login

Archiv für die Kategorie ‘Unternehmensführung’

Das Frühwarnsystem ist wichtig

Donnerstag, 02.09.10 14:01
Serienteil 4 von 4 in der Serie Konflikte im Team

Je früher ein Vorgesetzter solche Konflikte im Team erkennt, desto schneller und effektiver kann dieser Konflikt entschärft werden. Schwelt ein Konflikt hingegen sehr lange, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Kontrahenten sich verbal regelrecht ineinander verbeißen und es wird immer mehr Energie in diesen Konflikt investiert. Ein ernsthafter und schon länger bestehender Zwist kann im schlimmsten Falle ein komplettes Team für einen gewissen Zeitraum bzw. bis zur Problemlösung lahmlegen.

Frühes Erkennen von Konflikten

Allerdings sind Konflikte nicht so leicht zu erkennen, da sie sich nicht sofort in offenen Streitigkeiten oder auch lautstarken Auseinandersetzungen zeigen. Die Hinweise auf einen Konflikt sind viel subtiler und können sich in Endlosdiskussionen oder veränderten Umgangsformen innerhalb des Teams zeigen.

Es gibt einige Merkmale, anhand derer Sie Konflikte erkennen können, die sich gerade in der Entstehungsphase befinden:

  • Klatsch und Tratsch ufern aus und sind häufiger als bisher präsent.
  • Schuldzuweisungen innerhalb des Teams häufen sich.
  • Die Umgangsformen untereinander verändern sich in eine höfliche und sehr sachliche Richtung.
  • Missverständnisse und Pannen passieren häufiger als bisher.
  • Eine verstärkte Cliquen- und Gruppenbildung ist zu verzeichnen.
  • Mitarbeiter neigen dazu, sich zu meiden.
  • Informationen werden deutlich verspätet oder überhaupt nicht mehr weitergegeben.
  • Sticheleien untereinander sind häufiger zu erkennen.
  • Die Anzahl der Beschwerden steigt an.

Dabei sollten Vorgesetzte berücksichtigen, dass ein Signal der Checkliste allein noch nicht einen beginnenden Konflikt aufzeigen kann. Auch persönliche Gründe können zum Beispiel beim einzelnen Mitarbeiter zu einem zeitweiligen Rückzug aus dem Team oder einer Stimmungsveränderung führen. Ebenso können Arbeitsabläufe der Grund für den einen oder anderen Hinweis auf einen Konflikt bedeuten. Grundsätzlich sollten Signale aber hinterfragt werden bzw. deren Ursachen auf den Grund gegangen werden.

Missverständnisse verursachen Konflikte

Wichtig ist es zum einen, Konflikte möglichst frühzeitig zu erkennen, und zum anderen die Gründe für einen Konflikt herauszufinden.

Grundsätzlich sind es Störungen in der Kommunikation, die zu Konflikten führen. Das heißt, dass Menschen grundsätzlich deshalb in Konfliktsituationen geraten, weil sie sich missverstehen. In der Kommunikation untereinander kommen Aussagen des Senders nicht exakt beim Empfänger an. Während ein Mensch eine Aussage trifft, versteht der andere diese Aussage unter Hinzuziehung seiner eigenen Interpretation.

In der Kommunikationswissenschaft wird von einer Nachricht gesprochen und gemäß dieser Wissenschaft drückt sich ein Mitteilender in seiner Nachricht auf vier Ebenen aus. Auch ein Empfänger hat diese vier Ebenen des Verständnisses für eine Nachricht zur Verfügung. Allerdings sind die vier Ebenen unterschiedlich stark ausgeprägt und unterscheiden sich von der Ausprägung dieser beim Sender. In der Kommunikationswissenschaft wird hier von der Vier-Ohren-Theorie gesprochen. Eine einfache Aussage kann also vom Sender völlig anders gemeint sein, als sie beim Empfänger ankommt, da dieser eine andere Interpretation in die Aussage hineinlegt. So müssten Aussagen theoretisch immer unter der Einbeziehung der Sichtweise von Sender und Empfänger getroffen werden.


Ähnliche Beiträge

Veröffentlicht in Unternehmensführung | Keine Kommentare »

Wie entstehen Konflikte überhaupt?

Samstag, 28.08.10 10:30
Serienteil 3 von 4 in der Serie Konflikte im Team

In einem Team kann der Vorgesetzte plötzlich feststellen, dass Mitarbeiter sich meiden, sich nicht mehr grüßen und auch Informationen nur noch schleppend oder überhaupt nicht mehr weitergeben. Dadurch kann eine Situation entstehen, dass zwei Mitarbeiter sich nicht mehr sicher sind, wer beispielsweise für die Erstellung eines Projektplanes zuständig ist. Bedingt durch die ohnehin angespannte Situation kann sich nun ein handfester Streit zwischen den Beteiligten entwickeln.

