müßig darüber zu diskutieren, wenn sonst Niemand mitreden will, das ist ja langweilig. ![]() @colonial scrip: Grad durchgelesen. Das Geld wurde "gratis" geschaffen, aha. Schön, ja und? An dem Punkt, als es TATSÄCHLICH in die Hände der Bürger kam, wurde darauf Zins verlangt. Wo ist also der Unterschied zu jetzt? Dass es erst beim Bürger zinsbehaftet wird? Nicht sehr wahnsinnig freiwirtschaftlich. ![]() @Engländer verbieten: Selbstverständlich, den Währung ist Macht. @Intel/AMD: Ein einzelnes Wirtschaftssubjekt kann durchaus unverschuldet sein, aber gesamtwirtschaftlich geht das niemals für alle gleichzeitig, that is the point! Klar, auch Sozialimus kann Fortschritt bringen. Allerdings auf einem viel niedrigerem Niveau. |
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#22 13.02.2009 16:21 Uhr
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