Compliance Management: wie dem Unternehmertum der Nasenring angelegt werden soll

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Unter "Compliance" versteht man im allgemeinen Gehorsam, Pflichterfüllung und Unterordnung. Im unternehmerischen Bereich bekommt der Begriff derzeit jedoch eine besondere Bedeutung: die des Nasenringes, mit dem der Unternehmer politischen Macht- und Besteuerungsinteressen gefügig gemacht werden soll.

So bedeutet der Begriff zunächst die Einhaltung relevanter Vorschriften. Dies umfaßt gesetzliche Regelungen, die hierzu bestehenden Verordnungen, Richtlinien und amtlichen Hinweise, die jeweils relevanten privaten Regelwerke wie etwa im Qualitätsmanagement, im Risikomanagement oder im internationalen Rechnungswesen sowie möglicherweise eingegangene Selbstverpflichtungen. Ein Management-System, das die Compliance garantieren soll, ist ein Compliance Management System (CMS). Adressaten des CMS sind neben den Behörden, insbesondere den Finanzbehörden, der Kunde und der Stakeholder.

Dokument der Überreglementierung

Die reine Existenz des Begriffes zeigt, daß die überbordenden Rechtsvorschriften und Regelwerke kaum noch zu handhaben sind – und ist ein geradezu vernichtendes Zeugnis der Überreglementierung der Gesellschaft: Eigentlich wäre nämlich die Einhaltung von Vorschriften eine Selbstverständlichkeit. Daß dies aber mit einem formalen Management-System abgesichert werden muß ist ein Armutszeugnis für das bestehende Rechtssystem.

Risikominimierung, Kostenmanagement und Appeasement

Die allgemeinen Ziele des Compliance Managements kann man in die drei Bereiche der Risikominimierung, der Kostensenkung und des Appeasements (der "Beschwichtigung") übergeordneter, potentiell existenzbedrohender Möchte einteilen. Der letzte dieser drei Punkte ist dabei der interessanteste.

Die Risikokomponente bringt das Compliance Management in Zusammenhang mit dem Risikomanagement. Auch das Compliance-Management beginnt daher mit einer Risikoanalyse. Es kann Teil der Risikoberichterstattung im Lagebericht werden und ist damit indirekt handelsrechtlich vorgeschrieben. Im Zusammenhang mit dem Rechnungswesen gehören hierzu auch die Einhaltung der Vorschriften im Zusammenhang mit dem Wertpapierhandelsrecht, insbesondere zur Verhinderung von Insiderhandel. Natürlich sind hier auch die steuerrechtlichen Vorschriften bedeutsam, deren auch unwissentliche Nichteinhaltung bekanntlich risikoreich sein kann.

Kostensenkungen als Folge von Compliance hat viel mit denjenigen Kostensenkungen zu tun, die im Zusammenhang mit dem Qualitätsmanagement und dem Total Quality Management stehen. Compliance hat damit viel mit der internen Kommunikation und dem Management-Informationssystem zu tun. Es muß daher auch überall innerhalb der Organisation betrieben werden. Im Bereich der Kostenstellenrechnung wäre das Compliance Management ähnlich wie das Qualitätsmanagement eine allgemeine Kostenstelle.

Unterordnung des Unternehmertums unter politische Machtinteressen

"Appeasement" schließlich ist die politische und damit die interessanteste Seite des Compliance Management Systems. Diese besteht in der Realität meist darin, die langfristige Fortexistenz der Unternehmung zu sichern, indem potentiell existenzbedrohenden externen Mächten wie Regierungen und Nichtmarkt-Anspruchsgruppen wie Öko-Organisationen und der jeweiligen Regierung beschwichtigt werden. Die meisten Unternehmen verfolgen dabei den Ansatz, nicht aktiv ökonomisch günstige Bedingungen durch Ausüben von Druck auf politische und gesellschaftliche Mächte zu schaffen, sondern sich mit den Bedingungen zu arrangieren, die den Unternehmen von der Politik geboten werden. Sie bekämpfen daher nicht die politisch-ideologischen Rahmenbedingungen wie Klimaschwindel oder den linken Opportunitätsdruck der politischen Korrektheit, sondern versuchen daraus Kapital zu schlagen. Da dies aber oft zu Lasten der Mitarbeiter geht, entsteht ein Widerspruch, den die Unternehmen oft nicht lösen können: macht man Werbung mit angeblichem "Klimaschutz", so muß man zugleich von den vorgeblichen Umweltschutz-Maßnahmen profitieren – und das bedeutet i.d.R. Arbeitsplatzabbau, was etwa im Wege des Emissionshandels mit milliardenschweren Subventionen und Quasi-Steuern gefördert wird.

Die politische Komponente ist der eigentliche Motor der Compliance. Sie zeigt den Verlust der Wertehoheit und moralischen Führung des Unternehmertums, das immer mehr der ideologisch gestützten Abzocke durch politische Lügen folgt. Es demonstriert die unheilige Allianz zwischen politischem Parasitentum und unternehmerischer Gewinnmaximierung, die sich wechselseitig auf Kosten der Verbraucher bereichern. Ein Compliance Management, das über die unmittelbare Kostenoptimierung und Risikominimierung hinausgeht, ist daher auch ein Zeichen der Ziellosigkeit in einer Zeit ohne Führungspersönlichkeiten.

Ist Neid die Wurzel des Sozialismus, so ist Angst die Wurzel des Ökologismus. Der aber wird in den Unternehmen im Wege der Compliance durchgesetzt. Das aber nur, solange es sich die Unternehmen gefallen lassen. Das Unternehmertum nämlich hat im Ausland eine Alternative zum grünen Nasenring. Nicht so der Konsument, von dem Compliance im Wege der korrigierten Sprache eingefordert wird.

Links zum Thema: Political Correctness: Wie mit »korrigierter Sprache« Herrschaft ausgeübt wird (interner Link)

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