BWL als „Massenfach“ – Was bringt das Studium?

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Die Betriebswirtschaftlehre hat längst Karriere gemacht: Seit Jahren steht sie an der Spitze der beliebtesten Studienfächer in Deutschland. Bundesweit sind derzeit mehr als 200 000 Personen für BWL immatrikuliert, Männer genauso wie Frauen. Rund 40 000 machten im Jahr 2015 ihren Bachelor– oder Masterabschluss in einem betriebswirtschaftlichen Studiengang. Viele, die sich dafür interessieren, überlegen daher: Macht es überhaupt noch Sinn? Sollte ich mich nicht lieber mit einem besonderen Studienfach profilieren?

Betriebswirtschaft: Große Konkurrenz – viele Möglichkeiten

Vorweg, BWL nach dem Motto zu belegen „Ich weiß nicht, was ich will, aber damit kann ich ja auf jeden Fall irgendetwas anfangen“, wäre sicherlich genauso verkehrt wie ein anderes Studienfach aus reiner Unentschlossenheit zu wählen. Gerade weil sich so viele dafür entscheiden, ist es umso wichtiger, die Sache mit vollem Elan anzugehen und vor allem auch für das Fach geeignet zu sein – Mehr dazu in Kürze in unserem Artikel „Bin ich wirklich für BWL geeignet?“ Die Konkurrenz unter BWL-Absolventen ist groß, und es sind viele darunter, die es wirklich wollen und alles dafür geben werden, um nach oben zu kommen.

Fakt ist aber auch, die beruflichen Möglichkeiten sind mit einem BWL-Abschluss enorm vielfältig – so breit gefächert wie die Wirtschaft selbst mit all ihren Branchen und Tätigkeitsfeldern, und dies weltweit.  Ob Personalwesen, Marketing oder Vertrieb, bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) oder im Konzern, als Unternehmensberater oder Manager, die Liste ist lang.

„Nur BWL genügt nicht“: Das eigene Profil schärfen

Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, das eigene Profil frühzeitig zu schärfen. Einige Experten gehen so weit zu sagen, dass BWL an sich als verwertbares Studium weit abgerutscht ist. „Es macht keinen Sinn mehr, nur noch BWL zu studieren“, schreibt etwa Svenja Hofert, Top Coach und Buchautorin, in ihrem Karriereblog. Nach ihrer Einschätzung ist Betriebswirtschaftslehre inzwischen „wie Badezusatz“. Entsprechende Qualifikationen würden mehr und mehr zu einem „Must“ in allen Fächern, überall könne man sie erwerben, sei es als MBA oder als betriebswirtschaftliche Zusatzqualifikation in Mix-Studiengängen.

Hofert verweist in diesem Kontext auf die starke Konkurrenz durch andere Spezialisierungseinstiege: Während man früher BWL beispielsweise mit dem Schwerpunkt Marketing oder Personalmanagement studierte, sei heute im Bereich Personal Wirtschaftspsychologie oder Wirtschaftspädagogik „ein vielfach besserer Einstieg“. Für Aufgaben in Vertrieb oder Marketing können Absolventen demnach am meisten von einem technischen oder halbtechnischen Hintergrund profitieren, wie er etwa im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen vermittelt wird. Personen, die in den Bereich Finance streben wiederum seien „gut beraten von Anfang an ihren Schwerpunkt im Finanzwesen zu setzen.“

Worauf Personalchefs noch achten

Tatsächlich ist die Zahl der Kombistudiengänge, wie zum Beispiel BWL gekoppelt mit Jura, Informatik oder Ingenieurswissenschaften gestiegen. In Bereichen wie Marketing und Personalentwicklung sind zudem auch Absolventen aus anderen Fachbereichen wie etwa der Psychologie gefragt. Experten betonen dabei immer wieder, wie entscheidend auch die Wahl der Hochschule ist. So achten Personaler je nach Ausprägung des Unternehmens auf die Reputation der Hochschule, hohe Praxisanteile oder auch einen regionalen Bezug. Und: Nicht nur das Studium an sich zählt. Gerade in der Betriebswirtschaft ist Berufserfahrung durch Praktika oder/und Auslandaufenthalte ein Plus bei der Bewerbung. Wer auf diese Dinge achtet, zielstrebig und sich der Sache sicher ist, dürfte weiterhin mit BWL goldrichtig liegen.

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