Knallharte Prüfungsfragen zur Break Even Rechnung, Teil 1 von 3

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Die Prüfungslyriker der Kämmerlinge sind immer wieder für neue Knallschoten gut, und wenn sie einen Lehrgang wie "Technischer Betriebswirt" oder "Betriebswirt/IHK" absolvieren, dann werden diese Hauer bei Ihnen aufschlagen, so sicher wie etwas nur sein kann. Es ist also an der Zeit, sich geistig-inhaltlich darauf einzustellen – oder Dozenten, die Ihnen verschweigen, was Sie hier zu lesen kriegen, die sprichwörtlichen Hammelbeine langzuziehen, denn Aufgabentypen wie diese sind sehr häufig. Kollegen, die ihre Schützlinge nicht gezielt darauf vorbereiten, handeln verantwortungsbewußtlos. Die neue TBW-Prüfung vom 6. Oktober des Jahres hat insofern eine neue Eskalationsstufe eingeführt. Ach ja: ich verrate natürlich nur die Aufgabentypen und selbstverständlich nicht die Aufgaben selbst. So vereinbaren wir Urheberrecht und Nutzen für die Teilnehmer *g*

In Teil 1 dieser Miniserie demonstrieren wir den grundlegenden Aufgabentyp. Wenn Sie den nicht inhalieren, haben Sie in den morgen und übermorgen folgenden Teilen 2 und 3 keine Chance.

Wie immer geht es um die zugrundeliegenden Definitionen. Wer die sich nicht gründlich antut, hat schon vergeigt. So muß man wissen, daß variable Kosten leistungsabhängig sind, und das alleine ist der Schlüssel – heute, morgen und auch im dritten Teil übermorgen. Sehen wir uns mal an, wozu.

So haben sich in zwei aufeinanderfolgenden Monaten ohne Änderungen an den Produktionsmitteln oder Produktivkräften die folgenden betriebswirtschaftlichen Daten ergeben:

  Januar Februar

Produktionsmenge:

4.000 Stück 5.000 Stück

Gesamtkosten:

318.000 € 370.000 €

Verkaufserlöse:

272.000 € 340.000 €

Der Break Even Punkt ist zu bestimmen, und der Auswendiglerner erinnert sich, daß man die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag teilen muß, aber dieses auch die variablen Kosten voraussetzt. Diese aber sind nirgendwo zu finden. Was also tun? Man muß diese natürlich zunächst herauszufinden, und das geht nur wenn man weiß, daß die Kostenänderung von 318.000 € bei 4.000 Stück auf 370.000 € bei 5.000 Stück ja nur eine variable Kostenart sein kann, denn Produktionsmittel und Produktivkräfte seien ja unverändert (Definition!). Die 1.000 Stück Produktionssteigerung haben also 52.000 € Mehrkosten verursacht – was uns sagt, daß die variablen Kosten 52 €/Stück betragen.

Jetzt finden wir die Fixkosten raus, indem wir Kges = Kfix + X Kvar nach Kfix umstellen, und erhalten also Kfix = 318.000 – 52 x 4.000 = 370.000 – 52 x 5.000 = 110.000 €. Da kommen wir der Sache schon ein gutes Stück näher.

Dividieren wir nun die Verkaufserlöse durch die Menge, so erhalten wir Pvk = 272.000 / 4.000 = 340.000 / 5.000 = 68 €/Stück. Es gilt daher auch DB = 68 – 52 = 16 €/Stück. Damit hätten wir alles, was wir brauchen, und können in aller Ruhe die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag teilen, um zu einem Break Even Punkt von 6.875 Stück zu gelangen. Bingo.

Sie haben jetzt Zeit, das ein wenig zu durchdenken; morgen folgt die Break Even Rechnung aus Stückkosten, die man als Verschärfung des vorstehenden Aufgabentyps betrachten kann. Und übermorgen gibt's das Sahnehäubchen…

Links zum Thema: Break Even Rechnung: eine echte Prüfungs-Knallschote | Warum nicht alles, was Verlust erwirtschaftet, auch abgeschafft werden sollte(interne Links)

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