Jahresrückblick 2007: die bleierne Zeit

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Am Ende des Jahres blickt der BWL-Bote zurück in ein verlorenes Jahr voller verpaßter Chancen, in der Politik wie in der Bildung. In einer Zeit, da das Lügen wieder hilft, pervertiert die Politik zunehmend von der Gewährleistung sicherer und friedlicher Lebensbedingungen zu einer scham- und maßlosen Selbstbereicherung der parasitären Kaste. Und der tumbe deutsche Michel zahlt, jedenfalls noch.

»Halt Du sie dumm, ich halt' sie arm«

Was einst der Fürst zum Bischof gesagt haben soll trifft in einer Zeit, da nicht mehr Cyrenius Landpfleger in Syrien ist sondern Merkel Landpflegerin im Germanenlande, zunehmend auf die deutsche Politik zu, denn Dummheit und Armut gewährleisten in wechselseitiger Ergänzung die Aufrechterhaltung politischer Macht. So nahm der seit Jahren sorgfältig vorbereitete Klimaschwindel im 2007 geradezu wahnhafte Züge an. Benzin– und Lebensmittelpreise jedenfalls sind der vermutlich ideale Hebel, die Armut als Normalzustand aufrechtzuerhalten. Anderswo setzt man schon ganz offen auf Sklaverei. Was für ein Fortschritt in der Zeit, da die Gebote nicht mehr vom Kaiser in Rom ausgehen, sondern in Brüssel und in Washington erlassen werden. Wie haben, so ein trauriges Fazit am Jahresende, wieder ein Jahr verloren. Bis in vielleicht nicht mehr ganz ferner Zukunft die Letzte das Licht ausmacht (vgl. auch ein Leserbrief hierzu).

»Operation Fruehmensch«

Gipfel der nach unten offenen Richterskala des ökologistischen Wahnsinns war freilich die Verleihung des Friedensnobelpreises an Al Gore. Ausgerechnet Al Gore! Preisträger ist damit nicht nur ein Hedgefonds-Manager, der aus dem von ihm selbst aggressiv propagierten Klimaschwindel Millioneneinkünfte einstreicht, sondern auch ein ausgewiesener Rassist, der sich um Apartheid und Rassenhaß in den USA verdient gemacht hat: mit Al Gores "Operation Fruehmensch" sollten Farbige Politiker diffamiert und noch bis in die 1970er Jahre hinein von der Politik ferngehalten werden. Das ist der braune Gestank der Sklavenhalterstaaten! Mit dieser Lebensgeschichte ist der Preis, der einst Mutter Theresa und Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama verliehen worden ist, endgültig diskreditiert.

Der Aufschwung kommt mit der Bahn

Und also gar nicht, bestätigen mir jedenfalls alle, die ich nach dem angeblichen Wirtschaftsboom gefragt habe. An die Top-Manager freilich bin ich nicht herangekommen, aber hätte die ihre Schamlosigkeit zugegeben? Arbeitslosenstatistiken sind jedenfalls so glaubwürdig wie Klimastatistiken, die selbst aus einem Schneechaos noch "das wärmste Jahr seit Menschengedenken" machen. Lügen haben bekanntlich kurze Beine, derer aber ziemlich viele: so mutiert die Lüge zum Tausendfüßler und der Michel glaubt's und zahlt. Noch jedenfalls. Damit das so bleibt, erhält er jetzt aber etwas länger Brot. Die Spiele hat er ja schon.

Den Sozialismus in seinem Lauf…

…halten bekanntlich weder Ochs noch Esel auf. Wir haben also wieder große Fortschritte in der Bildungspolitik bewundern können, zum Beispiel die Schule, in der keiner mehr durchfällt. Nur die Industrie- und Handelskammern machen bei der allgemeinen Entbildung der nation noch nicht mit, noch nicht. Aber Fehler machen sie auch, zum Beispiel den Versuch, Lehrgänge wie "Geprüfter Betriebswirt" oder "Geprüfter Technischer Betriebswirt" als außeruniversitäres Master-Degree zu verkaufen. Das ist großer Unsinn, ganz ohne die Kammerlehrgänge abzuwerten. Denn die Kammern haben andere Qualitäten, die sie freilich nicht wirklich nutzen. So haben die neuen Rahmenstoffpläne gravierende Schwächen. Die aber, so haben wir spekuliert, könnten auch von oben gewollt sein. Die Industrie- und Handelskammern als Komplizen der De-Industrialisierung des Landes?

Ohnehin sind die Kammer-Teilnehmer ein schlechtes Aushängeschild für dieses Land, denn sie arbeiten hart und mühen sich mit den Prüfungen ab, bisweilen sogar gegen den Willen ihrer Arbeitgeber, die qualifizierte Mitarbeiter fürchten. Das ist wenig zeitgemäß in der arbeitsscheuen Spaßgesellschaft. Statt zum Komplizen der grünen Revolution in diesem Lande macht der BWL-Bote sich lieber zum Komplizen der Kompetenz. Und dafür wenig Freunde in der Regierung, aber das wäre eine andere Geschichte.

