Das Frühwarnsystem ist wichtig

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Je früher ein Vorgesetzter solche Konflikte im Team erkennt, desto schneller und effektiver kann dieser Konflikt entschärft werden. Schwelt ein Konflikt hingegen sehr lange, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Kontrahenten sich verbal regelrecht ineinander verbeißen und es wird immer mehr Energie in diesen Konflikt investiert. Ein ernsthafter und schon länger bestehender Zwist kann im schlimmsten Falle ein komplettes Team für einen gewissen Zeitraum bzw. bis zur Problemlösung lahmlegen.

Frühes Erkennen von Konflikten

Allerdings sind Konflikte nicht so leicht zu erkennen, da sie sich nicht sofort in offenen Streitigkeiten oder auch lautstarken Auseinandersetzungen zeigen. Die Hinweise auf einen Konflikt sind viel subtiler und können sich in Endlosdiskussionen oder veränderten Umgangsformen innerhalb des Teams zeigen.

Es gibt einige Merkmale, anhand derer Sie Konflikte erkennen können, die sich gerade in der Entstehungsphase befinden:

  • Klatsch und Tratsch ufern aus und sind häufiger als bisher präsent.
  • Schuldzuweisungen innerhalb des Teams häufen sich.
  • Die Umgangsformen untereinander verändern sich in eine höfliche und sehr sachliche Richtung.
  • Missverständnisse und Pannen passieren häufiger als bisher.
  • Eine verstärkte Cliquen- und Gruppenbildung ist zu verzeichnen.
  • Mitarbeiter neigen dazu, sich zu meiden.
  • Informationen werden deutlich verspätet oder überhaupt nicht mehr weitergegeben.
  • Sticheleien untereinander sind häufiger zu erkennen.
  • Die Anzahl der Beschwerden steigt an.

Dabei sollten Vorgesetzte berücksichtigen, dass ein Signal der Checkliste allein noch nicht einen beginnenden Konflikt aufzeigen kann. Auch persönliche Gründe können zum Beispiel beim einzelnen Mitarbeiter zu einem zeitweiligen Rückzug aus dem Team oder einer Stimmungsveränderung führen. Ebenso können Arbeitsabläufe der Grund für den einen oder anderen Hinweis auf einen Konflikt bedeuten. Grundsätzlich sollten Signale aber hinterfragt werden bzw. deren Ursachen auf den Grund gegangen werden.

Missverständnisse verursachen Konflikte

Wichtig ist es zum einen, Konflikte möglichst frühzeitig zu erkennen, und zum anderen die Gründe für einen Konflikt herauszufinden.

Grundsätzlich sind es Störungen in der Kommunikation, die zu Konflikten führen. Das heißt, dass Menschen grundsätzlich deshalb in Konfliktsituationen geraten, weil sie sich missverstehen. In der Kommunikation untereinander kommen Aussagen des Senders nicht exakt beim Empfänger an. Während ein Mensch eine Aussage trifft, versteht der andere diese Aussage unter Hinzuziehung seiner eigenen Interpretation.

In der Kommunikationswissenschaft wird von einer Nachricht gesprochen und gemäß dieser Wissenschaft drückt sich ein Mitteilender in seiner Nachricht auf vier Ebenen aus. Auch ein Empfänger hat diese vier Ebenen des Verständnisses für eine Nachricht zur Verfügung. Allerdings sind die vier Ebenen unterschiedlich stark ausgeprägt und unterscheiden sich von der Ausprägung dieser beim Sender. In der Kommunikationswissenschaft wird hier von der Vier-Ohren-Theorie gesprochen. Eine einfache Aussage kann also vom Sender völlig anders gemeint sein, als sie beim Empfänger ankommt, da dieser eine andere Interpretation in die Aussage hineinlegt. So müssten Aussagen theoretisch immer unter der Einbeziehung der Sichtweise von Sender und Empfänger getroffen werden.

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