Ab ins Ausland?! Wichtige Infos zu einem Auslandsstudium/ Auslandssemester

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Internationale Luft schnuppern, das wollen viele Studenten. Rund 30.000 von ihnen machen diesen Wunsch auch wahr und verbringen ein paar Monate, ein ganzes oder mehrere Semester in einem anderen Land. Aber muss ich das unbedingt, um Karrierechancen zu haben? Und was sollte ich zur Planung wissen? Unser super ausführlicher Artikel verrät es dir.

[x] Muss ich unbedingt ins Ausland? Vor- und Nachteile eines Auslandssemesters
[x] Planung eines Auslandssemesters
Finanzierung & Hochschulsuche
Alternativen zu einem ganzen Semester
[x] Finanzierung des Auslandssemesters
[x] Geld verdienen während des Auslandsstudiums


Muss ich unbedingt ins Ausland? Vor- und Nachteile eines Auslandssemesters

Welche Art von AuslandszeitWer hat nicht schon mal davon geträumt, den grauen Hörsaal gegen Sonne und Lerngruppen am Strand oder ein Studium in einer Weltmetropole einzutauschen? Die meisten Studenten haben sich an dem einen oder anderen Punkt ihres Studiums bereits einmal Gedanken um einen Auslandsaufenthalt gemacht, und mittlerweile verbringt ca. jeder Vierte ein oder zwei Semester im Ausland oder macht dort sogar seinen Abschluss. Die Art und Weise, wie die Auslandserfahrung in vielen Medien dargestellt wird, erweckt schnell den Eindruck, dass man heutzutage ohne kaum noch Karriere machen kann. Aber ist das die Realität?

Ohne Frage bietet ein Auslandssemester viele Vorteile, die wir Ihnen gleich noch im Einzelnen vorstellen werden. Dennoch hat es sicherlich nicht für alle Studierende die gleiche Relevanz. Für jemand, der später mal in der Touristikbranche oder der internationalen Abteilung eines Unternehmens arbeiten möchte, ist ein gewisses Maß an Auslandserfahrung ein Muss und wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Strebt jemand aber eine Karriere als Buchhalter oder Statistiker an, so kann man diese Karriereleitern mit Sicherheit auch ohne Verweis auf ein Auslandssemester erklimmen.

Generell gilt: Personaler schätzen bei potentiellen Angestellten Qualitäten wie Selbstständigkeit, Offenheit und Flexibilität; all das sind Eigenschaften, die zweifelsohne mit einem Auslandsaufenthalt assoziiert werden. Allerdings ist dies nicht der einzige Weg, um diese zu erwerben. Auch ein Job neben dem Studium, Praktika oder ehrenamtliche Tätigkeiten können helfen, diese Fähigkeiten auszubauen, und lassen sich im Lebenslauf ebenso gut präsentieren wie ein Auslandsaufenthalt.

Allerdings sollte man bedenken, dass besonders die BWL ein Fachbereich ist, in welchem Internationalisierung und Globalisierung von besonders hervorstechender Bedeutung sind. Unternehmen jeglicher Art und Größe orientieren sich immer stärker international und schätze es deswegen, wenn ihre Mitarbeiter Erfahrung in diesem Bereich vorweisen können. Ob und wie wichtig Auslandserfahrung letztendlich beim Bewerbungsverfahren ist, hängt also von dem jeweiligen Arbeitgeber ab. Generell lässt sich aber eins sagen: ein Auslandsaufenthalt wird einem niemals zum Nachteil gereichen, denn mit interkultureller Erfahrung im Lebenslauf macht man garantiert nichts falsch. Auch die folgenden Gründe machen deutlich, was man mit einem Auslandssemester alles gewinnen kann.

Einer der wohl offensichtlichsten Vorteile eines Auslandsaufenthalts sind die verbesserten Sprachkenntnisse, die man anschließend mit nach Hause bringt. Denn: nirgendwo lernt man eine Sprache so gut wie da, wo sie jeden Tag und in jeder Situation gesprochen werden muss. Neben deinem fachlichen wird so ganz nebenbei auch Ihr umgangssprachlicher Wortschatz wachsen, so dass Sie schon in relativer kurzer Zeit Kenntnisse erwerben, mit denen kein Sprachkurs mithalten kann.



