Blue-Card-EU löst alles nur nicht Fachkräftemangel

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eu-blue-cardIn einer Pressemitteiling am 31.07.2012 gab das IfM Bonn bekannt, dass ab 1. August 2012 der deutsche Gesetzgeber deutliche Willkommenssignale an Hochqualifizierte, im Ausland lebende Menschen die ab dato neu geltende Blue-Card-EU-Regelung sendet. Fachkräfte, die aus Nicht-EU-Staaten stammen, können eine Blue-Card-EU beantragen. Voraussetzung ist, dass diese Fachkräfte über einen in Deutschland erworbenen oder hier anerkannten Hochschulabschluss oder vergleichbare Qualifikationen verfügen müssen. Die bisherige Vorrangprüfung wird ab sofort entfallen. Dieser Prüfung mussten sich Fachkräfte ohne Hochschulabschluss bisher unterziehen. Der Nachweis eines vorhandenen, festen Arbeitsplatzes muss nach wie vor nachgewiesen werden. Das Bruttojahresgehalt muss mindestens 44.800 Euro betragen und wurde somit im Vergleich zur vorherigen Regelung abgesenkt. Bei Mangelberufen, sog. MINT-Fächer, gilt eine geringere Schwelle von 34.944 Euro im Jahr. Das IfM Bonn begrüßt die neue Regelung, da dies die Attraktivität Deutschlands für hochqualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland steigert.

Vorteil auch für Klein- und Mittelständler

Ohne Frage ist die Blue-Card-EU auch für Unternehmen die klein und mittelständisch (KMU) sind vorteilhaft. Besonders die naturwissenschaftlichen und technologischen Felder scheinen hier bevorzugt zu sein. Vor allem die KMU leiden unter dem Fachkräftemangel, meist noch stärker als die Großunternehmungen. Ein Großteil der KMU hat nur einen geringen bis gar keinen Bedarf an hochqualifizierten Arbeitnehmern. Sie beschäftigen im Gegensatz zu Großunternehmungen meist Arbeiter mit mittlerem Bildungsabschluss. Eine Ausweitung der Blue-Card-EU auf benötigte Fachkräfte mit mittlerem Bildungsabschluss wäre hier erstrebenswert.

Kritische Betrachtung zur Blue-Card-EU

Als großer Kritikpunkt sollte erwähnt werden, dass der Fachkräftemangel in Deutschland nicht von ungefähr kommt. Wäre es nicht wichtiger, die Aus-, Fort- und Weiterbildungen im Inland so anzupassen, dass hier mehr qualifizierte Kräfte hervorgehen? Ob und wie stark die neue Blue-Card-EU angenommen wird, wird sich ohnehin erst in den nächsten Jahren herausstellen. Den Fachkräftemangel durch Investition in die Blue-Card-EU lösen zu wollen, ist mE. nur eine Schnellschusslösung, um die Fehler der Politik aus der Vergangenheit abzudämpfen. Sicher ist es nötig, über den Tellerrand herauszuschauen und think global umzusetzen, so dass Deutschland den Anschluss international nicht verpasst, dabei müssen wir jedoch aufpassen, das wir national den Anschluss nicht verpassen. Was meint Ihr zu diesem Thema? Hat jemand bereits in dieser Richtung Erfahrungen gesammelt?

Quelle: datev e.G. (datev.de)

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2 Responses

  1. Sören sagt:

    Bin da ganz Deiner Meinung!
    Die Blue Card ist maximal eine kurzfristige Lösung – aber auf lange Sicht muss sich in Deutschland selbst was tun! Und damit meine ich nicht nur die Regierung. Ich finde, jeder Unternehmer sollte sich in der Pflicht sehen, etwas für die Bildung zu tun bzw. seine späteren Fachkräfte schon im frühen Jugendalter für seine Berufe zu begeistern. Habe irgendwo gelesen, dass ein Unternehmer sogar in den Kindergarten geht und da den Kleinen spielerisch Interesse für den Ingenieursberuf beibringen will. Fand ich 'ne lustige Idee – der tut wenigstens was.
    Möchte ich Zuge der Debatte gerne noch auf einen kostenlosen Thementag zum Fachkräftemangel hinweisen. Hier gefunden: http://www.marktundmittelstand.de/themen/fachkraeftemangel/thementag/?src=BL
    Da finden am 5.12. Webinare, Web-TV-Beiträge etc. statt und es wird auf die den Fachkräftemangel beeinflussenden Faktoren eingegangen (bspw. demographischer Wandel). 
    Bringt vielleicht neue Sichtweisen auf's Thema 😉

  2. Marc sagt:

    Hallo Sören,

    das sehe ich genauso! Jeder hat die Pflicht etwas zutun…Man sollte es nicht dem Staat, dem Unternehmen oder dem einzelnen AN… Wenn man gemeinsam an einem Strang zieht, kann man auch etwas bewirken.

    Gruß
    Marc von http://www.zeitkraft.de