Wie viel Mathematik braucht man im BWL Studium?

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google-mathematik-bwlWie man schon an den Suchvorschlägen bei Google sieht, ist eine Frage für (angehende) BWL Studenten immer besonders wichtig: Wird Mathematik richtig schwierig? Oder schaffe ich das? Wir haben recherchiert und auch Studenten befragt.

Obwohl der Inhalt sowie die Schwierigkeit von Uni zu Uni und von Bundesland zu Bundesland variiert, besitzt die Mathematik im BWL Studium einen wichtigen Stellenwert. Erfahrungsberichte vieler Studenten (auch in unserem Forum wird diksutiert) belegen, dass an Fachhochschulen mathematische Vorlesungen mit individueller Begabung und Spaß an Zahlen keine Probleme darstellen. Hier deckt die Mathematik die Teilgebiete der Finanzmathematik, Differential- und Integralrechnung sowie Linearen Algebra und Linearen Optimierung ab, ohne oftmals tiefer in die Materie zu gehen.

Um einiges anspruchsvoller und wissenschaftlicher gestaltet sich das BWL-Studium an Universitäten, da z.B. Funktionen mit mehreren Variablen in zahlreichen Vorlesungen einen abstrakteren Charakter besitzen. Das Niveau in der Mathevorlesung ist wesentlich höher und mit vergangenen Schulzeiten nicht vergleichbar, so dass vor allem das Tempo einen ganz schön ins Schwitzen bringt. Ergänzt um Themengebiete von Folgen und Grenzwerte, Differential- und Integralrechnung, Optimierungsprobleme und Matrizen- und Vektorrechnung geht die Mathematik mehrfach mehr ins Detail. Durch zusätzliche Mischfächer wie Volkswirtschaftslehre und Statistik, welche sehr viele verschiedene Gebiete abdecken, scheitert das Studium für viele Studenten überwiegend aufgrund mathematischer Defizite.

Grundstudium: Mathematik zur Abschreckung?

zitat-mathe-bwlAls Student erhält man den Eindruck, das Lehrveranstaltungen mit hoher Teilnehmerzahl so gestaltet sind, dass viele Kommilitonen diese nicht bestehen. Insbesondere an den mathematischen Fächern im Grundstudium haftet der Ruf, die Studentenanzahl durch schwierige und beweisüberladene Klausuren zu reduzieren. Wenn der Professor noch meint, Klausuren schwerer zu stellen, als es in der Vorlesung besprochen wurde, ergeben sich bekannte Durchfallquoten jenseits von 50 Prozent.

Das BWL Studium beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Erkenntnis der Zusammenhänge zwischen einzelnen Betriebseinheiten, sondern auch auf abstrakte Denkweisen. Vermittelt durch die Mathematik handelt es sich jedoch noch lang nicht um höhere oder richtige universitäre Mathematik im Sinne eines reinen Mathe- oder Informatikstudiums. Reichen in der Statistik ziemlich geringe anfängliche Kenntnisse aus, ist das Tempo in den mathematischen Fächern höher als in der Schule, wenn nur Folgen und Reihen gepaukt werden müssen. Wichtig ist, nicht in Panik zu verfallen und sich über mögliche Schwierigkeiten im Studium nicht allzu große Sorgen zu machen. Auch wenn Funktionen im Hauptstudium anspruchsvoller werden und durch Wahlpflichtfächer neue mathematische Gebiete hinzukommen, ist alles mit Übung zu schaffen.

Übung macht den Meister

Das BWL-Studium ist gekennzeichnet durch mathematische Anwendungen in fast jedem Fach. Die Betriebswirtschaftslehre setzt ein Interesse an die Mathematik voraus, welche über Basics aus dem Abitur hinausgehen. Für viele Berechnungen ist ein solides Mathematikwissen sehr wichtig, um z.B. Formeln abzuleiten und anzuwenden. Mit individuellem Aufwand und Engagement können auf den ersten Blick komplizierte und abstrakt erscheinende Rechnungen erfolgreich durchgeführt werden. Da Mathematik von Menschen formalisiert wurde, kann es auch von Menschen verstanden werden. Obwohl einem vieles einfacher fällt, wenn man gut in der Mathematik ist, ist eine individuelle Vorbereitung und Mitarbeit unerlässlich. Eine gewisse Begeisterung für Mathematik im Studium der BWL ist eine Voraussetzung, um anfänglich an der Uni bei Null wieder anzufangen.

Das sagen Studenten

Wir haben Studenten unterschiedlichster Hochschulen gefragt, was sie zu Mathe im BWL Studium sagen:

Carina, Absolventin der Hochschule Augsburg (Bachelor) und der Uni Tübingen (Master):
„Während meines Bachelorstudiums an der HS Augsburg musste ich zwei Mathekurse belegen, einen in Finanzmathe und einen in Statistik. Beide sind vom Niveau vergleichbar mit dem Abitur. Ich denke, wer im Abi in Mathe eine 3 oder besser hatte, sollte diese Kurse bestehen können.

Im Masterstudium hatte ich auch wieder Mathe und Statistik, der Schwierigkeitsgrad war dafür schon etwas höher. Aber generell denke ich, man sollte sich nicht ganz so sehr von Mathe abschrecken lassen, außer man hatte vielleicht während des Abis Noten von 4-6.“

Andreas, Student der Uni Bayreuth (Bachelor & Master):
„Für mich war – genau wie für die meisten Kommilitonen – der Bereich Statistik eine der größten Hürden des Studiums. Mit guter Vorbereitung ist aber auch Statistik für Nicht-Mathe-Cracks durchaus machbar. Abgesehen davon ist Integrieren das höchste der Gefühle. Alles in allem kann man von relativ geringen Mathematik-Anforderungen an das BWL-Studium sprechen, vergleicht man es z.B. zum Ingenieurstudium.“