Was sagen eigentlich Studenten, die im Ausland waren, über ihre Zeit? Das Video zeigt es:



Neben all diesen positiven Aspekten hat ein Auslandssemester natürlich auch ein paar Nachteile. Vor allem sollte man die Kosten, die damit einhergehen, nicht unterschätzen. Neben den Studiengebühren fallen Reise- und Lebenserhaltungskosten an, die je nach Studienort deutlich höher als in Deutschland sein können. Aber natürlich auch deutlich niedriger. Auch kann ein Auslandssemester dazu führen, dass sich die Studiendauer insgesamt verlängert, oder dass besuchte Kurse der Gastuniversität so erheblich von deutschen Standards abweichen, dass diese später nicht angerechnet werden. Der Chef des DAAD hält diese Argumente übrigens alle nur für Ausreden, wie er im Interview mit der ZEIT sagt. Und irgendwie hat er Recht: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Es gibt nämlich vielfältige finanzielle Unterstützung, siehe nächster Abschnitt.


Planung eines Auslandssemesters

Bevor man sich auf und davon macht, gibt es viele Fragen, die im Vorfeld beantwortet werden wollen. Wichtige Details, um die man sich frühzeitig kümmern sollte, sind zum Beispiel

  • Mögliche Anmeldefristen des Gastinstituts
  • Die spätere Anrechnung der an der Gastuniversität erbrachten Leistungen
  • Die eventuelle Notwendigkeit, Sprachkenntnisse mit einem Zertifikat nachzuweisen
  • Die Höhe der Studiengebühren und der Lebenserhaltungskosten vor Ort

Glücklicherweise gibt es verschiedene Organisationen und Anlaufstellen, an die man sich für die notwendigen Informationen wenden kann und die umfassende Unterstützung bei der Planung und Organisation bieten.

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Der DAAD ist die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. Das Angebot des Vereins reicht von der Förderung des Auslandsjahrs über Praktika bis hin zum Promotionsstudium. Er ist in der Regel die erste Anlaufstelle der Universitätsangestellten und Studenten, die sich für einen Auslandsaufenthalt interessieren. Das wohl bekannteste Programm, welches über den DAAD koordiniert wird, ist das ERASMUS-Austauschprogramm. Studenten, die in dieses Programm aufgenommen werden, erhalten zur Finanzierung ihres Aufenthalts Fördergelder von bis zu 300 Euro monatlich und müssen keine Studiengebühren bezahlen. Studienleistungen, die innerhalb des ERASMUS-Programms geleistet werden, werden in der Regel problemlos anerkannt.

Auf der Homepage des DAAD finden sich alle Detailinformationen zum Thema ERASMUS sowie große Datenbanken, in denen man viele weitere hilfreiche Informationen zu Themen wie Bewerbungen, Vorbereitungen sowie dem Land deiner Wahl findet.

Studienplatzvermittlung


Weitere Videos zum Thema findest du bei EF Englishtown.

Neben dem DAAD gibt es auch zahlreiche private Einrichtungen und Institutionen, die Beratung und Unterstützung beim Bewerbungsvorgang anbieten. Hier bekommt man eine Übersicht über die zahlreiche Universitäten und Länder, die für einen Auslandsaufenthalt in Frage kommen. Ein bekannter und seriöser Vermittlungsdienste ist zum Beispiel College Contact.

Eine andere Möglichkeit ist es, sich selbstständig an seine Traumhochschule zu bewerben. Hier gibt es allerdings einige wichtige Faktoren, die man auf jeden Fall berücksichtigen muss. Es gibt viele Hochschulen, die nicht zwischen internationalen Semesterbewerbern und Bewerbern für ein vollständiges Bachelor- oder Masterstudium unterscheiden. Durch die direkte Konkurrenz zu den einheimischen Bewerbern sind die Chancen, hier einen Studienplatz zu bekommen, eher gering. Das gilt besonders für namenhafte und renommierte Einrichtungen. Häufig entscheidet auch die Hochschule über die konkrete Einstufung in ein Semester und einen Studiengang, was bewirkt, dass viele Studenten lediglich die Kurse besuchen können, die der jeweiligen Hochschule momentan am besten in den Studienverlaufsplan passen. Dadurch gestaltet sich die spätere Anrechnung an der heimischen Hochschule aber häufig als schwierig, da die Kurse in der Regel nicht denen entsprechen, die die Studenten im gleichen Zeitraum in Deutschland belegt hätten.