Ein Vorgesetzter, der nun eingreifen bzw. helfen möchte und daher die Mitarbeiter auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit hinweist und außerdem die Tatsache, dass hier erwachsene Menschen miteinander kommunizieren, erwähnt, wird durch eine solche Moralpredigt alleine kläglich scheitern.

Individuelle Charaktere

Im Berufsleben prallen viele verschiedenen Charaktere und Menschen mit völlig unterschiedlichen Eigenschaften aufeinander. Häufig handelt es sich dabei um Personen, die im Privatleben nie zueinander gefunden hätten, im Team aber miteinander arbeiten müssen. Eine möglicherweise zudem sehr enge Zusammenarbeit mit jemandem, der hinsichtlich der Persönlichkeit nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, kann früher oder später zu Konflikten oder auch einem handfesten Streit führen.

Diese Situation ist unvermeidlich und im Prinzip auch nicht problematisch: Werden von zwei unterschiedlichen Charakteren Konflikte sachlich und bereits in der Entstehungsphase gelöst, kann eine solche Zusammenarbeit wunderbar funktionieren – unter Berücksichtigung der Eigenschaften des jeweils anderen.

Die Realität ist aber eben eine andere: Hier werden Konflikte unter den Teppich gekehrt. Dort schwelen sie weiter, bis letztlich ein handfester Streit entsteht – und das dann oftmals aus einer Kleinigkeit heraus. Der Streit zwischen zwei Arbeitskollegen kann aber die Stimmung im gesamten Team vergiften und so ist es die Aufgabe des Vorgesetzten, Konflikte zu erkennen und zu deren Lösung beizutragen.

Kein Konflikt ohne Ursache

Wichtig zu wissen ist einfach, dass Konflikte nicht aus einer Situation heraus und über Nacht entstehen. Meistens sind es recht kleine Meinungsverschiedenheiten, die nicht geklärt werden und damit im Raum stehen bleiben: Vorurteile und schlechte Stimmung sind die Folge. Aufgrund der Emotionen der Beteiligten entsteht so ein Teufelskreis und die Situation verselbständigt sich.

Die Folge einer solchen Entwicklung ist, dass der Anlass für die Missstimmung in den Hintergrund rückt und die Fronten sich verhärten. Viele eigentlich völlig neutrale Aktionen des vermeintlichen Gegners werden nun emotional als persönliche Angriffe gewertet und oftmals dann mit ebenso emotionalen Reaktionen beantwortet. Der wirkliche Knall lässt dann nicht mehr lange auf sich warten, der Konflikt eskaliert und bezieht in seinem Verlauf auch völlig unbeteiligte Personen des Teams mit ein.

So kann es ein schlechter Scherz oder auch das berühmte falsche Wort zur falschen Zeit sein, was einen Konflikt auslösen kann. Ähnlich einer Windhose verstärkt sich dann kontinuierlich das Potenzial dieses Konfliktes und bezieht zudem die vorher unbeteiligte Umgebung mit ein. Eine so genannte Rachedynamik kann entstehen, die sehr viel Energie kostet. In einem solchen Konflikt können zwischen 50 bis 80 Prozent der Energie aller Beteiligten gesteckt werden – und diese Energie fehlt dann folglich auch für die eigentliche Aufgabenlösung im Team und schwächt dieses auch hierdurch.


Ähnliche Beiträge

Veröffentlicht in Unternehmensführung | Keine Kommentare »

Wie Konflikten vorgebeugt werden kann

Sonntag, 22.08.10 11:01
Serienteil 2 von 4 in der Serie Konflikte im Team

Die menschliche Kommunikation ist ein Phänomen, das bestimmten Regeln folgt. Der Vorgesetzte sollte die Zügel für die Führung des Teams in der Hand behalten und sowohl vorbeugen als auch eingreifen, wenn Konflikte erkennbar sind. Sechs wichtige Regeln sollte ein Vorgesetzter befolgen, um Konfliktsituationen im Team so gering wie möglich zu halten.

1. Regel: Individualität zählt!

Jeder Mitarbeiter hat besondere Eigenschaften, die ihn zu dem Menschen machen, der er ist. Kommen Sie nicht auf die Idee, ihn vollständig umkrempeln zu wollen. Nicht nur, dass es Ihnen keinesfalls gelingen wird, Sie werden sich bei dem Versuch auch sehr unbeliebt machen und das Betriebsklima eher noch weiter verschlechtern.

