Im Berufsleben gewandt und sicher auftreten

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Es heißt nicht umsonst, dass der erste Eindruck immer zählt. Es dauert nur Bruchteile von Sekunden, bis sich Ihr Gegenüber ein Bild von Ihnen gemacht hat. Daher ist es wichtig, schon in den ersten Momenten des Kennenlernens den besten Eindruck zu hinterlassen.

Gewonnen hat, wer natürlich ist. Aufgesetzte Posen oder ein lautes „Hallo“ sind völlig fehl am Platze. Zurückhaltend und freundlich ist der bessere Weg, um sich anderen vorzustellen.

Ein Lächeln, eine offene Haltung und eine ruhige Gestik machen immer einen positiven Eindruck. Ein gesundes Selbstbewusstsein ist völlig in Ordnung, Arroganz hingegen nicht. Niemals zu lässig sein und die Hände nicht in den Hosentaschen vergraben. Offen, freundlich und locker, dass ist der beste Weg, um einen ersten positiven Eindruck bei anderen zu hinterlassen.

Wie begrüßt man richtig?

Grüßen und Begrüßen sind besonders rutschige Stellen auf dem gesellschaftlichen Parkett. Als Faustregel gilt: Der Rangniedrigere begrüßt den Ranghöheren als Erster, dann kommen die Damen an die Reihe. Hier sollte die ältere Dame zuerst begrüßt werden, Herren deuten gegenüber Damen eine Verbeugung nur an. Sollten sie sitzen, ist es ein Akt der Höflichkeit aufzustehen, wenn Sie eine Dame begrüßen.

Wenn Sie jemanden bei der Begrüßung noch nicht kennen, sollten Sie formell einen „Guten Abend“ oder einen „Guten Tag“ wünschen. Ist Ihnen derjenige bekannt, reicht ein „Hallo“. Der Ranghöhere reicht dem Untergebenen zuerst die Hand.

Ist Ihnen der Name bereits bekannt, dann sollten Sie ihn bei der Begrüßung auch nennen. Akademische Titel sind keine Bestandteile des Namens. Niemand hat ein Anrecht darauf mit „Herr Doktor“ oder „Herr Professor“ angesprochen zu werden. In Deutschland gehört es allerdings zum guten Ton, einen Arzt mit „Herr Doktor“ anzusprechen. Anders ist das bei Adelstiteln. Sie dürfen zwar nicht mehr verliehen werden, sind aber ein Teil des Namens. Deshalb sollten Sie einen Grafen oder Freiherrn auch mit seinem Titel ansprechen.

Wenn Sie Ihren Namen nennen, ist es falsch zu sagen: Guten Abend, ich heiße Müller. Richtig ist: Guten Abend, mein Name ist Karl Müller oder ich heiße Karl Müller. Auch die in Bayern übliche Regel den Nachnamen vor dem Vornamen zu nennen, also: Ich bin der Müller Karl, ist unhöflich und außerhalb des Freistaates nicht opportun.

Wenn Sie der Gastgeber sind, ist es Ihre Aufgabe, die Gäste, die sich noch nicht kennen, einander vorzustellen. Dabei gilt die Regel, dass die Damen zuerst den Herren vorgestellt werden.

Wenn ein Händedruck ausgetauscht wird, sollte der Rangniedrige immer darauf warten, dass der Ranghöhere ihm die Hand reicht. Sie sollten also nach Möglichkeit Ihrem Chef nicht zuerst die Hand reichen. Das gleiche gilt bei der Begrüßung von Damen und älteren Herrschaften. Auch hier heißt es abwarten, bis Ihnen die Hand gereicht wird. Handküsse sind übrigens überholt und wirken oftmals unfreiwillig albern und peinlich.

Ein wichtiger Aspekt bei einer Begrüßung ist der Augenkontakt. Sie sollten immer darauf achten, dass sie Ihrem Gegenüber offen in die Augen sehen. Nichts ist unhöflicher als während einer Begrüßung auf den Boden oder noch schlimmer, an dem Anderen vorbeizusehen. Das gilt auch für eine Unterhaltung. Augenkontakt halten bedeutet, dass sie Ihren Gesprächspartner achten und es interessant ist, was er zu sagen hat.

Passend gekleidet zu jedem Anlass

Bei der Wahl der Kleidung sollten Herren darauf achten, dass ihr Anzug passend zum Anlass gewählt wird. Im schwarzen Anzug zu einer eher zwanglosen Einladung zum Nachmittagskaffee zu gehen, ist unpassend. Genauso wie eine lässige Jeans nicht zu einem Geschäftsessen oder zu einem Stehempfang getragen werden sollte. Je offizieller der Rahmen, desto dezenter und zurückhaltender sollte die Kleidung sein.

Der Anzug sollte in den klassischen Farben Schwarz, Grau, Braun oder Blau gehalten sein. Während Grau Seriosität und Zurückhaltung symbolisiert, steht Blau für Vertrauen und Korrektheit. In Schwarz wirken Sie würdevoll, aber auch unnahbar und Braun vermittelt Freundlichkeit und ein natürliches Auftreten.

