Klassische Fehler, die Manager in Entscheidungssituationen machen

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Nobody is perfect – leistet man sich aber als Manager einen Schnitzer und trifft falsche Entscheidungen, kann das allerdings weitreichende Folgen für das Unternehmen oder den Betrieb haben.

Wolfgang Frick ist studierter Betriebswirt, seit mehr als 30 Jahren in der Branche und sitzt im Marketingvorstand eines Schweizer Unternehmens. Seine Erfahrungen hat er jetzt in seinem neuen Buch „Die neuen Lust am Entscheiden“ zusammengefasst, in dem er erzählt, wie man am besten mit dem täglichen Überangebot an Möglichkeiten umgeht und wie man unproduktive Entscheidungsmuster vermeiden kann. Vor diesem Hintergrund stellen wir ihnen im folgenden einige klassische Situationen und Fehler vor, die vom Teamleiter bis zum Vorstandsvorsitzenden immer wieder gerne gemacht werden, und erklären, wie man diese am besten vermeiden kann.

      1.) Entscheidungen immer gemeinsam im Team treffen

      Wer das ganze Team in die Entscheidungsfindung einbindet, wird oftmals zu überhaupt keinem Ergebnis kommen. Das liegt nicht nur an der Berücksichtigung von zu vielen verschiedenen Meinungen, sondern vor allem auch daran, dass die Aufgabenverteilung in diesem Fall oft unklar ist und sich letztendlich niemand verantwortlich fühlt (oder fühlen möchte). Deswegen ist es sinnvoller, jedem Angestellten von vorneherein ein festgelegtes To Do zuzuordnen, ihm für dieses die Verantwortung und somit nur einen bestimmten Teil des Entscheidungsprozesses zukommen zu lassen.

      2.) Schlechte Entscheidungen geheim halten

      Wer Entscheidungen (vor allem die schlechten) nicht kommuniziert, hindert den unternehmerischen Fortschritt im Betrieb. Der Grund dafür ist simpel: Jede verzögerte oder nicht eindeutig weitergegebene Entscheidung führt zu Spekulationen und Fehlkonzeptionen unter den Angestellten. Diese bilden sich bei einer unklaren Informationslage allzu schnell ihr eigenes (und oft nicht zutreffendes) Bild, was dann zum Vertrauensverlust und zu Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Führungskraft führen kann. Aus diesem Grund sollten Manager nicht nur ihre Erfolge, sondern auch ihre Fehlentscheidungen und die daraus resultierenden Konsequenzen offen kommunizieren und schließlich gemeinsam mit dem Team eine produktive Lösung finden.

      3.) Die Email-Falle

      Wer denkt, dass Emails ein bei der Entscheidungsfindung nützliches Werkzeug sind, liegt falsch. Im Gegenteil: Die elektronischen Nachrichten verzögern oder verschleppen Entscheidungen in der Regel eher und lassen unbeteiligte Personen unnötigerweise am Entscheidungsfindungsprozess teilhaben. Die meisten Mitarbeiter nutzen Mails nämlich vor allem dazu, ihre persönliche Meinung auszudrücken und nicht unbedingt dazu, um notwendige Informationen auszutauschen – und setzten dann auch noch das ganze Kollegium in CC. Das so angestoßene „Entscheidungskarussel“ lässt sich im Folgenden nur noch schwierig stoppen.

      4.) Entscheidungen nicht begründen

      Viele Chefs und Manager glauben, ihre Entscheidungen nicht begründen zu müssen bzw. dass das Sich-Erklären vor den Angestellten ihre Machtposition untergräbt. Dabei treffen sie Entscheidungen meist in der Überzeugung, den betreffenden Angestellten genau zu kennen und zu wissen, was für diesen am besten ist bzw. wie dieser am besten eingesetzt werden kann. Damit kann man allerdings auch ganz schnell falsch liegen und in Folge Frust und Unzufriedenheit bei der betreffenden Person auslösen. Ein Beispiel: Sie laden einen Angestellten nicht zur Teilnahme an einer Weiterbildung ein, weil sie denken, dass die für diesen einfach nicht von Relevanz ist. Der Mitarbeiter fühlt sich hingegen übergangen, weil das Unternehmen seiner Meinung nach nicht in seine Entwicklung investiert – und schließt daraus auf eine fehlende Wertschätzung. Wer seine Entscheidungen also offen kommuniziert und den Betroffenen (unter vier Augen) erklärt, warum und wie er entscheidet, kann solchen demotivierenden Missverständnissen von vorne herein eine Riegel vorschieben.

    Quellen:
    www.handelsblatt.com

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