Serie BWL Berufe: Asset-Manager

Asset-Manager
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Der Asset-Manager ist der erste Ansprechpartner von wohlhabenden Privatkunden und Unternehmen, die ihr Vermögen möglichst gewinnbringend am Markt anlegen möchten: Er hilft seinen Kunden dabei, ihr Geld möglichst sinnvoll zu investieren, Risiken zu erkennen und abzuschätzen und so langfristig ihren Besitz zu vermehren. Das Berufsfeld gilt als äußerst anspruchsvoll; dafür zählen Asset-Manager später aber auch zu den absoluten Spitzenverdienern!

Das Berufsbild- Ein Überblick

Asset-Manager sind Spezialisten für jede Form der Geldanlage; sie kennen die Märkte, haben ihre Augen und Ohren überall und beobachten und analysieren alle relevanten Kursentwicklungen. Dabei haben sie vor allem ein Ziel immer fest vor Augen, nämlich: aus viel Geld noch mehr Geld zu machen!

Zu ihren Hauptaufgaben zählen neben der Beratung ihrer Kunden vor allem das gewinnbringende Anlegen und die Überwachung derer Vermögenswerte am Kapitalmarkt. Das geschieht in Form von Aktien, Wertpapieren oder anderen Anlageformen. Unter Berücksichtigung einer fortlaufenden Marktanalyse sowie Rendite und Risiko entwickelt der Asset-Manager ein sogenanntes Portfolio, welches genau auf den individuellen Kunden und dessen Wünsche ausgerichtet ist. Da sich das Portfolio aus verschiedenen Anlagemöglichkeiten zusammensetzt, wird so außerdem das Risiko, durch eine Fehlinvestition alles zu verlieren, gestreut und dementsprechend minimiert. Abgerundet wird das Berufsbild des Asset-Managers außerdem durch Aufgaben aus dem Bereich der Marktforschung, des Transaktionsmanagements sowie des Vertriebs; hier muss der Asset-Manager seine Dienstleistung so überzeugend wie möglich verkaufen und versuchen, bestehende Kunden an sich zu binden und neue für sein Unternehmen zu gewinnen.

Der Alltag eines Asset-Managers ist durch viel Stress und Risikobereitschaft, ein hohes Maß an Eigenverantwortung, viele Dienstreisen und einem überdurchschnittlichen Gehalt geprägt. Zum Einsatz kommt er vor allem bei Investmentgesellschaften, Banken, Asset-Management-Unternehmen, Versicherungen oder auch Pensionskassen. Asset-Manager werden übrigens oft auch als Portfolio- oder Fond-Manager bezeichnet; bei der Suche nach einer entsprechenden Stellenausschreibung sollte man also auch diese Begriffe auf jeden Fall berücksichtigen.

Welche Eigenschaften und Kenntnisse sind wichtig?

Alltag-Asset-ManagerUm als erfolgreicher Asset-Manager durchzustarten, sollte man am besten einen akademischen Abschluss mitbringen. Da sich hier alles um das Spiel mit Zahlen und dem Analysieren von ökonomischen Zusammenhängen dreht, bieten sich vor allem volks- und betriebswirtschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche oder mathematisch-statistische Studiengänge an.

Alternativ ist es aber auch möglich, mit einer Ausbildung als Bank- oder Investmentkaufmann und einer passenden Zusatzqualifikation (zum Beispiel zum Investmentfachwirt) Karriere zu machen. Hier kommt es letztendlich immer darauf an, welche Qualifikation der jeweilige Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern erwartet. Besonders gute Chancen haben außerdem alle Bewerber, die bereits berufliche Erfahrung im Bankenwesen oder einem verwandten Berufsfeld vorweisen können. Das liegt vor allem daran, dass hier ähnliche Kenntnisse und Fähigkeiten gefragt sind: Das Beobachten von Märkten, die enge Zusammenarbeit mit den Kunden und das Entwickeln von cleveren Anlagestrategien sind Aufgaben, die sowohl den beruflichen Alltag von Bänkern als auch den von Asset-Managern prägen.

Da der Alltag als Asset-Manager mit einer Reihe von ziemlich spezifischen Anforderungen aufwartet, reicht es allerdings nicht, nur die formalen Voraussetzungen des Berufsbilds zu erfüllen. Wer hier langfristig Erfolg haben möchte, muss zusätzlich eine Reihe von bestimmten Eigenschaften und Talenten mitbringen: Dazu zählen vor allem ausgezeichnete analytische Fähigkeiten, Entscheidungsfreudigkeit sowie die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge schnell und sicher zu verstehen und zu durchschauen. Da der Asset-Manager jeden Tag mit Millionenbeträgen jongliert und die Verantwortung für das Geld seiner Kunden trägt, sind Nervenstärke und Stressresistenz aber mindestens genau so wichtig.

Bedingt durch die große Internationalität der Branche spielen natürlich auch sehr gute bis ausgezeichnete Englischkenntnisse eine große Rolle. Wer übrigens dazu neigt, Asset-Manager als karrierefixierte Egomanen à la Gordon Gecko abzustempeln, liegt weit daneben: Sie arbeiten im engen Zusammenspiel mit ihren Kollegen und anderen Abteilungen eines Unternehmens und müssen dementsprechend eine hohe Kommunikationsbereitschaft und vor allem auch Teamfähigkeit mitbringen.

