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Bewerbungen schreiben – 1. Teil Der Lebenslauf

Samstag, 20. September 2008
Susi Sorglos beendet in Kürze ihr BWL-Studium und ihre Gedanken rotieren nun um das Thema Bewerbung. Am schwierigsten erscheint ihr die Erstellung ihres Lebenslaufes. Welche Daten müssen aufgeführt werden, welche können weggelassen werden? Die folgenden 6 Punkte beantworten ihre Fragen und Susi Sorglos erstellt sich den perfekten Lebenslauf.

1. Warum muss ein Lebenslauf sein?

Der Personalverantwortliche der Susi einstellen soll, will sich in kürzester Zeit einen Überblick über ihren Werdegang verschaffen. Am schnellsten ist dieser Überblick mittels eines chronologischen Lebenslaufes zu erlangen. Der ordnungsgemäße Lebenslauf ist eine „Bringschuld“ des Bewerbers. Der Personaler ist demzufolge nicht zur Recherche verpflichtet. Findet er sich im Lebenslauf nicht zurecht, wandert Susis Bewerbung sofort auf dem Stapel der Ablehnungen.

2. Wie sieht die Form eines Lebenslaufes aus?

Ein Lebenslauf muss chronologisch geordnet sein. In Deutschland sind zwei Varianten im täglichen Geschäftsverkehr zu sehen. Die eigentlich deutsche Variante ordnet von der ersten Beschäftigung bis zum heutigen Datum. Bei der übernommenen amerikanischen Variante ist die aktuelle Situation der Beginn und geht dann rückwärts. Wir ziehen die amerikanische Variante vor, weil der Personaler sofort den Ist-Stand sieht.

3. Was muss im Lebenslauf stehen?

Susi muss den Lebenslauf in folgende Rubriken gliedern:

a) Persönliche Daten

Darunter gehört der Vor- und Zuname, die Adresse, eine Telefonnummer unter der Susi tagsüber erreichbar ist, das Geburtsdatum, die Staatsangehörigkeit, der Familienstand und ggf. die Kinder. Da Susi bereits 18 Jahre gewesen ist, spielen die Eltern in der Bewerbung keine Rolle mehr, sie muss sie also nicht aufführen. Ihre Konfession spielt immer dann eine Rolle, wenn sich Susi bei einer kirchlichen Institution bewirbt, ansonsten muss die Konfession nicht aufgeführt werden.

b) Schulausbildung

Hier werden von der Grundschule bis zum Abitur alle Daten zur Schulausbildung eingetragen. Susis gute Abschlussnoten sind an dieser Stelle erwähnenswert

c) Studium

Hier trägt Susi ein, dass sie an der Uni Großmusterdorf studiert hat und erwähnt auch ihre Abschlussnote.

d) Wehrdienst

Wenn Wehrdienst geleistet wurde, gehört das in diese Rubrik.

e) Praktische Erfahrungen

Hier führt Frau Sorglos alle relevanten Praktika und Nebenjobs auf. Susi will sich in einer Bank bewerben, das Praktikum, das sie in der 9. Klasse im Frisörsalon ihrer Tante gemacht hat, gehört hier nicht zu den relevanten. Der Ferienjob in der 10. Klasse im Kindergarten Hosenmatz wäre bei einer Bewerbung im sozialen Bereich sicherlich ein Pluspunkt, hat aber bei dieser Bewerbung keine Relevanz. Das Praktikum bei der Sparkasse Dudelhausen dagegen muss unbedingt aufgeführt werden. Susi hat von der Sparkasse eine super Praktikumsbeurteilung bekommen, diese legt sie ihrer Bewerbung bei. Die beiden Auslandspraktika in England und Frankreich finden natürlich besondere Beachtung.

f) Besondere Kenntnisse

Das ist die richtige Rubrik für PC- und Sprachkenntnisse. Hier muss Susi ihre Kenntnisse mit Augenmerk auf die Bewerbung darstellen. Gute MS-Office Kenntnisse werden im Allgemeinen vorausgesetzt, da Susi die besitzt, werden sie hier aufgeführt. Ihre exzellenten Programmierkenntnisse in PHP, Basel und C++ passen besser zu einer Bewerbung in der Computerbranche. Auf die vorhandenen Sprachkenntnisse geht die Bewerberin besonders ein. Sie führt auf, dass sie Englisch und Wirtschaftsenglisch verhandlungssicher beherrscht. Französisch beherrscht sie fließend und in der spanischen Sprache besitzt sie Grundkenntnisse.

