Serie „BWL-Berufe“: Controller

Serie-"BWL-Berufe": Controller
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Unternehmen bestehen aus Menschen, Produkten, Dienstleistungen und einer ganzen Reihe von Prozessketten. Manchmal erinnern sie an ein Zahnrad, das passgenau ineinander greift. Dann wieder scheint ein Prozess abzulaufen wie nebeneinander gestellte Dominosteine, die sich im Umfallen mitreißen.

Grundsätzlich zeigt sich an diesen Beispielen immer eines: In erfolgreichen Unternehmen müssen Prozesse sich bedingen oder ineinandergreifen, um effektiv zu sein. Nachdem es aber in der Praxis weder Zahnräder noch Dominosteine gibt, muss dieses Zusammenspiel anderweitig beobachtet werden – und zwar anhand von Zahlen.

Betriebswirtschaftliche Kennwerte

BWL Berufe ControllerUm einen Eindruck in die große Zahlenwelt der Betriebswirtschaft zu erhalten, sollen hier einige Zahlen exemplarisch aufgeführt werden. Eine Aufstellung aller betriebswirtschaftlichen Kennwerte würde an dieser Stelle den Umfang sprengen, allerdings führt dieser Link zu einer Formelsammlung BWL.

Bilanzzahlen Bilanzzahlen sind die Werte, die in einer Bilanzanalyse genau betrachtet werden. Im Grunde sind Bilanzzahlen auf anderen Daten basierende Ergebnisse, die zu einer neuen Darstellungsform zusammengeführt werden. Grundsätzlich geben Bilanzzahlen Auskunft über die Finanzen eines Unternehmens, die Ertragslage und auch das Vermögen.
Cash Flow Der englische Begriff „Cash“ lässt bereits vermuten, dass es sich hierbei um Zahlungsmittel handelt, die ein Unternehmen braucht, um liquide zu sein. Der Cash Flow sagt (als Kennzeichen des Geschäftsjahresabschlusses) aus, wie viel Geld erwirtschaftet wurde. Diese Kennzahl ist nicht mit dem Gewinn gleichzusetzen.
Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) In der GuV wird die Ertragslage des Unternehmens beschrieben. Dahinter stecken viele weitere Einzelpositionen wie die Umsatzerlöse oder das Betriebsergebnis (EBIT). Je nachdem welche Werte analysiert werden sollen, werden unterschiedliche GuV-Kennzahlen berücksichtigt. So können Ertragslagen beispielsweise mit und ohne Berücksichtigung der Personalaufwandsquote errechnet werden. Auch das Rohergebnis sowie die Materialaufwandsquote fließen in die GuV ein.
Kapitalumschlag Um den Kapitalumschlag zu berechnen muss der Umsatz durch das Gesamtkapitel des Unternehmens geteilt werden. Je höher der Kapitalumschlag ist, desto mehr erwirtschaftet der Betrieb, denn übersetzt bedeutet das Ergebnis der Kapitalumschlagsberechnung, dass genau dieses Ergebnis (in Euro) pro investierten Euro erwirtschaftet wurde.
Marktanteil Der Marktanteil eines Unternehmens wird nicht mit Blick auf das Innere des Betriebs errechnet, sondern mit Blick auf das Potential, das Marktpotential, und damit auch die Positionierung gegenüber Konkurrenten.
Unternehmensziele Unternehmensziele können mithilfe vieler betriebswirtschaftlicher Kenngrößen geplant werden. Darüber hinaus zeigt sich beispielsweise mit Blick auf die Produktivität eines Betriebs, an welchen Stellen Unternehmensziele in scheinbar unerreichbare Ferne rücken. Kapitalkosten, Unternehmenswachstum, Umsatzrentabilität und Eigenkapitalrendite sind in diesem Zusammenhang wichtige Kennwerte.

Controller sind die Profis in Sachen Zahlen-Interpretation

Natürlich ist es in Anbetracht der Vielzahl an Kennzahlen wichtig, Profis für die Zahlen-Interpretation im Unternehmen zu haben. Besetzt werden diese Stellen mit Controllern, die dann die folgenden Aufgaben zu bewerkstelligen haben:

  • Entwicklung, Weiterentwicklung und Nutzung eines Controlling-Systems zur Steuerung, Planung und Kontrolle der Prozessketten und Leistungen innerhalb eines Betriebs.
  • Mitarbeit bei der Unternehmensplanung in Form einer Koordination von Planungsschritten sowie der laufenden Kontrolle der festgesetzten Ziele.
  • Aufbau und Betreuung des betrieblichen Informationsmanagements: Berichtswesen, Analyse von Kennwerten und Betriebsdaten, Gegenüberstellung von Ist- und Soll-Werten, Präsentation von Analysen und Kennzahlen.
  • Mit-Steuerung von Geschäftsprozessen: Beratung der Unternehmensführung, Erstellung von Prognosen zu Geschäftsverläufen, Ergreifung von Präventivmaßnahmen.

Mehr Details zum Beruf des Controllers vermittelt dieses Video:

Controller werden – aber wie?

Wer Controller werden möchte, muss eine große Affinität zur Zahlenwelt haben. Das heißt, dass sowohl das Interesse als auch das Verständnis für die Herkunft der Zahlen gegeben sein muss. Gute Kenntnisse der Mathematik und auch des Kalkulationsprogramms Excel sind Grundvoraussetzung, um Controller zu werden.

BWL Berufe ControllerAber auf dem Kompetenzprofil eines Controllers steht auch noch ein ganz anderes Thema: Unternehmensprozesse. Diese müssen nämlich zunächst begriffen und verinnerlicht werden, um verstehen zu können, was einzelne betriebswirtschaftliche Kennwerte über diese Prozesse überhaupt aussagen und was aus einzelnen Ergebnissen abgeleitet werden kann.

Um sich Wissen zu Kostenrechnungen, Kostenmanagement, Unternehmensplanung, Budgetierung, Jahresabschlussanalyse, Berichtswesen, Informationsmanagement, betriebswirtschaftlicher Beratung sowie Präsentation und Moderation anzueignen, empfiehlt sich ein BWL-Studium.

Eine mittlerweile gängige Alternative ist die Absolvierung einer kaufmännischen Ausbildung sowie im Anschluss daran eine entsprechende Fortbildung. Fernlehrgangsanbieter wie das Humboldt Fernlehr-Institut bieten beispielsweise extra Controlling-Kurse an, die via Fernstudium relevante Inhalte vermitteln und so ermöglichen, Beruf und Weiterbildung zu kombinieren.

Anbieter für Controllerlehrgänge

Abbildung 1: pixabay.com © geralt (CC0 Public Domain)
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Abbildung 3: pixabay.com © nikolayhg (CC0 Public Domain)

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