Wie gelingt der Berufseinstieg?

Den ersten Schritt auf dem Weg zur Assetmanager-Karriere sollte man am besten schon während des Studiums machen: Das Absolvieren eines Praktikums oder eine Tätigkeit als Werksstudent garantieren nicht nur wichtige berufliche Erfahrungen, auf die man bei der Bewerbung verweisen kann, sondern helfen auch beim Aufbau eines professionellen Kontaktnetzwerks, auf das man nach dem Abschluss zurückgreifen kann. Besonders gut eignen sich hierfür bekannte Asset-Management-Unternehmen oder Kapitalgesellschaften. Da sehr gute Englischkenntnisse in der Branche eine überdurchschnittlich wichtige Rolle spielen, macht sich auch ein Auslandsaufenthalt im englischsprachigen Ausland gut im Lebenslauf.

Darüber hinaus sollte man übrigens auch darauf achten, dass man sich mit seinem Studium nicht zu viel Zeit lässt: Asset-Manager sind High-Performer, deren Erfolg sich ausschließlich an den Ergebnissen bemisst. Deswegen stellen Unternehmen vor allem Absolventen ein, die ihre Zielstrebigkeit und Leistungsbereitschaft bereits dadurch bewiesen haben, dass die ihr Studium in der Regelstudienzeit beendet haben.

Wenn Studium oder Ausbildung schließlich erfolgreich abgeschlossen sind, folgt die Bewerbung. In der Regel beginnt man seine berufliche Karriere zuerst einmal mit einer 18-monatigen Anstellung als Trainee; diese arbeiten in allen unterschiedlichen Bereichen eines Betriebs, um diesen und das Berufsbild so besser kennenzulernen. Wer sich hier bewährt hat, steigt danach als sogenannter Junior-Assetmanager im Unternehmen ein. Dieser hat schon deutlich mehr Verantwortung und einen spezialisierten Aufgabenbereich: Junior-Assetmanager unterstützen ihre erfahrenen Kollegen, in dem sie Risikoanalysen erstellen, sich mit Anlagevorhaben beschäftigen oder zur Abstimmung zwischen den verschiedenen Abteilungen des Unternehmens beitragen. Wer hier überdurchschnittliche Leistungen zeigt, hat nach einigen Jahren schließlich gute Chancen, die Verantwortung für einen Fond bzw. ein Portfolio übertragen zu bekommen.

Gehalt und Perspektiven

GehaltAls Asset-Manager verdient man mehr als nur gut, denn der berufliche Stress und das hohe Maß an Verantwortung werden vom Arbeitgeber entsprechend honoriert. Schon die Einstiegsgehälter liegen durchschnittlich bei knapp 60.000 Euro jährlich und entwickeln sich mit rasanter Geschwindigkeit; bereits nach sieben Jahren im Beruf kommt es hier mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von rund 112.000 Euro fast zu einer Verdopplung. Für die Branchenstars sind sogar Gehälter von 150.000 Euro oder mehr durchaus keine Seltenheit.*

Dabei muss man allerdings beachten, dass sich das Einkommen von Asset-Managern aus einer Kombination aus festem Gehalt und Boni zusammensetzt und es dementsprechend immer eine gewisse Variabilität gibt. Konkret bedeutet das: Wer Erfolg hat, wird in Form von Bonus-Zahlungen an den Gewinnen beteiligt und dementsprechend auch deutlich mehr verdienen. Übliche Boni-Zahlungen bewegen sich in der Regel zwischen 100%-120% des Grundgehalts.

Und wie sieht es mit den beruflichen Perspektiven aus? Es lässt sich nicht leugnen, dass die Finanz- und Wirtschaftskrisen der letzten Dekade das Asset Management zeitweise deutlich geschwächt haben, was sich vor allem auf die Tatsache zurückführen lässt, dass sowohl private Anleger als auch Unternehmen in Sachen Geldanlagen deutlich vorsichtiger und zurückhaltender geworden sind. Das hat sich zwischendurch auch in Form von sinkenden Stellenangeboten für Asset-Manager bemerkbar gemacht. Mittlerweile gehen Experten allerdings davon aus, dass die Branche wieder ordentlich an Wachstum zulegen und dementsprechend in Zukunft gute berufliche Perspektiven bieten wird. Das führen sie vor allem auf eine wachsende Zahl an Jobs im Bereich des Portfoliomanagements/Vertriebs als auch auf ein wachsendes Marktvolumen an privaten und betrieblichen Altersvorsorgen zurück.** Wer sich diesen spannenden und verantwortungsvollen Beruf zutraut und eine entsprechende Ausbildung mitbringt, hat dementsprechend gute Chancen, als Senior-Assetmanager in einer Investmentgesellschaft, einer Versicherung oder einer Bank Karriere zu machen und später sogar in eine Führungsposition aufzusteigen.

Quelle:
*Zeit.de
**e-fellwos.net

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