2. Regel: Auseinandersetzungen müssen sein!

Es nützt nichts, jedem Streit und jeder Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen. In vielen Fällen ist die Konfrontation einfach das geeignetste Mittel, um eine Meinungsverschiedenheit auszuräumen. Werden diesen nicht ausgesprochen, kann es passieren, dass der Konflikt zwar zunächst beseitigt scheint, jedoch unter der Oberfläche weiterbrodelt, um irgendwann später mit doppelter Kraft wieder hervorzubrechen.

3. Regel: Feedback ist gut – für beide Seiten!

Häufig hört man heutzutage von der offenen Feedback-Kultur. Entgegen der Meinung vieler Vorgesetzter gilt das jedoch nicht nur für das Feedback an die Mitarbeiter. Auch der Mitarbeiter sollte die Möglichkeit erhalten, Kritikpunkte an seiner Führungskraft anzusprechen, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Beide Seiten sollten dabei jedoch stets sachlich und konstruktiv bleiben. Nur so können beide davon profitieren.

4. Regel: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran!

Diese Regel ist nicht einfach zu befolgen. Sie bedeutet, dass auch Sie sich gelegentlich am Riemen reißen müssen, auch wenn Ihnen ein böses Wort auf der Zunge liegt. Überlegen Sie sich stets genau, welche Worte für die Ausräumung einer Meinungsverschiedenheit notwendig sind und vergreifen Sie sich nicht im Ton. Sie können schwerlich von Ihren Mitarbeitern verlangen, Konflikte konstruktiv zu lösen, wenn Sie selbst wie ein Choleriker agieren.

5. Regel: Legen Sie Konfliktlösungsregeln fest!

In diesen Regeln können Sie beispielsweise festlegen, wie sich die Konfliktpartner zu verhalten haben. Beispielsweise die Art der Argumentation sollte hier angesprochen werden. Zudem kann in diesen Regeln vereinbart werden, wie zu verfahren ist, wenn ein Streit nicht geschlichtet werden kann. In einem solchen Fall kann zum Beispiel ein unabhängiger Schlichter hinzugezogen werden.

6. Regel: Mögliche Konfliktpotenziale ausräumen!

Wenn Ihnen persönliche Konflikte zwischen Mitarbeitern auffallen, rufen Sie diese zur Schlichtung auf, bevor der Konflikt akut wird und die Situation möglicherweise nicht mehr zu retten ist. Lassen Sie diese nicht vor sich hinschwelen, bis die Beziehung zwischen den Konfliktpartnern unwiederbringlich zerstört wird.


Ähnliche Beiträge

Veröffentlicht in Unternehmensführung | 1 Kommentar »

Konflikte rechtzeitig erkennen und effizient lösen

Samstag, 14.08.10 09:01
Serienteil 1 von 4 in der Serie Konflikte im Team

Wo täglich miteinander gearbeitet wird, entstehen Konflikte aufgrund unterschiedlicher Interessen und Charaktere. Allerdings müssen diese zugunsten der Effektivität im jeweiligen Bereich und auch im gesamten Unternehmen erkannt und gelöst werden. Wer als Vorgesetzter Probleme im Team unter den Teppich kehrt, sitzt auf einem Zeitzünder, der jederzeit für ein Desaster sorgen kann. Ein Missverständnis kann Auslöser für einen Konflikt sein, der sich verhärtet und letztlich ein Team komplett lahmlegen kann.

Rechtzeitiges Handeln verhindert Konfliktverhärtung

Die Faustregel lautet, dass alle Probleme so schnell wie möglich gelöst werden sollten, denn zum einen sind die Fronten zu Beginn eines Konfliktes noch nicht verhärtet, zum anderen erinnern sich die Beteiligten noch besser an die Auslöser des Konfliktes. Ein Vorgesetzter sollte immer sofort handeln, wenn Wolken am Himmel des Teams auftauchen.

Warnzeichen für Konflikte im Team

Für das Auftreten von Konflikten gibt es deutliche Warnzeichen, die erkannt werden müssen. Ein wichtiger Hinweis auf Probleme ist, wenn der Umgang miteinander immer höflicher und distanzierter ausfällt. Auch eine steigende Anzahl von Beschwerden kann ein Hinweis auf Probleme sein. Wenn Tratsch und Klatsch ausufern, sollte der Vorgesetzte Augen und Ohren offen halten. Auch eine Anhäufung von Pannen und Missverständnissen kann ein wichtiges Indiz für intensive Konflikte sein.

