Umsatzsteuer-Voranmeldung unmöglich: Die erfolgreich verstorbene Elster

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Nächste Woche kommt wieder der Termin zur Umsatzsteuer-Voranmeldung auf uns zu, und diese Steueranmeldung muß bekanntlich seit 2005 elektronisch abgegeben werden. Viele Steuerpflichtige schlagen sich daher über Ostern mit der diebischen Elster herum, doch letztere ist bisweilen erfolgreich verstorben.

Während es zu begrüßen wäre, wenn die Elster insgesamt verstorben wäre und die große Steuerbefreiung ausgebrochen wäre, so versagt derzeit doch nur die Anwendersoftware auf zahlreichen Rechnern den Dienst, was den geplagten Umsatzsteuerzahlern bisweilen den letzten Nerv raubt. Dabei ist das querliegende Bit leicht zu finden – wenn man weiß, wo man suchen muß.

So hat Microsoft bekanntlich letzte Woche einen vorzeitigen Hotfix für eine besonders große Lücke in diversen Versionen von Windows® herausgegeben, der von vielen Anwendern auch schon eingespielt wurde – oftmals automatisch ohne deren Zutun. Diese Anwender sehen beim Start der Elster dann nur noch eine Meldung auf ihrem Bildschirm, daß die Datei USER32.DLL illegal verschoben worden sei, und die Elster selbst zeigt sich nicht mehr.

Wer dieses Problem hat, muß einen neuerlichen Hotfix von Microsoft (KB-Article 935448) herunterladen und installieren, das erweckt die Elster wieder zum diebischen Leben und die USt.-Voranmeldung ist termingerecht möglich.

Der Fehler beruht auf einem Fehler in Microsofts ursprünglichem Sicherheitsupdate der vergangenen Woche tritt anscheinend nur auf Rechnern auf, die eine bestimmte Realtek-Hardware haben, die jedoch sehr häufig ist. Wie viele Leser den genannten fehlerhaften Bugfix schon haben, und wie viele davon die derzeit nur englischsprachige Reparaturanleitung von Microsoft finden, verstehen und die Korrektur herunterladen und installieren, ist ungewiß – ebenso wie die Finanzbehörden nächste Woche auf verspätete Umsatzsteuervoranmeldungen reagieren werden.

Schon einmal haben wir auf gravierende Sicherheitslücken bei der Elster hingewiesen, die bisher, nach zwei Jahren (!) noch immer nicht wirklich gestopft wurden, denn eine nichtzertifizierte Steueranmeldung ist nach wie vor möglich.

Wir wissen wohl, Ärzte können ihre Fehler begraben und Architekten Efeu drum herum pflanzen. Nur die Fehler der Programmierer lassen sich nicht verbergen. Es ist zu hoffen, daß die Finanzverwaltung angemessen darauf reagiert, und solche Macken nicht zu einem Ertragsmodell im Wege der Versäumniszuschläge ausbauen.

Links zum Thema: Massive Sicherheitslücken bei der Elster (interner Link) | Hotfix von Microsoft (externer Link)

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