g) Interessen

Hier sollte Susi Sorglos ihre Hobbies mit Umsicht aufführen. Extremklettern oder Fallschirmspringen motivieren den Personaler wahrscheinlich nicht zur Einstellung. Interessen im Bereich Kultur, Theater, Kunst und allgemeine Fitness zeichnen dagegen Susis Charakter nach und werden normalerweise positiv bewertet. Mitgliedschaften in für die Bewerbung relevanten Vereinen kann Susi natürlich auch aufführen.

4. Dürfen Lücken im Lebenslauf auftauchen?

Ein Lebenslauf hat keine Lücken! Zeiten, in denen keine Ausbildung oder Arbeitsstelle vorhanden war, müssen angegeben werden. Natürlich muss niemand das Wort Arbeitslos in seinem Lebenslauf verwenden. Die Arbeitslosigkeit kann man mit Neuorientierung oder Bewerbungsphase umschreiben.

5. Muss der Lebenslauf unterschrieben werden?

Unter den fertig geschriebenen Lebenslauf schreibt Susi den Ort und das aktuelle Datum. Darunter unterschreibt sie den Lebenslauf handschriftlich. Diesen Lebenslauf druckt Susi dann auf weißem, nicht zu dünnem Papier (100g/m²) aus und legt ihn in ihre Bewerbungsmappe.

6. Muss ein Foto auf den Lebenslauf?

Die Frage müssen wir eindeutig mit JA beantworten. Damit ist aber nicht das letzte Urlaubsfoto von Malle gemeint.

a) Wie sollte ein Bewerbungsfoto aussehen?

Ein gutes Bewerbungsfoto sollte von einem Fachmann gemacht worden sein. Ob Susi ein Schwarz/Weiß- oder Farbfoto bevorzugt, bleibt ihr überlassen. Die Bewerberin sollte auf dem Foto seriös und gepflegt erscheinen. Mit einem leichten Lächeln tritt sie nett auf. Tipp: Immer mehrere Bewerbungsfotos mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken und Hintergründen von sich machen lassen. Am Ende wird das beste Foto davon ausgesucht. In der heutigen digitalen Welt kann man sich dieses Foto auf eine CD brennen lassen und gegen entsprechendes Entgelt mitnehmen. Besitzt ein Bewerber einen Farblaserdrucker, kann er die Fotos auch selbst ausdrucken. Ist die Qualität des Druckers eher im normalen Bereich angesiedelt, sollte besser auf echte Fotos zurückgegriffen werden. Dazu unseren Vergleich der Bewerbungsfotos beachten.

b) Büroklammer oder doch Kleber?

Nie das Foto mit einer Büroklammer am Lebenslauf befestigen! Das halbe Gesicht von einer womöglich auch noch roten Büroklammer verdeckt, reizt den Personaler vielleicht noch zum Lachen. Mit gutem Stil hat es nichts zu tun. Besser ist ablösbarer Klebestreifen, falls das Foto doch noch ein zweites Mal verwendet werden soll. Tipp: Der Bewerber sollte auf die Rückseite des Fotos seinen Namen schreiben. Löst sich das Foto wieder Erwarten vom Lebenslauf, kann der Personaler beides wieder zuordnen.

c) Wo ist der richtige Platz für das Foto?

In Deutschland ist es üblich, das Bewerbungsfoto oben rechts auf dem Lebenslauf anzubringen. Verschiedentlich wurde das Foto auch schon auf der ersten Seite der Bewerbung aufgeklebt. Diese Variante hat den Nachteil, dass bei interner Weitergabe meist nur der Lebenslauf anderen Abteilungen zugänglich gemacht wird. Ein sehenswertes Foto sollte man nicht auf Seite eins verstecken.

Kostenlos: Muster Lebenslauf

Hier kannst du wie immer kostenlos und unverbindlich downloaden: Muster Lebenslauf. Aber bitte individuell anpassen und nicht hinterher sagen: "Ja, das hab ich von bwl24.net und nun bin ich nicht genommen worden." Also etwas eigenen Hirnschmals sollte da jeder schon noch selbst reinstecken. Viel Erfolg beim Bewerben