Neue Banknoten: Will man jetzt auch die Bargeldsparer finden?

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Die Europäische Zentralbank hat jetzt offiziell bekanntgegeben, daß zum Ende des Jahrzehnts neue Banknoten ausgegeben werden sollen. Während die derzeitigen Nominalwerte von 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro beibehalten werden sollen, sind offensichtlich neue Sicherheitsmerkmale geplant, die aber derzeit noch geheimgehalten werden, denn offiziell wird der Schritt mit der hohen Zahl an kursierenden Fälschungen begründet.

Der BWL-Bote meint, daß aber auch noch ein anderer Grund bestehen könnte, denn so geheim sind die neuen Sicherheitsmerkmale nun auch wieder nicht. Schon vor einiger Zeit haben wir uns an dieser Stelle über "intelligente" Banknoten verbreitet. Es ist also unschwer zu erraten, daß die neuen Sicherheitsmerkmale in irgendeiner Weise mit in das Material der Geldscheine integrierten RFID-Chips zu tun haben werden. Die inzwischen zur Marktreife entwickelte Technik erlaubt die berührungsfreie Identifikation beliebiger Objekte durch ein Hochfrequenzfeld. Was im Einkaufsmarkt die schlangenfreie Kasse aber außerhalb des kommerziellen Umfeldes auch die verdeckte Identifikation von Gegenständen u.a. auch für Kontroll- und Überwachungszwecke erlaubt, kann auch genutzt werden, Vorhandensein, Anzahl, Wert und Echtheit von Banknoten zu prüfen, wäre also u.U. ein gutes Mittel gegen Fälscher, die möglicherweise das Material des Geldscheines, nicht aber seine drahtlose digitale Identifikation nachmachen könnten.

Es ist aber denkbar, daß neben der Sicherheit vor Blüten noch ein anderes Ziel verfolgt wird, das man der Öffentlichkeit nicht mitteilt. So wurden seit dem 11. September bürgerliche Freiheiten in einem atemberaubenden Maß abgebaut. Die Kontenspionage erlaubt inzwischen allen Behörden Zugang zu allen Bankkonten. Ein räuberisches Sozialsystem erlaubt willkürliche existenzbedrohende Zugriffe gerade bei Erfolgreichen und Fleißigen. Von Einmalauszahlungen aus Rentenversicherungen werden dem Sparer 17% konfisziert. Es wundert also nicht, daß wenig Anreiz zur Vorsorge in Sparverträgen, Konten und Versicherungen besteht und stattdessen in Bargeld vorgesorgt wird. Dieser Bereich ist aber bisher weitgehend dem staatlichen Zugriff entzogen; nur in der Nähe der Schweizer Grenze werden Barsparer, die ihrem Geld die Sicherheit des eidgenössischen Bankgeheimnisses gönnen wollen, regelmäßig durch Leibesvisitationen um eine Illusion ärmer.

Will man jetzt auch das drahtlose Aufspüren versteckter Banknoten bei Außenprüfungen in den Wohnungen der Bürger und bei Grenzkontrollen vorbereiten? Werden die Grenzer, die Personen und Fahrzeuge filzen, und die Prüfer der Sozialämter, die die Schränke der Arbeitslosengeldempfänger nach versteckten Wertgegenständen durchwühlen, bald mit einem RFID-Scanner zum Auffinden nicht angegebener Geldsummen ausgestattet? Und, schlimmer noch: Ist der wahre Sinn der Ausgabe neuer Geldscheine, die bisherigen Banknoten ab einem bestimmten Datum für ungültig zu erklären und so – möglichst gegen Vorlage von Ausweispapieren – einen Umtausch in neue Scheine zu erzwingen, so daß der Staat auf diese Weise auch die Bargeldsparer finden kann, gegen die bisher keine Kontenspionage wirksam hilft?

Links zum Thema: »Intelligente Banknoten« mit RFID noch in 2005? | RFID, oder der Spion in der Hose | Neue Kontrollmöglichkeiten des Schnüffelstaates | Der konspirative Dozent: Wie die BfA Existenzen vernichtet | Zwangssozialbeiträge auf Direktversicherungen: Massive Kürzung durch die Hintertür (interne Links)

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