Müntefering und die Judenhetze

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Immer wieder haben wir das gegenwärtige Regime mit den Diktaturen der Vergangenheit verglichen, was einigen Lesern, je nach ihrer politischen Orientierung, nicht gefallen hat. Dabei sind wir immer wieder auf einige üble Parallelen gestoßen – wie etwa auf den Öko-Judenstern. Zu der Sprache, die derzeit in der SPD benutzt wird, können wir aber nicht mehr länger schweigen – denn sie stammt aus dem Wörterbuch des Unmenschen.

Natürlich ist Kritik erlaubt, auch wenn sie dumm ist, und wegen ihrer inhärenten Dummheit wollte sich der BWL-Bote eigentlich nicht an der sogenannten Kapitalismus-Debatte beteiligen, die natürlich mit dem sogenannten Kapitalismus wenig zu tun hat, denn den gibt es im deutschen Öko-Sozialismus schon lange nichts mehr, sondern eher mit den überall heraufziehenden Wahlkämpfen, von denen sich Rot-Grün das sichere Ende befürchtet. Ein bißchen pöbeln vor dem Abgang – das ist nicht unser Niveau.

Aber jede Kritik muß menschlich bleiben, und nichts anderes ist, was Franz Müntefering ja gerade von den Unternehmern fordert. Menschlichkeit aber bedeutet, daß man dem, den man kritisiert, sein Menschsein zugesteht. Genau das aber ist, weshalb die Schmäh- und Hetzschriften der Nazis so unmenschlich wirkten: sie verglichen Juden und andere Personengruppen mit Tieren, bezeichneten sie als "Ratten" oder "Judenschweine" – in Vorbereitung auf deren industrielle Ausrottung in den Konzentrationslagern.

Genau das aber ist des Franz Münteferings Vokabular: mit "Heuschrecken" vergleicht er seine Lieblingsfeinde die Unternehmer, mit einer "Plage", die ausgerottet werden müsse. Ja will die SPD neuerdings Auschwitz wieder in Gang setzen? Die Fabrik, in der einst die Öfen gebaut wurden, ist übrigens hier in Erfurt – und könnte wieder hergerichtet werden.

Es ist immerhin erstaunlich, auf welchem Niveau jetzt schon Wahlkämpfe geführt werden. Und wie lange die Öffentlichkeit schweigt und keiner gegen solche Hetztiraden Stellung bezieht. Ganz offensichtlich hat man mit der derzeitigen Politik der Verdummung und Verarmung die Menschen schon so verroht, daß keiner sich mehr über solche Nazi-Vergleiche aufregt: erst der Historiker Michael Wolffsohn hat jetzt in einem Gastbeitrag für die "Rheinische Post" endlich den Nazi-Vergleich gezogen. Menschsein ist nichts mehr wert, das ist die einfache Wahrheit, die "Münte" uns hier kundtut. Eine schöne neue Welt ist das, die man uns da beschert!

Links zum Thema: Tractatus Oeco-Politicus | Deutschland verstößt gegen die Menschenrechte (interne Links)

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