Die Körpersprache richtig deuten

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Wie kann man sein Gegenüber richtig einschätzen, wenn es „Ja“ sagt und gleichzeitig den Kopf schüttelt? Woran erkennt man es, wenn jemand lügt? Dazu hat bereits das Gründerlexikon im Artikel Geheimtipp: Körpersprache von und mit Samy Molcho einige interessante Ausblicke gegeben.

Unbewusste Signale des Körpers sagen mehr über einen Menschen aus als seine Worte, denn die Körpersprache ist ehrlicher. Manchmal kommt es nicht darauf an, was uns der Gesprächspartner sagt, sondern wie er es sagt. Umso wichtiger ist es, die Sprache des Körpers richtig zu deuten.

Was sagt uns die Körperhaltung?

Wenn unser Gegenüber eine sehr gerade Haltung mit zurückgezogenen Schultern und auseinander gestellten Beinen einnimmt, dann ist er ruhig und gelassen und er lässt keinen Zweifel daran, dass er die Situation voll und ganz beherrscht. Ist unser Gesprächspartner unsicher und eher gehemmt, dann stellt er die Füße eng zusammen, winkelt ein Bein etwas an und hält den Kopf leicht zur Seite geneigt. Dabei macht er im Ganzen einen eher schüchternen Eindruck.

Wer während eines Gesprächs die Hände in den Hosentaschen versenkt, ist nicht offen und hat häufig etwas zu verbergen. Sind die Arme über der Brust gekreuzt, dann ist derjenige enttäuscht. Hat er aber die Arme hinter dem Rücken verschränkt, dann hat er aufgegeben und er ist auf dem Rückzug.

Ein klassisches Ausdrucksmittel in der Körpersprache ist der Abstand zwischen zwei Menschen. Jeder Mensch hat einen eigenen Schutzraum, eine ganz individuelle Hoheitszone, die ihn umgibt. Jede Annährung eines anderen Menschen empfinden wir als ein Eindringen in einen sehr persönlichen Bereich. Die stärkste Annäherung unter Menschen aber ist die Berührung. Man kann eine Berührung zulassen oder sogar billigen, wenn es sich zum Beispiel um einen vertrauten oder geliebten Menschen handelt.

Der Abstand von 30 – 40 Zentimetern ist ein Minimum, wenn man sich in einer Menschenmenge aufhält. Kunden, Händler oder auch Geschäftspartner halten einen Abstand von einem bis zwei Metern. Zwischen einem Vorgesetzten und seinen Untergebenen ist sogar ein Abstand von zwei bis vier Metern normal, genauso wie zwischen zwei Menschen, die einen unterschiedlichen sozialen Status haben. Durch eben diese Distanz wird auch der unterschiedliche Status deutlich zum Ausdruck gebracht.

Mimik und Gestik in der Körpersprache

Nehmen wir einmal an, wir haben eine wichtige Besprechung mit einem Menschen, den wir noch nicht persönlich kennen und den wir deshalb auch noch nicht einschätzen können. Was können wir aus seiner Körpersprache über ihn erfahren? Was teilt er uns unwillkürlich mit und wie können wir seine Signale richtig deuten?

Ein sicheres Zeichen für eine Lüge ist zum Beispiel eine häufig wechselnde Blickrichtung, auch wird unser Gesprächspartner einem direkten Blickkontakt nicht standhalten können. Unser Gegenüber wird ausweichen, seinen Mund häufig mit der Hand verdecken oder sich die Nase reiben.

Werden die Augenbrauen hochgezogen und dabei Mund und Augen leicht geöffnet, dann ist derjenige, mit dem wir uns unterhalten, verblüfft oder erstaunt. Er wird – ohne es selbst zu bemerken – die Mundwinkel nach unten ziehen, wenn er enttäuscht oder traurig ist. Wird das Gespräch langweilig, wandern die Augen durch den Raum. Bei Unsicherheit werden die Hände wiederholt geöffnet und geschlossen und die Nase wird oft mit einem Finger berührt. Ist ein Entschluss gefasst worden, dann wird die Nase leicht angehoben.

Wer seinen Gesprächspartner sympathisch findet, wird unbewusst dessen Körperhaltung annehmen. Männer die zur Eitelkeit neigen und stolz sind, werden sich häufig mit dem Zeigefinger den Hemdkragen lockern. Ein Mann, der auf der Suche nach Selbstbestätigung ist, wird häufig grundlos den Sitz seiner Krawatte nachbessern. Schüchterne Menschen streichen sich oft über den Hinterkopf und ein mit der Hand gestütztes Kinn symbolisiert Kritik und Skepsis.

Welche Rolle spielt die Stimme?

Kein Instrument der Körpersprache ist so machtvoll wie die menschliche Stimme. Wir sind in der Lage, unsere Stimme so einzusetzen, dass wir andere Menschen allein mit der Stimmlage und dem Klang dominieren oder manipulieren können. Aber was für ein Mensch verbirgt sich hinter einer hohen, schrillen Stimme und wie können wir jemanden einschätzen, der eine tiefe, warme Stimme hat?

In der Regel haben wir mehr Vertrauen zu einem Menschen, der mit einer tiefen Stimme spricht, denn sie vermittelt Sicherheit und Ruhe. Wer das Vertrauen eines anderen Menschen gewinnen möchte, sollte deshalb seine natürliche Stimme etwas tiefer klingen lassen. Eine hohe oder schrille Stimme lässt auf Nervosität und Unsicherheit schließen. Menschen, die zum Beispiel Angst oder sogar Panik haben, sprechen mit einer hohen Fistelstimme, die oftmals verwischt oder undeutlich klingt. Flüstern erweckt den Eindruck von Nähe und Vertrautheit, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Darüber hinaus wird Flüstern oft als Falschheit ausgelegt.

Die vier Grundtypen

Menschen unterscheidet man in vier unterschiedliche Grundtypen. Anhand der Körpersprache ist es möglich, einen Menschen einem der vier Grundtypen zuzuordnen.

Der Dominate Typ hat Durchsetzungsvermögen. Sein Auftreten ist selbstbewusst, seine Gesten sind raumergreifend. Ein dominanter Mensch sucht den direkten Augenkontakt, seine Bewegungen sind kontrolliert und auf ein gestimmtes Ziel ausgerichtet und seine Stimme ist tief und warm.

Der Initiative Typ ist sehr kommunikativ, seine Stärke ist seine Stimme. Er unterhält sich gerne und versprüht durch seine offene Art Begeisterung. Er ist kreativ und bedient sich neben der Sprache ausführlicher Bewegungen mit den Händen. Sein Blick ist offen und seine Stimme eher laut, aber niemals schrill.

Der Stetige Typ ist sparsam in seinen Bewegungen. Er liebt die Ordnung und zeigt auch in seiner Körpersprache einen geordneten Ablauf an Bewegungen, die selten unkontrolliert sind und er wird sich auf das Wesentliche beschränken. Seine Stimme ist leise und deutlich akzentuiert.

Der Gewissenhafte Typ wirkt immer ein wenig angespannt und verkrampft. Seine Gesten sind spärlich und wiederholen sich häufig. Er strebt nach Perfektion auch in der Körpersprache.

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2 Antworten

  1. Verena sagt:

    Das ist ja total genial dass sich die BWL mit Körpersprache beschäftigt. Ich hab hier http://www.koerpersprache-nlp.com/blog/ ein paar gute Artikel gelesen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

  1. 04.11.2010

    […] interessante Seiten zum Thema Körpersprache deuten   Lesen Sie einen anderen Teil der SerieDer Small Talk»AKPC_IDS += […]