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Archiv für die Kategorie ‘Marketing’

Maßgeschneidertes Marketing für Jugendliche

Samstag, 06.03.10 10:25

Marketing, das sich speziell an Jugendliche richtet, muss anders gestrickt sein als Werbung für Erwachsene. Während dieser Phase des Heranwachsens entwickeln Jugendliche ihre eigene Identität und übernehmen eine Rolle in der Gesellschaft.

Spezielles Konsumverhalten

Die Einkäufe von Jugendlichen sind häufig durch Spontaneität gekennzeichnet. Weder denken sie über ihre Ausgaben lange nach noch wägen sie ab, ob sie wirklich erforderlich sind. Auch Preisvergleiche erfolgen eher selten. Jugendliche investieren im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen überdurchschnittlich hohe Beträge in die Bereiche Kleidung, Mode und Hobby. Nur ein eher geringer Teil des Einkommens wird gespart, viele konsumieren es sogar komplett. Zudem können Jugendliche heutzutage im Vergleich zu früher in einem wesentlich höheren Grad darüber entscheiden, was mit ihrem Einkommen geschehen soll.

Für Unternehmen eröffnen sich durch diese Tatsachen fantastische Möglichkeiten. Diese Zielgruppe verfügt über ein verfügbares Einkommen, das teilweise sogar höher ist als das einiger älterer Zielgruppen, und ist gegenüber Innovationen sehr aufgeschlossen. Die Platzierung neuer Produkte ist also auf diesem Markt wesentlich einfacher.

Zudem nehmen Jugendliche heutzutage eine weitere wichtige Position ein. Sie beeinflussen das Kaufverhalten des gesamten Haushaltes. Während früher größtenteils die Mütter bestimmten, was gekauft wurde, entscheiden heute in vielen Fällen die Jugendlichen mit oder teilweise sogar allein. Vor allem bei technischen Geräten hat ihre Meinung großes Gewicht auf die Kaufentscheidung.

Die Rolle der Marken

Für sehr viele Jugendliche spielen Marken eine große Rolle, ganz besonders im Bereich der Bekleidung. Nur wer die richtigen Marken trägt, wird von der Gruppe akzeptiert und geachtet. Die Herausforderung besteht für eine Marke heute darin, eine ganz bestimmte Stilrichtung dauerhaft zu verkörpern und dabei aber dennoch immer in Bewegung zu bleiben, sich zu aktualisieren, die Jugendlichen immer wieder mit Neuem zu überraschen.

Was bedeutet all das für das Marketing?

Im Rahmen der Produktpolitik gibt es zwei Möglichkeiten, diese Erkenntnisse umzusetzen. Bei der Line Extension wird ein vorhandenes Produkt abgewandelt und um „jugendkonforme“ Eigenschaften ergänzt. Ein Beispiel hierfür sind Kosmetik- und Pflegeprodukte speziell für junge Haut. Bei der Brand Extension wird ein Produkt aus einer anderen Produktsparte gewählt und auf Jugendliche ausgelegt. Zudem können Unternehmen eine komplett eigene Marke speziell für Jugendliche etablieren. Diese Strategie wird beispielsweise bei Zeitschriften für Teenager oder bestimmten IN-Getränken verfolgt.

Die Kommunikationspolitik

Jugendliche können in den klassischen Kommunikationsmedien speziell angesprochen werden. Ihre Hauptfernsehzeit ist ab 19.30 Uhr, weshalb auch um diese Uhrzeit jugendspezifische Werbespots platziert werden sollten. Auch Radiowerbung bietet sich an, jedoch vor allem für regionale Produkte und Dienstleistungen. Jugendmagazine sind ein hervorragendes Medium für gezielte Werbung, da es sich rein an diese Zielgruppe richtet.

Anstelle der klassischen Medien wird immer häufiger auf innovative Werbekanäle zurückgegriffen:

  • Events: Je spezieller ein Event auf die Jugendlichen zugeschnitten ist, desto eher wird die Marke, das Unternehmen erlebbar und scheint zum Greifen nah zu sein.
  • In-Game-Advertising: Wenn in Computerspielen Produkte vorkommen, werden diese mit reellen Markennamen versehen.
  • Buzz-/  Virales Marketing: Durch kostenlose Produktproben, die gezielt an Meinungsführer ausgeteilt werden, sollen Mundpropaganda und Empfehlungen gefördert werden.
  • Mobile Advertising: Beim Mobile Advertising wird das Handy als Werbeträger genutzt, meist als Ergänzung zu anderen Werbemaßnahmen.