Eine Arbeitslosigkeitsbeschaffungsmaßnahme…

…wäre im Zusammenhang mit dem Sozialismus-Thema noch zu nennen, nämlich der in 2007 zunächst in der Postbranche eingeführte Mindestlohn. Davor haben die Ökonomen vielfach gewarnt, denn jeder Erstsemester-Student weiß genau, daß Mindestpreise eine Nachfragelücke erzeugen. Die aber nennt sich im Arbeitsmarkt "Unterbeschäftigung". Ganz oben auf der Personalfreisetzungsliste stand bekanntlich die PIN AG, eine Konkurrentin der Deutschen Post AG. Es würde daher nicht wundern, daß die Mindestlohndebatte in Wirklichkeit von gelben Post-Lobbyisten losgetreten worden ist, denn die Postler sind auf diese weise einen lästigen Konkurrenten los. Immerhin auch ein Nutzen der Mindestlöhne: Aufrechterhaltung einer monopolistischen Marktstruktur. Das steht nicht im Erstsemester-Lehrbuch…

Keine Schöne Aussicht

Bleibt das Vista-Desaster, denn das Klavier der Betriebswirte ist bekanntlich das mit den 106 Tasten. Ist zwar die weitverbreitete digitale Inkompetenz ein Zeichen der Unbildung unserer Zeit, trägt Microsoft® nicht gerade dazu bei, diesem Mißstand abzuhelfen, denn in Redmond macht man neuerdings nur noch Produkte für Dummies. Wer aber Software so umgestaltet, daß nur die Anfänger sie noch benutzen können darf sich nicht wundern, die langjährigen Kunden zu verlieren. Zumal die schöne Aussicht nicht nur Sicherheitslücken hat, sondern selbst eine ist. Das freilich liegt wieder im Trend, denn je dümmer die Nutzer desto weniger Widerstand bei der Überwachung ihres Nutzerverhaltens.

Ein trauriges Fazit

Wir haben, so kann man am Schluß des Jahres konstatieren, ein weiteres Jahr verloren. Anstatt uns auf unsere Stärken zu besinnen haben wir es zugelassen, daß man im November in Bali weiter darüber nachdenkt, wie man die Wirtschaft und die Freiheit noch besser in Fesseln legen kann. Dabei gibt es noch immer Potentiale, die man endlich wieder nutzen könnte: nur mal eine Teuersenkung, die diesen Namen auch wirklich verdient, und eine entsprechende Entbürokratisierung, ganz gleich, was Brüssel und Washington davon halten mögen, und ein neues Wirtschaftswunder wäre in vier Wochen Realität. Doch davor haben die Siegermächte noch immer Angst wie der Teufel vor dem Weihwasser.

Der Schlüssel wäre die Bildung, denn nichts ist in der Welt was nicht im Kopf angefangen hätte. Sinn entsteht durch Zusammenhang: wer liebt, oder auch wer haßt, bezieht aus Liebe (oder eben auch aus Haß) seinen Sinn. Den Sinn seines Lebens. Sinn aber entsteht nur, wenn Zusammenhänge auch erkannt und genutzt werden können und dürfen. Beides aber ist derzeit nicht gegeben. Das Volk der Dichter und Denker, das einst den Weg zum Mond ebnete, wird weiter dumm und in Folge dessen auch arm gehalten. Andere schauen in die Sterne, wir in des Nachbarn Mülltonne.

Wir sind am Ende der Geschichte, aber anders als Länder wie Indien, China oder Rußland nicht am Anfang der Zukunft. Wir wachsen nicht mehr, sondern denken nur noch darüber nach, wie wir unsere Schrumpfung und Kastration möglichst wirkungsvoll in Gesetzesform gießen können. Wir haben folgerichtig auch kaum noch eine Generation, an die wir etwas weitergeben könnten, denn Kinder zu kriegen ist ebenso "klimaschädlich" wie Fleisch zu essen, Auto zu fahren, in den Urlaub zu fliegen oder einfach nur bei der Scheiß-Kälte da draußen mal ein bißchen die Heizung anzumachen.

Der Leser kann aber darauf vertrauen, daß der BWL-Bote nicht schweigen und auch in 2008 das Regime mit scharfen Artikeln ärgern wird. Und allen helfen wird, die eine betriebswirtschaftliche Prüfung bestehen und noch was in diesem Lande bewegen wollen.

Also wünsche ich allen Lesern heute Nacht einen guten Rutsch, gefolgt von einem neuen Jahr voller Kampf gegen den Zeitgeist und für gesellschaftlichen und technischen Fortschritt.

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