Betriebsergebnisrechnung

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Die vollständige Angleichung wertmäßiger an pagatorische Größen erfordert entsprechend des präzisierten Zusammenhanges zusätzlich eine Trennung des neutralen vom handelsrechtlichen Aufwand.

Um der Harmonisierung des betrieblichen Rechnungswesens nicht nur auf Ebene der Rechengrößen, sondern auch auf Ebene der Ergebnisrechnung zu entsprechen, empfiehlt sich der Aufbau einer sog. Betriebsergebnisrechnung in die Struktur des externen Rechnungswesens. Unter Angleichung kalkulatorischer an pagatorische Rechengrößen ist grundsätzlich eine einheitliche Ergebnisrechnung in der Praxis möglich. Das Gesamtergebnis der Finanzbuchhaltung im Rechnungskreis 1 (RK 1), welches deckungsgleich mit dem der Gewinn- und Verlustrechnung ist, kann in ein neutrales Ergebnis und in ein Betriebsergebnis aufgeteilt werden.

Gerechtfertigt ist diese Aufteilung durch die Gleichheit von Grundkosten (-leistungen) und betrieblichen Zweckaufwand (-leistungen) im Rahmen eines harmonisierten Rechnungswesens. Abgegrenzt vom neutralen Ergebnis zeigt das Betriebsergebnis den ”tatsächlichen” Periodenerfolg im Kerngeschäft (sog. operatives Ergebnis) auf. Im Verlauf einer Erfolgsquellenanalyse erfolgt eine weitergehende Aufspaltung dieses Ergebnisses auf die bei der Profitcenter-Konzeptionierung  vorzufindenen Produktabteilungen durch eine Profitcentererfolgsrechnung.

Bewertung des Datenmaterials

Ob die Anforderungen an eine Profitcentererfolgsrechnung erfüllt werden können, hängt im starkem Maße von den datenverarbeitenden technischen Realisierungsmöglichkeiten in den Unternehmen ab. In diesem Zusammenhang geht es insbesondere darum, ein integriertes Gesamtsystem des Rechnungswesens in der vorhandenen Struktur des ERP-Systems festzuhalten. Inwieweit eine mittelfristige Erweiterung des Standardsoftwaresystems durch controllingspezifische Programmsysteme die Informationsgenauigkeit erhöhen kann, bleibt an dieser Stelle offen. Nach einer anfänglichen Systemanalyse kann jedoch festgehalten werden, dass die vorhandene Softwarestrukturen oftmals die Aufgaben des internen Rechnungswesens als integrierte Gesamtlösung abdecken kann.

Um auf relevante Informationen zurückzugreifen, welche bisher im System ungenutzt vorhanden sind kann auf vorhandene Ressourcen zurückgegriffen werden, um mit geringem programmtechnischem Aufwand diese Lücke zu schließen. In Zusammenarbeit mit der unternehmenseigenen EDV-Abteilung können notwendige Informationssysteme auf Basis herkömmlicher Programmiersprachen erstellt oder durch die Spezifikation individueller Abfrageberichte ermöglicht werden. Endbenutzerorientierte Softwaretools, wie z.B. Tabellenkalkulationssysteme bieten eine ausreichende Ergänzung als Auswertungsbasis unter Zugriff auf das Datenbanksystem des ERP-Systems. Die sog. Betriebsergebnisrechnung stellt einen solchen Anwendungsbereich zur Lösung von Teilgebieten des internen Rechnungswesens dar.

Die Qualität des Datenmaterials und die damit verbundene Aussagefähigkeit der Informationen aus der Kosten- und Leistungsrechnung ist abhängig vom notwendigen Differenzierungsgrad und der Aktualität der Datenerfassung im ERP-System. Da die für die Profitcenterfolgsrechnungen erforderlichen Daten nicht primär erfasst, sondern aus vorgelagerten Abrechnungsgebieten übernommen werden, ist diese integrierte Datenverarbeitung vorab auf formelle und inhaltliche Richtigkeit zu prüfen.

Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von: uni-fachwissen.de

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