Machtspiele im Büro – und wie Sie richtig damit umgehen

machtspiele
Teilen

Egal, ob zwischen Chef und Mitarbeitern oder den Kollegen untereinander –Machtspielchen im Büro hat fast jeder schon einmal mitmachen müssen. Diese spielen sich in erster Linie in größeren Unternehmen mit einer strengen Hierarchie ab, finden sich aber genau so im Familienbetrieb oder in kleineren Firmen, wo wenige Mitarbeiter eng miteinander zusammenarbeiten. Wie aber sich verhalten, wenn man plötzlich selbst betroffen ist?

machtspiele2In diesem Fall hilft es, zuallererst einmal die Regeln zu kennen, nach denen Machtspiele ablaufen, und sich dann im Folgenden die passende Strategien zurechtzulegen, um angemessen auf diese zu reagieren. Dabei muss man vorab zwischen aktiven und passiven Machtspielen unterscheiden. Zu ersteren gehören unter anderem direkte Anschuldigungen, das verbale Einschüchtern oder das Provozieren durch eine bestimmte Verhaltensweise. Ein Beispiel: Sie halten eine Präsentation, und der Chef zückt auf einmal sein Handy und fängt ganz offen an, seine Emails zu lesen. Damit symbolisiert er ihnen deutlich, dass er in dieser Situation die Hosen anhat und tun und lassen kann, was er will.

Zu den passiven Machtspielen werden hingegen eher Handlungen gezählt, die hinter dem Rücken des betreffenden Mitarbeiters ablaufen und darauf ausgerichtet sind, seine Position im Unternehmen zu untergraben. Dazu zählen zum Beispiel Intrigen durch Kollegen, das bewusste Unterschlagen von wichtigen Informationen oder das genaue Gegenteil – ein Mitarbeiter provoziert ein Fehlverhalten, in dem er Sie mit einem Haufen unwichtiger Emails und Details überschüttet und so dafür sorgt, dass ihnen das Wesentliche einer Aussage oder Aufgabe entgeht. Es ist übrigens deutlich schwieriger, angemessen auf diese Art der Machtspielchen zu reagieren als auf direkte Angriffe; das liegt zum einen daran, dass man sie oft gar nicht bewusst mitbekommt, und zum anderen, dass es schwieriger ist, dem betreffenden Kollegen die böse Absicht seiner Handlungen nachzuweisen.

Dabei ist es generell gar nicht so kompliziert, Machtspielen und ihren negativen Konsequenzen (wie zum Beispiel Imageschaden oder dem beruflichen Auf-der-Stelle-Treten) vorzubeugen – man muss nur wissen, wie.

1.) Bleiben Sie gelassen und setzen Sie Grenzen

Kleineren Machtspielen sollte man am besten erst mal mit einem gesunden Maß an Gelassenheit begegnen. Oft benutzt der Chef diese in erster Linie nämlich nur, um zu sehen, wie Sie auf Provokation reagieren und ob Sie auch in einer angespannten Situation die Nerven behalten und professionell bleiben können. Wer sich nicht immer direkt von jedem Angriff auf die Palme bringen lässt, beweist außerdem, dass er über solchen „Kleinigkeiten“ steht – und bietet damit in Zukunft weniger Angriffsfläche.

Alles hinnehmen sollte man aber natürlich trotzdem nicht. Kritisch wird es zum Beispiel, wenn der Chef oder Kollege beleidigend wird oder persönliche Grenzen verletzt. In diesem Fall sollten Sie sich unbedingt zur Wehr setzen; ansonsten riskieren Sie, langfristig nicht mehr für voll genommen zu werden und den Respekt von Vorgesetzten und Mitarbeitern zu verlieren. Sprechen Sie die betreffende Person also am besten direkt an und erläutern Sie ganz offen, welche Gefühle der Angriff bei ihnen auslöst und wie ihrer Meinung nach ein guter Lösungsweg aussehen könnte, um die Situation zu klären. Wichtig: Lassen Sie sich nicht von ihren Emotionen mitreißen. Wer sachlich bleibt, hinterlässt den besseren Eindruck und geht letztendlich als Sieger aus dem Konflikt hervor.

2.) Betreiben Sie aktive Imagepflege

Wenn es um Machtspielchen geht, kommt dem eigenen Image eine große Bedeutung zu. Das Schaffen eines negativen Bilds durch andere Mitarbeiter gehört zu einer der am häufigsten zum Einsatz kommenden Strategien und dient vor allem dazu, Sie beim Chef schlecht dastehen zu lassen, während man sich selbst positiv in Szene setzt. Das kann am besten verhindert werden ,indem Sie aktiv Eigenmarketing betreiben und klare Position beziehen. Reden Sie über ihre Leistungen und betonen Sie positive Ergebnisse (ohne dabei
anzugeben), nehmen Sie Dinge, die Sie erfolgreich gemeistert haben, auch für sich in Anspruch und lassen Sie den Chef im Feedback-Gespräch von ihren Erfolgen wissen. Grade in großen Unternehmen sehen die Vorgesetzen nur selten, was die individuellen Mitarbeiter wirklich leisten – was es missgünstigen Kollegen dann umso leichter macht, andere in Misskredit zu bringen und schlecht dastehen zu lassen. Also – schaffen Sie sich selbst ein Image, bevor es ein anderer tut.

3.) Bauen Sie sich ein Netzwerk auf

Eine sichere Strategie, um sowohl direkten als auch passiven Machtspielchen vorzubeugen, ist das Erstellen eines persönlichen Organigramms und der Aufbau eines entsprechenden Netzwerks. Analysieren Sie ihr Umfeld, ihre Kollegen und Chefs und finden Sie heraus, wer welche Interessen verfolgt, wer mit wem oder gegen wen arbeitet, wer Sie unterstützt und wer Sie blockiert. Mit Hilfe dieser Informationen können Sie analysieren, wer ihnen beim Erreichen ihrer persönlichen Ziele weiterhelfen kann, mit wem Sie guten Kontakt pflegen sollten und auf wen Sie ggf. ein Auge haben sollten. Auch wenn sich Machtspielchen so vielleicht nicht ganz vermeiden lassen, können Sie im Zweifelsfall aber wenigstens sicher sein, die richtigen Leute auf ihrer Seite zu haben und genau zu wissen, aus welcher Ecke und aus welchem Grund ein Angriff auf Sie erfolgt.

4.) Entkräften Sie verbale Attacken

Angriff ist die beste Verteidigung – das gilt auch im Fall von verbalen Machtspielchen. Jemand versucht, Sie vor dem Chef oder den Kollegen schlecht dastehen zu lassen, in dem er negativ über Sie oder ihre Arbeit redet, bissige Kommentare macht oder ganz einfach immer prinzipiell gegen ihre Vorschläge und Ideen ist? Dann schlagen Sie zurück – mit den richtigen Fragen. „Wie kommen Sie genau darauf“ oder „Können Sie das näher ausführen“ reicht in den meisten Fällen ungerechtfertigter Kritik bereits aus, um einen notorischen Nörgler als das zu entlarven, was er ist – nämlich als Miesmacher, der gegen Sie agiert und dabei nicht das beste Interesse des Unternehmens, sondern nur sein eigenes im Auge hat. Hilfreich ist es in diesem Fall übrigens auch, die Situation zu versachlichen und durch gezielte Fragen wie „Habe ich Sie richtig verstanden, dass….“ oder „Denken Sie, dass…“ die Emotionen bzw. das Persönliche der Attacke zu entschärfen.

Das könnte dich auch interessieren...