Wichtig zu handeln ist auch dann, wenn Informationen nur noch verspätet oder überhaupt nicht mehr fließen. Letztlich kann auch die Situation, dass Mitarbeiter einander bewusst meiden und sich aus dem Weg gehen, auf deutliche Konflikte im Team hinweisen. Auch sich häufende Schuldzuweisungen untereinander, Sticheleien und Hetzereien sowie eine Cliquenbildung können auf Probleme im Team hindeuten.


Ähnliche Beiträge

Veröffentlicht in Unternehmensführung | Keine Kommentare »

Geschäftsführer-Anstellungsvertrag: Darauf sollten Sie achten

Sonntag, 01.08.10 09:26

Geschäftsführer können in Deutschland noch viel zu einfach gekündigt werden. Doch fast jede Kündigung enthält auch entsprechende Fehler. Diese lassen sich durch einen Anwalt schnell ausfindig machen, sodass man gute Chancen hat, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Kennen Sie die Fallstricke, können Sie also entsprechend reagieren. Einige Punkte können Sie auch direkt im Anstellungsvertrag regeln lassen.

Die 7 wichtigsten Regelungen im Anstellungsvertrag

Wollen Sie als Geschäftsführer für eine GmbH tätig werden, sollten Sie die folgenden Punkte bereits im Vertrag festhalten:

1. Abberufungserschwernisse

Sind Sie Gesellschafter der GmbH, so vereinbaren Sie im Gesellschaftsvertrag ein „Recht auf Geschäftsführung". Außerdem sollten Sie festlegen, dass Sie nur dann abberufen werden können, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.

2. Ordentliche Kündigung

Achten Sie darauf, dass Sie eine ordentliche Kündigung für Ihr Anstellungsverhältnis erhalten. Werden Sie als Geschäftsführer abberufen, führt dies nicht automatisch zur Beendigung des Anstellungsverhältnisses. Der Anstellungsvertrag muss gesondert gekündigt werden. Hierbei sollten Sie möglichst lange Kündigungsfristen vereinbaren.

3. Außerordentliche Kündigung

Für den Fall einer außerordentlichen Kündigung sollten Sie festlegen, dass diese nur aus wichtigem Grund erfolgen kann. Halten Sie alle wichtigen Gründe schriftlich im Anstellungsvertrag fest. Betonen Sie, dass die Auflistung vollständig ist.

4. Freistellungsansprüche

Vereinbaren Sie zudem einen Anspruch auf Freistellung – und zwar sofort nach Ihrer Abberufung. Achten Sie darauf, dass sämtliche Leistungen aus dem Anstellungsvertrag auch während der Freistellung erhalten bleiben. Dazu zählen Tantiemen, die Nutzung des Firmenwagens und andere Bezüge.

5. Abfindung

Ebenfalls sollten Sie eine Abfindung vereinbaren, sie wird in der Regel nach den Beschäftigungsjahren bestimmt. Je länger Sie also als Geschäftsführer tätig waren, desto höher sollte die Abfindung ausfallen. Ebenfalls sollten Sie eine Mindest-Abfindung vereinbaren, um nicht zu geringe Bezüge zu erhalten. Außerdem können Geschäftsführer und GmbH den Zeitpunkt der Zahlung der Abfindung festlegen.

6. Wettbewerbsverbote

Vereinbaren Sie auf gar keinen Fall ein einseitiges Recht zum Rücktritt vom nachvertraglichen Wettbewerbsverbot auf Seiten der GmbH. Wenn Ihr persönliches Wettbewerbsverbot mit einem Berufsverbot gleichzusetzen ist, sollten Sie einen Anwalt befragen. Leicht kann er dieses aushebeln.

7. Punkte zum Ausscheiden des Geschäftsführers

Vereinbaren Sie einige Vorteile beim Ausscheiden aus dem Unternehmen, wie die Übernahme des Firmenwagens zum Buchwert oder dass Sie die Tantiemen auch anteilig für das Jahr des Ausscheidens erhalten. Vereinbaren Sie ein Rückbehaltungsrecht für geschäftliche Unterlagen, wenn noch ein Rechtsstreit aussteht und einigen Sie sich über das zuständige Arbeitsgericht. Außerdem sollten Sie einen noch bestehenden Urlaubsanspruch gegen Entgeltzahlung vereinbaren.

in Anlehnung an: Pro Firma, April 2010, S. 38-39


Ähnliche Beiträge

Veröffentlicht in Unternehmensführung | Keine Kommentare »

finanzhorizonte