Mut zur Lücke im Lebenslauf

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Geradlinige Lebensläufe mit aneinander anschließenden Tätigkeiten werden zunehmend seltener. Häufig sind dagegen Patchwork-Lebensläufe mit Tätigkeiten in verschiedenen Branchen sowie Lebensläufe, die mehrere Lücken zwischen den einzelnen Arbeitsstellen aufweisen. Aus der Sorge heraus, dies könnte beim neuen Arbeitgeber nicht gut ankommen, neigen viele Arbeitssuchende dazu, mit vermeintlich cleveren Darstellungsformen Lücken verheimlichen zu wollen. So werden im Lebenslauf Anfangs- und Enddaten der Arbeitsstellen nur ungenau angegeben (beispielsweise nur das Jahr) oder Aktivitäten einfach erfunden.

Anstatt die Wahrheit zu verbiegen, sollten sich Bewerber aufmerksam mit ihrem Lebenslauf und den Lücken darin befassen – und die Wahrheit positiv formulieren, statt eine neue Realität zu erfinden. Als Regel gilt dabei, dass alle Lücken über zwei Monate hinaus im Lebenslauf erklärt werden müssen; besser ist es jedoch, auch kürzere Lücken zu schließen. Dazu kommen mehrere Möglichkeiten in Frage.

Bewerber sollten bei der Wahrheit bleiben

Grundsätzlich gilt: Alles, was der Bewerber in seinem Lebenslauf angibt, sollte er nachweisen können. Spätestens, wenn im Vorstellungsgespräch nachgefragt wird, kommen kleinere und größere Lügen und Vertuschungsaktionen im Lebenslauf ans Licht – und das macht dann einen schlechteren Eindruck, als wenn man gleich bei der Wahrheit geblieben wäre. Unternehmer sehen sich die Lebensläufe und Arbeitszeugnisse genau an und Widersprüche fallen fast immer auf. Der Bewerber sollte daher keinesfalls etwas erfinden, was nicht der Wahrheit entspricht.

Tatsächliche Tätigkeiten und Ereignisse im Lebenslauf etwas freier zu interpretieren, ist dagegen legitim. Wer zwischen zwei Arbeitsstellen eine längere Reise gemacht hat, kann dies beispielsweise im Lebenslauf angeben: So hat er in der arbeitslosen Zeit seine Sprachkenntnisse erweitert und neue Kulturen kennengelernt. Vielleicht hat er sogar im Reiseland eine Firma der eigenen beruflichen Branche besucht und dadurch einen Einblick in eine vergleichbare Tätigkeit im anderen Land erhalten. Auch hier sollte man jedoch so weit wie möglich bei der Wahrheit bleiben, sonst kommt man im Vorstellungsgespräch in Erklärungsnot.

Es ist sinnvoll, Ehrenämter und Kurse einzubringen

Wenn Firmen Bewerbungen erhalten, betrachten sie nicht nur die Qualifikationen und Berufserfahrungen, sondern auch die so genannten „Soft Skills“ wie Kommunikations- oder Teamfähigkeit. Solche Fähigkeiten kann der Arbeitssuchende während seiner Lücke im Lebenslauf durch berufsfremde Tätigkeiten weiterentwickeln – und sollte dies dann auch angeben.

Möglichkeiten des Lückenschlusses sind daher auch immer ehrenamtliche Tätigkeiten oder Aktivitäten und Seminare, in denen man entsprechende Fähigkeiten erworben hat, die der künftigen Tätigkeit zugutekommen. VHS-Kurse oder ein Eigenstudium zuhause kann der Bewerber ebenso erwähnen wie Aushilfstätigkeiten, denen er während der Arbeitslosigkeit nachgegangen ist. Auf eines sollte man jedoch aufpassen: Da die Firmen an einem passenden Mitarbeiter interessiert sind, muss stets ein Bezug zur ausgeschriebenen Stelle hergestellt werden.

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