Buchungsregeln: Soll an Haben

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Als Student der Betriebswirtschaft hat man sich zwangsläufig mit den Buchungsregeln auseinander zu setzen. Das grundlegene Verständnis der Buchungsregeln ist das Wichtigste von allem. Wer das nicht verstanden hat, hat später keine Chance.

Die Buchungsregeln sind die Grundlage für die Bildung von Buchungssätzen und stellen dar, was auf der linken "Soll" und der rechten "Haben" Seite zu stehen hat.

Soll und Haben nicht mit dem Girokonto verwechseln

Irrtümlicher Weise wird Soll und Haben oft mit den Angaben auf dem Girokonto verwechselt. "Soll" heißt in der Buchhaltung nicht zwangsläufig minus und "Haben" nicht plus. Die Begriffe sind von italienischen Mönchen der Renaissance, die Schuldnerlisten führten, geprägt wurden. Die Schuldnerlisten waren unterteilt in "Gezahlt haben" und "Zahlen sollen". Der damalige Sinnbezug ist in den Buchungsregeln logisch nicht mehr begründet und kann jetzt nur noch auswendig gelernt werden.

Man unterscheidet vier Kontenarten.

  • Aktivkonten
  • Passivkonten
  • Aufwandskonten
  • Ertragskonten

Merke:

Aktiv- und Passivkonten

Was man in der Aktiva im "Soll" bucht, dass gehört bei der Passiva ins "Haben".Die Bestandskonten haben ihre Mehrungen auf der Seite, auf der sie in der Bilanz stehen und die Minderungen auf der gegenüber liegenden Seite.

Aufwands- und Ertragskonten

Die Aufwands- und Ertragskonten sind Unterkonten zum Eigenkapital. Aufwendungen werden im "Soll" gebucht und ergeben eine Eigenkapitalminderung und Erträge werden im "Haben" gebucht, was wiederum eine Eigenkapitalmehrung darstellt.

Zur Ableitung der Buchungssätze haben sich folgende "Fünf eiserne Regeln" bewährt.

  1. Was für Konten sind beteiligt?
  2. Was für Konten sind das?
  3. Nehmen diese Konten ab oder zu?
  4. Wo ist zu buchen?
  5. Buchungssatz bilden.

Hierzu einige Beispiele, die das Verständnis verinnerlichen sollen.

Wir kaufen Rohstoffe im Wert von 3.000,00 € in Bar.

1. Was für Konten sind beteiligt?

Rohstoffe und Kasse

2. Was für Konten sind das?

Rohstoffe und Kasse sind beides Aktivkonten

3. Nehmen diese Konten ab oder zu?

Rohstoffe nimmt zu und Kasse nimmt ab.

4. Wo ist zu buchen?

Rohstoffe im Soll und Kasse im Haben

5. Buchungssatz bilden.

Rohstoffe an Kasse 3.000,00 €

Wir schreiben einem Kunden eine Rechnung im Wert von 2.000,00 €

1. Was für Konten sind beteiligt?

Forderungen und Verkaufserlöse

2. Was für Konten sind das?

Forderungen ist ein Aktivkonto und Verkaufserlöse ist ein Ertragskonto

3. Nehmen diese Konten ab oder zu?

Beide Konten nehmen zu.

4. Wo ist zu buchen?

Forderungen im Soll und Verkaufserlöse im Haben.

5. Buchungssatz bilden.

Forderungen an Verkaufserlöse 2.000,00

 
Das Unternehmen erwirbt ein Grundstück im Wert von 250.000,00 €

1. Was für Konten sind beteiligt?

Grundstücke und Bank

2. Was für Konten sind das?

Grundstücke und Bank sind beides Aktivkonten.

3. Nehmen diese Konten ab oder zu?

Bank nimmt ab und Grundstücke nimmt zu.

4. Wo ist zu buchen?

Grundstücke im Soll und Bank im Haben.

5. Buchungssatz bilden.

Grundstücke an Bank 250.000,00 €

Dazu kann ich nur den Beitrag von Harry Zingel Grundkonzepte im Rechnungswesen: ohne fleiß kein Preis empfehlen. Dieser Beitrag geht noch einen Schritt weiter und erklärt die Regeln der Buchführung und des Rechnungswesens an der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung.

Eine besondere Stolperfalle ist das Buchen eines neu angeschafften Computers. Wie das funktioniert, wird im Lexikon der Betriebsausgaben erklärt.

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2 Responses

  1. Anja sagt:

    Sehr gut erklärt! Hier wird echt mal ohne viel Drumherum erklärt, wie man das alles in einfachen Schritten macht. Danke dafür.