Profitcenter-Konzept im Kontext der UNorganisation

Teilen

Die Profitcenter-Konzeption lässt sich grundsätzlich in jeder Organisationsform verwirklichen, jedoch mit unterschiedlichem Erfolg. Eine Unterscheidung praxisrelevanter Formen der Unternehmensorganisation kann weitgehend in verrichtungsorientiert oder objektorientiert erfolgen.

Funktionales Profitcenter-Konzept

Werden gleichartige Verrichtungen bzw. Funktionen (z.B. Beschaffung, Fertigung, Absatz) in einzelnen Abteilungen  zusammengefasst, kann von einer funktionalen Organisation bezüglich der Kerntätigkeiten eines Unternehmens gesprochen werden. In diesem Kontext stimmen Profitcenter mit den einzelnen Funktion überein, so dass zwei ineinandergreifende Problemkreise für eine Profitcenter-Konzeption in einer funktionalen Organisationsstruktur entstehen:

1. Die einzelnen Funktionsabteilungen (Profitcenter) stehen in einem Zusammenhang gegenseitiger Abhängigkeit, so dass ein freier Zugang zu Marktpartnern fehlt. Unter dem Aspekt der Verursachungsgerechtigkeit und Verantwortlichkeit ist eine Orientierung an Marktpreisen zur Bestimmung von Verrechnungspreisen, und damit eine Leistungsbewertung, nicht möglich.

2. Wichtige Entscheidungen werden zentral durch die Unternehmensleitung getroffen, so dass die operationelle Unabhängigkeit der nach funktionalen Gesichtspunkten gebildeten Profitcenter nicht gewährleistet ist. Aufgrund mangelnder Kongruenz von Aufgabe, Kompetenz und Gewinnverantwortung ist eine verursachungsgerechte Zurechnung von Kosten und Erlösen nicht möglich. Dies führt zu dem Ergebnis, dass Koordination und Unternehmensflexibilität, bezweckt durch eine eigentliche Entscheidungsdezentralisation, beeinträchtigt sind.

Ausgehend von diesen Ergebnissen ist eine Bildung von Profitcentern in einer funktionalen Organisation nicht möglich, jedoch eine Variante pretialer Wirtschaftslenkung. Da die verfolgten Hauptziele einer Koordinationsverbesserung und Verbesserung der Gewinnorientierung nicht erreichbar sind, können verrichtungsorientierte Profitcenter höchstens zu Kostenkontrollbereichen (Cost Center) mit mengenmäßiger Leistungsermittlung ausgestaltet werden.

Divisionales Profitcenter-Konzept

Für die Bildung von Profitcentern geeigneter erscheint eine objektorientierte Unternehmensorganisation. Durch diese Aufteilung, verbunden mit einer Zentralisation und Dezentralisation des Aufgabenelement Objekt und Verrichtung, kann eine Gleichsetzung mit einer divisionalen bzw. Sparten oder Geschäftsbereichorganisation erfolgen. Aus diesem rein aufbauorganisatorischen Prinzip ergibt sich erst eine Identität zwischen Profitcenter und Division durch eine Dezentralisation von Entscheidungen und den damit verbundenen Delegationsinhalten.

Strukturierungsalternativen (auch Objektzentralisation genannt) einer divisionalen Aufbauorganisation ergeben sich grundsätzlich aus produkt- oder marktspezifischen Gesichtspunkten, wobei produktorientierte Divisonen die häufigste Form des Profitcenters bilden. Divisional gegliederte Profitcenter sind durch eine funktional organisierte tiefere Hierarchiestufe gekennzeichnet, in welcher alle wesentlichen unternehmerischen Prozesse, zumindest in Ansätzen, wahrgenommenwerden. Durch diese divisionale Organisation mit Profitcenter-Charakter entstehen Teilunternehmen im Gesamtunternehmen.

Die divisionale Aufbauorganisation eines Unternehmens kommt dem Ideal einer Kongruenz Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung am nächsten, so dass die bereits vorgestellten Merkmale eines Profitcenters um die Divisionalisierung erweitert werden kann. Profitcenter i.e.S. sind organisatorische Einheiten einer Unternehmung, deren aufbauorganisatorische Strukturierungsprinzipien produkt-, regional-, oder kundenorientierte Divisionen darstellen und auf deren Leitung die Unternehmensführung der Gewinnverantwortung entsprechende Entscheidungsbefugnisse delegiert.

Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von: uni-fachwissen.de

Das könnte dich auch interessieren...