781,87 Euro betragen die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten, die Studierende in Deutschland Monat für Monat aufbringen müssen. Davon entfallen laut Erhebung der Zeitschrift „Unicum“ alleine 253,92 Euro auf die Miete. Betrachtet man nun den Höchstsatz, der für Studentinnen und Studenten als BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) möglich ist, 643 Euro, ergibt sich eine Lücke von fast 76 Euro. Irgendwie muss dieser Betrag aufgebracht werden. Wenn nicht gerade die Eltern als Sponsor auftreten, bleibt vielen nur ein Job neben dem Studium – zumal man sich hin und wieder ja auch etwas erlauben möchte und die laufenden Kosten gedeckt sein müssen. Da es sich bei diesem Zahlenwerk um ein rein theoretisches Gerüst handelt, längst nicht jeder Anspruch auf BAföG oder vermögende Eltern hat, bleibt vielen nur die Finanzierung des Studiums oder ein Job.
BAföG – ideal, aber nicht für jeden greifbar
Denkbar sind mehrere Wege, wobei BAföG immer noch die günstigste Variante ist. Wer die Voraussetzungen erfüllt, nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz unterstützt zu werden, erhält einen zinslosen Kredit und muss nicht einmal die komplette Summe tilgen. Denn 50 Prozent der BAföG-Zahlungen sind ein Geschenk des Staates. Aufstocken lässt es sich, wenn der Betrag auf einen Schlag zurückgezahlt wird oder man besonders zügig den Abschluss schafft. Die Rückzahlung erfolgt abhängig vom Einkommen in vierteljährlichen Raten. Optimal also, aber leider nicht ausreichend, um wirklich alle Kosten zu decken.
Flexibel: der KfW-Studienkredit
Das ist auch mit dem KfW-Studienkredit als einziger Geldquelle nicht möglich. Dafür kann er als Ergänzung zum BAföG für ein besseres Finanzpolster sorgen. Konzipiert ist der Studienkredit der KfW-Förderbank als laufende Zahlung, der eine Karenzphase und schließlich die Tilgungsphase folgen. Studierende haben die Möglichkeit, zwischen 100 und 650 Euro im Monat zu erhalten. Der Betrag kann während der Laufzeit flexibel gehandhabt werden. Zum Ende des Studiums, wenn mehr Stunden am Schreibtisch und in den Bibliotheken verbracht werden und die Zeit für einen Job nicht ausreicht, wird häufig mehr Geld benötigt. Ausgezahlt wird der Studienkredit mindestens sechs Monate und maximal sieben Jahre. Die Zinsobergrenze wird für 15 Jahre festgeschrieben. Das soll zumindest für eine wenige Planungssicherheit sorgen und die Kosten in Grenzen halten. Das eigene Einkommen oder das Vermögen der Eltern bleiben komplett außen vor, auch Sicherheiten sind nicht nötig. Nach dem Studium bleiben sechs bis 23 Monate Zeit, ehe mit der Tilgung begonnen werden muss, die dann auf höchstens 25 Jahre ausgelegt ist.
Vor- und Nachteile des KfW-Studienkredites
Größter Vorteil des KfW-Studienkredites ist seine Flexibilität. Der Darlehensbetrag kann an die persönlichen Umstände angepasst werden. Zudem hat man Zeit, sich in Ruhe um einen Arbeitsplatz zu bemühen, ehe mit der Rückzahlung begonnen werden muss. Allerdings, und das darf bei einem Kredit nie vergessen werden: Es entstehen mit jedem Euro, der ausgezahlt wird, Schulden. Sie wachsen Monat für Monat und können gerade zu Beginn des Arbeitslebens durchaus belasten, wenngleich 25 Jahre Zeit bleiben, den Berg abzutragen. Die Zinsen werden beim Studienkredit sofort mit dem Auszahlungsbetrag verrechnet. Hinzu kommt eine Aufwandsentschädigung von einmalig rund 232 Euro für den Vertriebspartner.
KfW-Bildungskredit und Studienbeitragsdarlehen
Für Studierende, die das Grundstudium hinter sich haben oder den zweiten Bildungsweg einschlagen, könnte auch der KfW-Bildungskredit in Frage kommen. Er wird in maximal 24 Monatsraten zu 100 bis 300 Euro ausgezahlt – also höchstens 7.200 Euro. Als Einmalzahlung sind 3.600 Euro möglich. Der Zinssatz unterliegt der Bundesgarantie und ist damit vergleichsweise günstig. Wie beim Studienkredit sind weder Einkommen noch Sicherheiten nötig. Vier Jahre Pause werden beim Bildungskredit eingeräumt, ehe mit monatlich 120 Euro die Tilgung beginnt. Eine weitere Möglichkeit, ist das Studienbeitragsdarlehen. Die Höhe richtet sich nach den Studiengebühren – sofern sie verlangt werden. Das Geld geht dann unmittelbar von der Bank an die Universität. Die Rückzahlung ist später an ein Mindest-Nettoeinkommen gekoppelt.
