BWL an der privaten Hochschule: Lohnt sich das?

BWL an privater Hochschule
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Klare Mehrheit an den öffentlichen Hochschulen

BWL war im Wintersemester 2014/2015 wieder das beliebteste Studienfach in Deutschland: An den Hochschulen waren über 230.000 BWL-Studierende eingeschrieben, plus 20.000 weitere mit dem Schwerpunkt internationale BWL/Management. Das belegen die aktuellsten Zahlen des Bundesamtes für Statistik.

Die Statistiken zeigen allerdings auch: Die meisten Akademikerinnen und Akademiker studieren immer noch an staatlichen Hochschulen. Fast 2,5 Millionen Studierende aller Fachrichtungen waren dort im Wintersemester 2014/2015 eingeschrieben. Mit dabei: knapp 180.000 angehende Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Allein diese Fachgruppe ist so groß wie die Gesamtgruppe aller Studierenden an den privaten Hochschulen.

 

Welche Vorteile haben private Hochschulen?

Vor allem angehende Erstsemester stellt das vor die Frage: Ist das BWL-Studium an den öffentlichen Unis und Fachhochschulen zu Recht so nachgefragt? Oder setze ich besser auf die Privaten, weil sich dort das Motto „Klasse statt Masse“ bewahrheitet? Gerade im Bereich BWL gibt es viele gute Argumente, an einer privaten Hochschule zu studieren. Hier die drei wichtigsten Vorteile:

  1. Frühe Einblicke in die Praxis

Die Dozentinnen und Dozenten der privaten Hochschulen hatten oft praxisnahe Jobs in der Wirtschaft, bevor sie ihre Lehraufträge bekommen haben. Sie kennen nicht nur die Denkschulen und Modelle, sie wissen auch, welche Rolle die Theorien und Methoden später bei der alltäglichen Arbeit spielen. Diese Praxisnähe kann eine große Hilfe sein, um möglichst früh für sich herauszufinden, ob man eher für die Arbeit im Controlling, für den Verkauf oder als Personalerin geschaffen ist – schließlich wechseln die meisten Studierenden nach dem Abschluss ins Arbeitsleben und bleiben nicht im akademischen Bereich.

  1. Gute Kontakte in die Unternehmen

Außerdem haben die Lehrenden an privaten Hochschulen fast immer gute Kontakte zu den wichtigen Unternehmen aus der Nachbarschaft und den internationalen Playern ihrer Spezialgebiete. Das erhöht die Qualität der Paten- und Partnerprogramme und damit auch die Jobchancen nach dem Studienabschluss – den an Hochschulen in privater Trägerschaft Jahr für Jahr deutlich mehr Studierende schaffen, wenn man die prozentualen Abschluss- und Abbrecherquoten vergleicht.

  1. Internationale Ausrichtung

Zu wenig Internationalität ist oft ein K.O.-Kriterium auf dem Arbeitsmarkt, wie die Staufenbiel-Analyse „JobTrends 2016 Deutschland“ zeigt: Von den fast 300 befragten Unternehmen erwarteten im Herbst 2015 über 70 Prozent solide Englischkenntnisse von den Absolventen der Wirtschaftswissenschaften. Ein komplett englischsprachiges BWL-Studium in einer Metropole kann also sehr hilfreich sein. In Berlin ist dafür die private Unternehmer-Hochschule BiTS eine gute Adresse. Über 50 Prozent der befragten Unternehmen legten außerdem Wert auf Auslandserfahrung. Die kriegt man an den meisten privaten Hochschulen im Handumdrehen, weil sie fest in den Studienplan integriert ist. Was die globale Ausrichtung angeht, haben insbesondere die renommierten Privaten einen Vorsprung, den selbst innovative staatliche Institute kaum noch aufholen können.

 

Und welche Vorteile haben staatliche Hochschulen?

Trotz dieser Vorteile entscheidet sich die große Mehrheit der BWL-Neulinge Jahr für Jahr für eine öffentliche Hochschule. Grund Eins: Staatliche Hochschulen haben oft mehr Wahlmöglichkeiten, wenn es um die Schwerpunkte und die Lehrenden geht. Grund Zwei: Das Geld.

Wenn man Pech hat, sitzt man an der staatlichen Hochschule zwar eingequetscht auf der Treppe, weil der Hörsaal so überfüllt ist. Aber dafür ist das Studium an staatlichen Hochschulen, selbst wenn das Bundesland Studiengebühren erheben sollte, deutlich billiger: An den privaten Hochschulen werden im Schnitt jeden Monat 400 Euro aufwärts fällig. Wer keine Finanzspritze von den Eltern oder Verwandten bekommen kann, muss sich meist um einen Kredit oder ein Stipendium bewerben, um die Beiträge zu stemmen. Das schreckt viele ab, gerade parallel zum aufregenden Studienbeginn. Es kann aber auch eine wertvolle Erfahrung sein, die einen viel über Investitionen und Geschäftsstrategien lehrt.

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