So wird ein Student Unternehmer

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In den USA ist es bereits seit Jahren üblich, die Studenten bereits an der Uni auf das Unternehmertum vorzubereiten. In Deutschland dagegen gab es den ersten Lehrstuhl für Gründungen erst im Jahre 1998. Damaliger Vorreiter war die European Business School von Oestrich-Winkel. Seither hat sich jedoch einiges verändert, aus den wenigen Gründungslehrstühlen sind mittlerweile deutlich mehr geworden. Auch die Anstrengungen in der Vorbereitung der Studenten auf eine spätere selbstständige Tätigkeit haben sich mittlerweile drastisch verbessert, wie ein aktuelles Ranking der Unis zeigt, die am besten auf die Selbstständigkeit vorbereiten.

Diese Form des Rankings wurde bereits in den Jahren 2001, 2003 und 2005 durchgeführt. Pro Universität wurden 47 Variablen bewertet. Die letzte Erhebung des Rankings fand 2007 statt. Mittlerweile hatten sich die Gründungslehrstühle jedoch soweit verändert, dass die Kriterien, die bewertet wurden, deutlich verändert werden mussten. Eine konkrete Vergleichbarkeit zwischen den Rankings ist also nur noch bedingt möglich. Das Ranking der Unis soll vor allem Auskunft darüber geben, wie es um die Kompetenz und das Engagement der Unternehmerausbildung an der jeweiligen Uni bestellt ist.

Drei Unis halten ihr Niveau

Im direkten Vergleich der besten zehn Unis dieses Rankings von 2001 bis 2007 fällt zudem auf, dass die drei Unis Wuppertal, Dresden und Hohenheim konstant gute Werte erzielen konnten. Sie waren in allen Rankings unter den Top Ten vertreten, oft auch unter den ersten drei Platzierungen.

Ebenfalls zeigt sich, dass die Unis sich insgesamt im Bereich der Gründungslehrstühle verbessert haben. Die Ergebnisse wurden stetig gesteigert, so dass von den maximal erreichbaren 400 Punkten beim ersten Ranking im Schnitt nur 40 Prozent erreicht wurden, in 2005 schafften es die Unis bereits auf mehr als 55 Prozent.

Die Berechnungsgrundlagen

Als Berechnungsgrundlage für die Bewertung wurden die einzelnen Kriterien verwertet. Ihnen wurde eine Punktzahl zugewiesen, so dass insgesamt 400 Punkte erreicht werden konnten. Im 2007 durchgeführten Ranking wurden die Kriterien deutlich verschärft, der Rückgang der Ausschöpfungsquote der Punkte auf 43 Prozent ist deshalb nur natürlich.

Insgesamt ergeben die Rankings der Unis aber, dass Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich aufgeholt hat. Zwar herrschen noch keine amerikanischen Verhältnisse, so dass Gründer im Studium noch nicht 100-prozentig optimal auf das Unternehmertum vorbereitet werden, allerdings steigern sich die Verbesserungen nahezu jährlich. Die Entrepreneurship-Ausbildung an deutschen Universitäten gewinnt deutlich und kann Studenten mittlerweile schon recht gut auf die spätere Gründung eines eigenen Unternehmens vorbereiten. Allerdings müssen noch weitere Verbesserungen durchgeführt werden, um die Schwachstellen zu beheben.

Quelle: Venture Capital Magazin 10/2008, S. 20 – 21

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