Studienkredit von Banken
Einige Banken bieten einen ähnlich aufgebauten Studienkredit an wie die KfW-Förderbank und zahlen monatlich einen vereinbarten Betrag, räumen eine „Ruhepause“ nach dem Studium ein und verlangen erst dann die erste Rate. Allerdings sind die Laufzeiten kürzer und werden klare Grenzen gezogen. Bei den Sparkassen beispielsweise werden in der Regel maximal 25.000 Euro gewährt, die monatlich in Beträgen von 200 bis 600 Euro ausgezahlt werden. Für die Rückzahlung bleiben anders als bei der KfW-Bank dann nicht 25, sondern höchstens zehn Jahre. Auch hier sind keine Sicherheiten oder ein laufendes Einkommen nötig.
Rechenbeispiel Studienkredit
Wenn über fünf Jahre lang monatlich 500 Euro als Studienkredit in Anspruch genommen werden, summiert sich ohne Zinsen ein Betrag von 30.000 Euro. Ausgehend von einem effektiven Zinssatz von 6,0 Prozent p.a. ergibt sich nach Ablauf von fünf Jahren eine Schuldenlast von 34.912 Euro. Nach einer Karenzzeit von zwölf Monaten, die nötig ist, um einen Job zu finden und Fuß zu fassen, sind es rund 37.007 Euro. Werden für die Rückzahlung zehn Jahre, also 120 Monate veranschlagt, ergibt sich daraus eine monatliche Rate von 408 Euro. Unter dem Strich müssen etwa 48.949 Euro aufgebracht werden. Damit entstehen Kosten von 18.949 Euro. Da die Möglichkeit besteht, Sondertilgungen zu leisten, kann die Last erheblich gedrückt werden.
Der normale Ratenkredit fürs Studium
Bei einem regulären Ratenkredit, der von der Bank vor Ort oder einer der zahlreichen Direktbanken angeboten wird, geht gar nichts ohne Sicherheiten und ein eigenes Einkommen. Studierende haben hier häufig nur die Chance, wenn die Eltern den Vertrag mit unterschreiben – und ausreichend kreditwürdig sind. Statt monatlicher Raten gibt es dann einen Betrag, mit dessen Rückzahlung sofort begonnen werden muss. Der Vorteil: Es gibt es viele Angebote und damit die Möglichkeit, zu vergleichen – wobei nicht alle Banken Studierenden ein Darlehen einräumen. Die Kosten halten sich insofern in Grenzen, da die Zinsen sich nicht über Jahren ansammeln und maximal 84 Raten vereinbart werden können. Sinnvoll ist diese Art von Kredit nur, wenn man sich zum Ende des Studiums etwas Luft verschaffen möchte und sichergestellt ist, dass man die Raten stemmen kann. Auch für einmalige Anschaffungen – wie die Einrichtung der Wohnung oder einen neuen PC – ist der Studentenkredit eine Überlegung wert.
Fazit
Gleich, welche Form der Studienfinanzierung gewählt wird: Sie alle stellen eine finanzielle Belastung dar. Wichtig ist daher, sich im Klaren darüber zu sein, welcher Betrag benötigt wird, und den Rahmen nicht komplett auszureizen. Das würde sich später in höheren Raten niederschlagen, die nicht unbedingt sein müssen, wenn man sich etwas einschränkt. Sicherlich ist es ein „saurer Apfel“, in den man beißt, wenn man gleich mit Schulden ins Berufsleben startet. Aber es kann sich rentieren. Wer viel jobbt, verliert viel Zeit fürs Studium und macht den Abschluss in der Regel später. Hat man den Kopf frei und kann dank eines Darlehens alle Energie für die Universität aufbringen, hat man das Examen zügiger in der Tasche. Das sehen auch Arbeitgeber und fällen dementsprechend ihre Entscheidung. Nur eines sollte man als Studierender nicht machen: Den Dispositionskredit ständig an den Anschlag bringen. Das wäre noch teurer. Sinnvoll ist es, sich beim Studentenwerk oder anderen Einrichtungen beraten zu lassen, welche Möglichkeiten bestehen und ob gegebenenfalls sogar eine Förderung von anderer Seite denkbar ist.
Dieser Artikel wurde von kreditklick.com zur Verfügung gestellt.
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[...] AFBG oder Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz ist auch unter dem Namen Meister-BAföG bekannt. Es wurde zum 01.07.2009 Neuregelungen unterzogen, die vor allen Dingen dazu dienen, die [...]
Allerdings hat man als Student dann 3 Belastungen. Den Studienkredit, Bafög und auch noch die Gebühren für das Studium…
Gerade aus diesem Grund: Gebühren abschaffen!