Neues Spiel, neues Glück: Der BWL-Bote wünscht viel Erfolg in der Prüfung!

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Nachdem in den letzten Tagen im Forum wie in der wirklichen Welt der technischen Betriebswirte die Spannung geradezu mit Händen zu greifen war, kommt es dieses Wochenende und nächste Woche zur erlösenden Katharsis, zur abschließenden Krise: endlich Prüfungen, endlich wissen, woran man diesmal ist. Und die Kämmerlinge haben es uns ja bisher nicht gerade leicht gemacht.

So haben wir an dieser Stelle immer wieder zweifelhafte Aufgabengestaltungen und ihnen zugrundeliegende Konzepte kritisiert, was aber, wie alle Kritiken des BWL-Boten, als Chance zum Bessermachen zu verstehen ist. Ob die Kammer diese Chance ergriffen hat, werden wir in den nächsten Tagen wissen. Dann, wenn aus technischen Betriebswirten geprüfte technische Betriebswirte werden.

Die, bei denen das nicht wirkt, erhalten freilich eine zweite Chance, nämlich in der mündlichen Prüfung: hier ist, das sei allen mit einschlägigen Befürchtungen vorab gesagt, die Erfolgsquote besser als in der vorherigen schriftlichen Veranstaltung, jedenfalls hier in Erfurt. Es gilt also, und auch das ist ein grundlegender Rat, jetzt in den letzten Tagen ein wenig zu entspannen und sich zu lockern, was freilich leichter gesagt als getan, dennoch aber ein Teil der Vorbereitungsstrategie ist, denn wer verkrampft und ängstlich aufläuft, hat schlechte Karten. Aus einem verzagten Arsch, so weiß ein angebliches Luther-Zitat, fährt bekanntlich kein fröhlicher Furz.

Packen wir also den Stier bei den Hörnern, laden wir die Taschenrechnerbatterien mit Strom und das fahrbare Bücherregal mit Lesestoff zur kurzweiligen Verwendung in der Prüfung, jedenfalls in der nach neuer Verordnung: Raschel, Knister, Krchchrrpfft! Sogar über das Apfelgeräusch hat sich schon mal wer beschwert, wie muß es dann erst zugehen, wenn mit Gesetzbüchern raschelnde und in Lexika und Nachschlagewerken hektisch blätternde Prüfungsteilnehmer die Sprache lernen, die alle Programmierer längst können: das Fluchen!

Am Ende soll es für was gut sein, und obwohl der räuberische Parasit, den wir alle im Fell haben die hoffentlich winkende Entgelterhöhung weitgehend frißt, ist doch auch auf einen gewissen materiellen Erfolg zu hoffen. Um so mehr bei denen, die den ganzen Streß gegen den Willen ihres Arbeitgebers konsumiert haben, und solcherart heimliche Betriebswirte gibt es mehr als man denken mag – ein Armutszeugnis für die zugehörigen Arbeitgeber, die ich freilich an dieser Stelle nicht nenne (obwohl ich einige kenne).

Wenn die Teilnehmer den Streß hinter sich haben, fängt er bei mir erst an – dann nämlich, wenn die mehr oder bisweilen auch weniger leserlichen Exemplare der Teilnehmer recht zahlreich hinter mir auf der Fensterbank liegen und mich vorwurfsvoll angucken, warum sie noch nicht bearbeitet worden sind – eine Aufgabe, der ich mich nur einzeln Stück für Stück entledigen kann, denn nach drei oder vier solchen Prüfungen kriege ich repetitive stress disorder, oder etwas volkstümlicher gesagt, eine Meise. Dann ist Pause angesagt, bis der nächste an der Reihe ist, so anonym wie der vorige, denn alle schreiben nur unter einer Nummer und nicht unter ihrem Namen: Anonymität garantiert Fairneß und vorurteilsfreie Gleichbehandlung, ein erstes wie ein zweites Mal. Dazwischen findet, jedenfalls hier, keine Postreise mehr statt, seit einer dieser leckeren dicken Briefe mit Klausurexemplaren mal im Postsack versackt ist und erst Tage später wieder auftauchte, zum Glück (für die Teilnehmer): seither bringt ein Bote die Briefe, schnell, zuverlässig und wahrscheinlich teuer. Aber sie kommen an.

Das war's also für dieses Mal, spielen wir also wieder das beliebte Gesellschaftsspiel: vier gewinnt. Das ist die Latte, die bei fünfzig Punkten liegt, die freilich mühsam verdient werden wollen. Dabei wünsche ich Ihnen allen viel Erfolg, der Rest findet sich. Nur wiedersehen möchte ich Sie nicht, jedenfalls nicht in der mündlichen Prüfung. Ansonsten habe ich gegen einen kleinen betriebswirtschaftlichen Erfahrungsaustausch nach bestandener Prüfung freilich nichts einzuwenden 🙂 Nur nicht über einem Bier, denn nach vier Mal Malaria, Rachel Carson sei's gedankt, darf ich nicht mal mehr ein Mon Cherie. Das aber ist kein Hindernisgrund, bisweilen eine Kneipe zu betreten – wenn diese ein gutes WLAN hat…

Links zum Thema: Forum für Betriebswirtschaft | Überlebensstrategien für die mündliche Prüfung | Strategien gegen die Prüfungsangst | Steuer- und Abgabenquote bei Arbeitnehmern | Der heimliche Betriebswirt: über die Weitsichtigkeit einiger Arbeitgeber | Dichloro-diphenyl-trichloro-ethane, oder von der Rückkehr der Menschlichkeit (interne Links)

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