Industrie- und Handelskammern: wenig Betreuung bei Studien- und Projektarbeiten

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In fast allen Aus- und Fortbildungen oder Studiengängen müssen schriftliche Arbeiten erstellt werden, Studien- oder Projektarbeiten bei den Industrie- und Handelskammern oder Diplomarbeiten an Universitäten und Fachhochschulen. Das ist im Prinzip sinnvoll, denn das selbständige Arbeiten mit Quellen, das schriftliche Aufbereiten eines Themas und dessen Präsentation in knapper Zeit und mit wenig Präsentationsmedien soll geübt werden. Leider haben die Industrie- und Handelskammern hier aber noch ein deutliches verbesserungspotential.

So muß der Autor einer solchen Arbeit an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen: er muß abstrakte Konzepte mit Leben füllen, nach formalen Regeln arbeiten, die manche als Zumutung empfinden und zudem noch minimale technische Standards im Umgang mit der verwendeten Software erfüllen. Das fällt vielen Kandidaten schwer, besonders dann, wenn die jeweilige Arbeit neben einer vollzeitmäßigen Berufstätigkeit angefertigt wird. Ein bißchen Betreuung wäre dabei nicht schlecht.

Universitäten und Fachhochschulen richten dabei meist persönliche Betreuungsverhältnisse ein, und wenn der Kandidat ein wenig Glück hat, nützt ihm das auch was. Ein guter Betreuer hat nämlich eine eMail-Box, in die er auch mehrfach täglich reinguckt. Und Fragen des Kandidaten sogleich beantwortet. Ich bin beispielsweise für "meine" Studienteilnehmer an einer Berufsakademie selbstverständlich auch über Ostern zu sprechen, schaue mir Zwischenstände an, gebe Tips und Hilfestellungen undsoweiter undsofort. Fast immer beantworte ich Anfragen in wenigen Stunden, bisweilen in ein paar Minuten. Leider können das die Industrie- und Handelskammern nicht immer sicherstellen.

So wird es bei der IHK hier in Erfurt so gehandhabt, daß zwar eine generelle Veranstaltung mit Hinweisen zum Erstellen der Projektarbeiten durchgeführt wird, aber keiner seinen Korrektor kennt und niemand einen persönlichen Betreuer hat. Die Teilnehmer sind damit während der eigentlichen Erstellung ihrer Projektarbeit weitgehend auf sich gestellt, wenn sie nicht in den Lehrveranstaltungen Fragen stellen können. Dies ist nicht wirklich optimal.

Zumal die Wahl der Betreuer durch den Teilnehmer auch dem Dozenten einen wertvollen Feedback bietet: wer nämlich viele Nachfragen erhält erkennt auch, daß seine Lehrveranstaltung "ankommt". Einen besseren Qualitätsfeedback kann es kaum geben.

Ob es aber alle Kammern so handhaben wie die IHK hier in Erfurt, ist nicht bekannt. Teilnehmern, die einen Kammerlehrgang planen wird aber geraten, vor Beginn der Veranstaltung zu erfragen, wie die Vorgehensweise bei der Projektarbeit ist, und ob sie dabei einen persönlichen, auch außerhalb der Lehrveranstaltungen und Präsenztermine erreichbaren Betreuer haben werden.

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