Kräftige Farben sollten den Accessoires, wie Krawatten und Einstecktüchern, vorbehalten bleiben. Ebenfalls unpassend sind Manschettenknöpfe mit zu groß geratenen Edelsteinen oder Perlen. Das wirkt schnell übertrieben und protzig. Bei der Wahl der Strümpfe sollten zum Anzug immer Kniestrümpfe getragen werden. Rutscht das Hosenbein beim Überschlagen der Beine nach oben, bleibt den anwesenden Damen der Anblick eines behaarten Männerbeins erspart, denn weiße Socken gehören wirklich nur auf den Tennisplatz.

Es mag komisch klingen, aber ein teurer und perfekt sitzender Anzug wirkt nicht, wenn die Bügelfalte nicht sitzt, das Sakko fusselt oder die Hose ausgebeult ist. Das gilt auch für die Schuhe. Dicke Gummisohlen mit Profilsohlen ruinieren jeden ersten Eindruck, ebenso wie schmutzige Schuhe oder abgelaufene Absätze.

Die richtige Kleidung für die Dame

Damen haben, was die Auswahl der Kleidung angeht, wesentlich mehr Spielraum als Männer. Aber es gibt einige Dinge, die für einen festlichen oder geschäftlichen Anlass einfach unpassend sind. Dazu gehören zum Beispiel Miniröcke, bauchfreie T-Shirts oder Tops, Hüfthosen und Spagettiträger. Genauso unpassend sind wallende Gewänder, üppige Rüschen, zu hoch geschlitzte Röcke oder lange Fransen. Sichtbare Tätowierungen, wilde Tiger- und Schlangenmuster oder zehenfreie Schuhe, sind selbst im Sommer eine absolutes „No Go“.

Lange, wallende Haare sollten zu offiziellen Anlässen hochgesteckt werden. Perfekt zu einer offiziellen Einladung oder zu einem geschäftlichen Termin sind ein klassisches Kostüm oder ein dezent-eleganter Hosenanzug. Wird darunter ein ärmelloses Top getragen, sollten Sie die Jacke anbehalten.

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1 Response

  1. Johann Wolff sagt:

    Hallo,
    ich arbeite im Betriebsrat einer großen Firma und kann zum Dresscode für Frauen dazu noch folgende Punkte nennen:
    – Dezentes Make-Up (keine verklebten oder falschen Wimpern, kein starker Lippenstift, Rouge am besten ganz weglassen)
    – Künstliche Fingernägel sollten im Allgemeinen weggelassen werden. Das macht keinen guten und auch keinen gepflegten Eindruck.
    – Ausschnitt, kurze Kleider/Röcke oder Sommershorts sind ein absolutes No-Go.

    Wer seriös, kompetent und natürlich auftreten will, um erstmal eine Chance auf einen Platz (selbst als Praktikant/in) zu bekommen, sollte sich schlicht und dezent kleiden. Zu viel Haut wirkt unseriös und keine Firma mit einem guten Ruf möchte sich mit Mitarbeitern sehen lassen, die käuflich aussehen (ich hoffe, der Wink ist hier eindeutig). Das ist keine Beleidigung, aber erst kürzlich in der Pause kamen wir auf das Thema und eine Sache ist ganz klar:
    -> Viel Haut zeigen ist nicht schwer, sich stilvoll kleiden dagegen jedoch sehr.

    Das gilt für jung und alt.

    Selbst ganz im Privaten kann ich zum Thema Freizügigkeit folgendes sagen:
    Es mag selbstverständlich Männer geben, die dies nur allzu gerne sehen und bevorzugen. Aber jede Frau sollte sich einmal im klaren sein, weshalb. Sobald ein Mann kostenlos viel Haut zu sehen und zu spüren bekommt, wieso soll er sich das nicht dann nehmen, wenn er dafür nichts zahlen muss?
    Ich bin 29 Jahre alt und mit verlaub, auch bei Frauen ziemlich beliebt. Trotz allem würde ich niemals eine Frau an meiner Seite haben wollen, die sich draußen so kleidet und viel Haut zeigt. Da verliert jede Frau den Glanz ihrer Schönheit und erstrecht ihr Geheimnis.

    Und ich finde es wirklich ganz furchtbar, dass gerade junge Frauen sich an erfolgreiche Männer heranmachen. Zur Zeit merke ich das immer wieder und es ist erschreckend, wie viele Frauen nur auf das Geld und nicht auf den Mensch schauen. (Das muss ich einfach loswerden!)
    Natürlich gibt es Männer, denen das egal ist und das genießen. Aber wenn es der Frau dann mal nicht gut geht, lassen solche Männer diese Frauen fallen oder umgekehrt das Gleiche.

    Schade, wie gierig Menschen werden.
    Geld zu haben ist zwar schön, aber alles kann man sich damit nun auch wieder nicht kaufen und lieber einen lieben Menschen mit Stil und Charakter, der da ist, wenn man ihn/sie braucht, als Geld.

    Zumindest ist das meine Ansicht.
    LG,
    Johann.