Aus diesem Grund ist es sinnvoller, sich direkt an Universitäten zu bewerben, die Semesterprogramme speziell für internationale Studenten anbieten. Diese werden oft „Study Abroad“ oder „Semester at…“ genannt und beinhalten viele Vorteile wie zum Beispiel ein unkompliziertes Bewerbungsverfahren und kürzere Bewerbungsfristen. Hier können die Programmteilnehmer ihre Kurse ohne Einschränkungen fachbereichs- und semesterübergreifend aus dem jeweiligen Kursangebot der Universität wählen und sich dabei auf ihre Interessen und Vorkenntnisse konzentrieren. Auf diese Weise ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich größer, dass sich die im Ausland belegten Kurse im Anschluss auf das Studium in Deutschland anrechnen lassen. In jedem Fall sollte diese Frage aber bereits im Vorfeld mit dem heimischen Fachbereich und dem zuständigen Prüfungsamt geklärt werden. Darüber hinaus sind durch die eventuelle Anrechenbarkeit der Kurse auch die Grundvoraussetzungen für eine Förderung im Rahmen des Auslands-BAföG gegeben. Checklisten zum Auslandsstudium helfen dir bei der Vorbereitung.


Alternativen zu einem ganzen Semester

Wem ein ganzes Jahr oder ein Semester zu lang sein sollte, der hat im Übrigen auch die Möglichkeit, einen verkürzten Auslandsaufenthalt zu absolvieren. Die sogenannten Summer Sessions bieten hier eine Alternative zum klassischen Auslandssemester oder Praktikum. Sie werden von zahlreichen englischen, kanadischen, australischen und vor allem US-amerikanischen Universitäten angeboten und finden in der Regel im Sommer zwischen Mai und September statt. Dabei handelt es sich um komprimierte Semester mit einer Länge von meist fünf oder sechs Wochen, in deren Rahmen normalerweise zwei bis höchstens drei Kurse belegt werden. Die angebotenen Kurse sind dabei kein spezielles Angebot für internationale Studierende, sondern eine Auswahl aus dem regulären Kursangebot der Universität, das im Vergleich zu Deutschland häufig recht umfangreich sein kann. Durch die kurze Dauer ist die Anzahl der Wochenstunden sehr hoch. Internationale Kursteilnehmer können die hier erworbenen „Credits“ nach Absprache mit Fachbereichen und zuständigen Prüfungsämtern der heimischen Universität meistens anrechnen lassen.


Finanzierung des Auslandssemesters

Wie bereits angesprochen, geht ein Auslandssemester natürlich immer mit einigen Kosten einher. Nicht alle Studierenden haben die finanziellen Kapazitäten, ihren Aufenthalt durch ihre Ersparnisse oder andere private Quellen zu finanzieren. Das heißt allerdings nicht, dass man deshalb auf eine Auslandserfahrung verzichten muss, denn es gibt neben dem oben aufgeführtem ERASMUS-Programm noch zahlreiche alternative Möglichkeiten der Studienfinanzierung, welche wir Ihnen im Folgenden vorstellen möchten.

Genau wie beim regulären Inlands- BAföG hat diese Finanzierungsart den Vorteil, dass eine Hälfte des Darlehens einen Zuschuss darstellt und dementsprechend nicht zurückgezahlt werden muss. Die andere Hälfte besteht aus einem zinslosen Staatskredit; die Gesamtfördermenge beträgt maximal 4600 Euro. Je nach Studienort gibt es allerdings Unterschiede bezüglich des Förderungszeitraums. Während Studenten, die innerhalb der EU studieren, ihr komplettes Studium über das Auslands-BAföG finanzieren können, ist die Förderdauer für ein Studium außerhalb der EU auf einen Zeitraum von ein bis zweieinhalb Jahre beschränkt.

Übrigens: Da ein Auslandsstudium in der Regel deutlich teurer ist als ein Studium in Deutschland, qualifizieren sich oft auch die Studierenden für ein Auslands-BAföG, die keinen Anspruch auf ein Inlands-BAföG haben. Alle weiteren Informationen zum Bewerbungsprozess und zur konkreten Nutzung des BAföGs finden Sie unter www.auslandsbafoeg.de.


Geld verdienen während des Auslandssemesters

Wer sich nicht auf das Auslands BAföG, Kredite oder Stipendien stützen möchte, aber dennoch Geld zur Finanzierung seines Auslandsaufenthalts benötigt, für den gibt es natürlich noch eine weitere Möglichkeit: den Auslandsaufenthalt mit Studentenjobs im Gastland selbst zu finanzieren. Hinzu kommt, dass ein Job im Ausland als Referenzen für spätere Bewerbungen genutzt werden kann. Doch was muss man als arbeitswilliger Student im Ausland alles beachten, bevor man sich an die Arbeit machen kann?