Richtig eingesetzt, können all diese Maßnahmen zum größtmöglichen Erfolg bei der jugendlichen Zielgruppe verhelfen.

Quelle: „Jugendliche als Marketingzielgruppe – Besonderheiten, Konzepte, Beispiele“ von Cand. rer. pol. Anne Fleischmann
 

Über den Autor

Name des Autors: Hutter

Ich bin Sabine Hutter und bin hauptberuflich als Personalreferentin und Assistentin tätig. Als Personalfachkauffrau und Staatlich geprüfte Betriebswirtin schreibe ich bevorzugt über Themen aus den Bereichen Personalwesen, Management und Betriebswirtschaft.


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Was Nicht-Betriebswirte über Marketing wissen sollten

Montag, 18.01.10 15:50

Marketing-Fachwissen wird heute auch von immer mehr Absolventen anderer Abschlüsse gefordert. Im Vertrieb werden gern Fachleute anderer Disziplinen als der Betriebswirtschaftslehre eingesetzt. Wer im Maschinenbau komplexe Maschinen vertreibt, kommt oft bei den Einkäufern besser an, wenn er die Maschine selber aus dem FF versteht. Pharmareferenten können kompetenter mit den Ärzten kommunizieren, wenn sie einen medizinischen Background haben. Wer z.B. als Fachfremder im Marketing eine berufliche Herausforderung ergreift oder aber auch nur firmenintern Neuheiten „verkaufen“ muss, der sollte sich dennoch mit einigen wichtigen Prinzipien des Marketings vertraut machen.

Das wichtige Basiswissen im Bereich Marketing gehört heute zum Glück schon zum Allgemeingut. Das Kommunikationsprinzip AIDA (attention, interest, desire, action) wird schon auf den meisten Gymnasien vermittelt. Und dass man die Menschen im Marketing gern in Zielgruppen aufteilt, ist ebenfalls trivial. Diese beiden Modelle entspringen auch eher dem gesunden Menschenverstand als der Wissenschaft.

Zwei ganz wichtige Prinzipien, die aber keinesfalls trivial sind, aber großen Einfluss auf den Marketingerfolg haben, sind die Prinzipien des „relevant sets“ und des „information overload“. Diese werden selbst von Marketingabsolventen immer wieder vergessen oder zu wenig zur Kenntnis genommen.

Das Prinzip des „relevant sets“ besagt, dass die meisten Menschen aus einer Menge an möglichen Alternativen in der Regel nur eine kleinere Auswahl wahrnehmen. Aus einer Grundgesamtheit von z.B. 10 möglichen Automarken, werden vielleicht nur die bekanntesten vier von den meisten Menschen wahrgenommen. Die Kaufentscheidung wird dann aus diesem „relevant set“ getroffen. Wer also erfolgreiches Marketing betreiben will, muss Sorge tragen, dass das eigene Produkt in den „relevant set“ der Zielgruppe vertreten ist.

Um in die potentielle Auswahl der Konsumenten zu gelangen, kann z.B. Fernsehwerbung ein probates Mittel sein. Diese Werbung muss allerdings so gemacht sein, dass der Kunde die Werbung überhaupt wahrnimmt. Eine Hürde für die Kundenwahrnehmung könnte der „information overload“ sein. Die Theorie des „information overload“ besagt, dass jeder Mensch nur in der Lage ist, eine bestimmte Menge an Informationen wahrzunehmen. Dies gilt für alle Formen der Information, nicht nur für die Werbeinformationen. Dennoch müssen gerade in der Werbung diese Hürden genommen werden, andernfalls steht der Werbeerfolg in Frage.

Wer diese beiden Prinzipen verinnerlicht und beherzigt, wird mit einer größeren Wahrscheinlichkeit Erfolg im Marketing haben. Ausgerüstet mit dem Wissen um diese Beiden Denkansätze, werden auch Ingenieure und Mediziner im Marketing erfolgreich agieren können.

Über den Autor

Name des Autors: Klaus-Martin Meyer

Klaus-Marktin Meyer ist Dipl.-Kfm. und im Onlinemarketing für den Onlineshop serviette.de tätig.


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