Produktimitation vs. Produktpiraterie

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Jeder kennt sie aus dem Urlaub oder von Ebay – die tausenden billigen Imitate von Marken-Sonnenbrillen oder -Uhren. Trotz des billigen Preises bleibt dabei immer ein fader Beigeschmack zurück und die Frage, was eigentlich legal ist. In diesem Zusammenhang drängen sich immer zwei nah beieinanderliegende Begriffe auf: die Produktimitation und die Produktpiraterie. Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter?

Die Produktimitation

Unter einer Produktimitation wird es verstanden, wenn ein Produkt am Markt eingeführt wird, das bereits in einer ähnlichen Form erhältlich ist. Die Produktimitation ist eine legale Maßnahme der Produktpolitik, sofern durch den Vertrieb des Produktes keine Rechte Dritter verletzt werden.

Die Vorteile der Produktimitation

Das imitierende Unternehmen hat dabei den Vorteil, dass es sich hohe Kosten für Forschung und Entwicklung einsparen kann. Dafür ist nicht zuletzt verantwortlich, dass der Markt für das entsprechende Produkt bereits erschlossen ist. Zudem kann der Imitator davon profitieren, wenn das Original mit Problemen behaftet ist und es diese beseitigt. So lässt sich ein Mehrwert für den Kunden erreichen.

Die Nachteile der Produktimitation

Allerdings kann es sein, dass erst einmal einige Barrieren zu überwinden sind, bevor ein Produkt legal imitiert werden kann. Hierzu gehört beispielsweise die Eintragung eines Patents durch den Erfinder des Originals. Ein solches kann im Prinzip nur durch den Kauf von Lizenzen überwunden werden. Zudem ereilt den Imitator das Schicksal, der ewig Zweite zu sein. Er muss es erst einmal schaffen, das Original zu übertrumpfen. Das Unternehmen, das das Produkt entwickelt hat, hat sich bereits einen großen Kundenstamm aufgebaut, bevor der Imitator mit seiner Nachahmung auf den Markt geht.

Beispiele für Produktimitationen

Produktimitationen können verschiedene Ausgestaltungen annehmen. Zum einen können Produkteigenschaften imitiert werden. Hierbei sieht man es einem Produkt äußerlich nicht an, dass es sich um ein Imitat handelt, aber die Zusatzstoffe beispielsweise in einem Lebensmittel sind identisch. Eine weitere Möglichkeit ist eine ähnliche Verpackung. Dabei kann es sich beispielsweise um die Form, die Farbe oder einen Schriftzug handeln. Ebenso kann die Marke eines anderen Unternehmens imitiert werden, indem beispielsweise ein ähnliches Motiv oder ein ähnlich lautender Markenname gewählt wird.

Die Produktpiraterie

Von Produktpiraterie spricht man, wenn Produkte anderer Unternehmen gezielt kopiert werden, um diesen Konkurrenz zu machen. Hierbei werden nicht selten gewerbliche Schutzrechte, das UWG oder das Urheberrechtsgesetz verletzt. Häufig werden dabei eingetragene Markenzeichen gefälscht oder nachgeahmt.

Ausgestaltung der Produktpiraterie

In besonders dreisten Fällen der Produktpiraterie versehen die Imitatoren ihre Plagiate einfach mit den Markenzeichen der Originale um den Anschein zu erwecken, ein Original zu sein. Dies können sowohl Firmennamen als auch Firmenlogos sein. Ebenso kommt es häufig vor, dass ein nahezu identisches Produkt angeboten wird, bei dem das Motiv und der Firmenname so leicht abgewandelt werden, dass immer noch leicht erkennbar ist, von welchem Markenhersteller die Vorlage dazu stammt.

Auswirkungen der Produktpiraterie

Durch die Produktpiraterie werden jährlich vermutlich 660 Milliarden Euro Schaden angerichtet. Obwohl der Zoll international tätig ist, weitet sie sich immer mehr aus. Weit mehr als die Hälfte der gefakten Markenprodukte stammt aus China.

Quelle: „Produktimitation versus Produktpiraterie – Strategische Produktpolitik versus Rechtsbruch“ von B. A. Eric Seidel

 

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2 Responses

  1. Marco sagt:

    Hallo, kann man Ihre Bachelor-Arbeit irgendwo im Internet herunterladen bzw. zitirfähig nachlesen? Danke schon einmal im Voraus. Beste Grüße

  2. Torsten sagt:

    Hallo Marco: Sie sollten sich in dem Fall an den Autoren B. A. Eric Seidel wenden.