Als erster gilt es, sich um den rechtlichen Rahmen zu kümmern. Verbringt man sein Auslandssemester innerhalb der europäischen Union, wird man hier kaum auf Schwierigkeiten stoßen. Innerhalb Europa herrschen weitgehend einheitliche Regelungen des europäischen Gemeinschaftsrechts über die Vorgehensweise für das Arbeiten von Studenten im europäischen Ausland, welche nur vereinzelt durch einige nationale Bestimmungen ergänzt werden. Das Arbeiten innerhalb des europäischen Auslandes ist für deutsche Studenten also relativ einfach geregelt. Dies gilt v.a. für die EU-Länder sowie für Norwegen, Lichtenstein und Island. In außereuropäischen Ländern gestaltet sich die Situation allerdings anders. Ein gängiges Touristenvisum ermöglicht zwar eine Aufenthaltsdauer von bis zu drei Monaten, berechtigt in der Regel aber nicht zum Arbeiten. Hierfür benötigt man eine separate Arbeitsgenehmigung, welche man rechtzeitig vor Antritt der Reise beantragen sollte. Allerdings variieren die Regelungen je nach Nation sehr stark. Erkundigen Sie sich deswegen rechtzeitig, wie die rechtliche Grundlage in ihrem Zielland beschaffen ist. Geeignete Informationsquellen sind deutsche Einrichtungen, die sich speziell mit den Problemen deutscher Studierender im Ausland auseinandersetzen. Das Auswärtige Amt ist hierbei meist der erste Ansprechpartner und hält für jedes Land Informationen über Einreise- und Visabestimmungen, Auslandsversicherungen, arbeitsrechtliche Regelungen oder gar benötigten Impfungen bereit.

Neben der Arbeitsgenehmigung sollten Sie sich auch um Aspekte wie die Einkommensteuer, den Kindergeldanspruch oder die Sozialversicherung kümmern. Normalerweise hat der Student seinen Erstwohnsitz weiterhin in Deutschland, so dass auch hier die Einkommenssteuer fällig wird. Es kann jedoch sein, dass hinzukommend auch im Gastland die Einkommensteuer gezahlt werden muss. Mittlerweile existieren allerdings häufig sogenannte Doppelsteuerabkommen, welche vor einen Doppelbesteuerung schützen. Wichtig für Studenten: In vielen europäischen Länder besteht keine Steuerpflicht, wenn es sich um eine kurzzeitige, ausbildungsbezogene Tätigkeit (bis zu 183 Tage) handelt. Man sollte jedoch zuvor bei der jeweiligen ausländischen Behörde nachfragen. Der Kindergeldanspruch während des Auslandsemesters bleibt nur dann bestehen, wenn man sich weiterhin in der Ausbildung oder dem Studium befindet. Hierzu zählen auch Pflichtpraktika, Auslandssemester oder Sprachkurse im Rahmen des Auslandstudiums. Wird die Ausbildung allerdings unterbrochen, z.B. im Rahmen eines Urlaubssemesters oder durch die Exmatrikulation, verfällt auch der Anspruch auf Kindergeld.
Auch über das Thema Versicherungen bzw. Sozialversicherung sollte man sich rechtzeitig bei den zuständigen Behörden, lokalen Gewerkschaften oder in dem entsprechenden Konsulat informieren, denn im Ausland gelten stets die sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften des jeweiligen Landes. Teilweise ist es möglich, trotz Arbeit im Ausland in Deutschland krankenversichert zu bleiben. Informationen und Beratung zur Krankenversicherung im Ausland gibt es bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung im Ausland.

4.) Warum eigentlich immer in die USA?

Neben den „klassischen Austauschländern“ wie den USA, Kanada, Australien oder Großbritannien zieht es mittlerweile auch immer mehr junge Studierende in den fernen Osten. Vor allem ein Aufenthalt in China erfreut sich immer größerer Beliebtheit, was sicherlich auch an den immer stärker werdenden ökonomischen Beziehungen zum „Reich der Mitte“ liegt. Zahlreiche Firmen haben Standorte in China und bauen ihre Verbindungen im Land weiter aus.

Wer sich also mit der chinesischen Sprache, Kultur und Denkweise auskennt, hat beste Chancen, hier später einmal einen spannenden Beruf zu ergattern. Viele Studierende der Wirtschaft möchten dementsprechend schon heute lernen, wie ihre Geschäftspartner von morgen ticken und welche Umgangsformen und Normen von Bedeutung sind. Wenn auch Sie sich für einen Aufenthalt in China interessieren, dann erfahren Sie in unserem Artikel „Go abroad, go to China! Deutsche Praktikanten in Qingdao“, welche Erfahrungen andere Studierende während ihres Auslandspraktikums in chinesischen Unternehmen gemacht haben.