Mehrheit wünscht sich die DM zurück – auch drei Jahre nach dem Euro!

Teilen

Die Nachrichtennetzwerke berichten heute, daß auch drei Jahre nach der Einführung des Euro-Bargeldes (und sechs Jahre nach der Euro-Buchgeldeinführung 1999) sich 59% der Deutschen die DM zurückwünschen. Nur 32% der Befragten einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hätten sich voll auf den Euro eingestellt.

Das zeigt, daß sich in den letzten Jahren das Stimmungsbild kaum gewandelt hat: schon 2002 hätten sich 61% der Befragten den Euro abgelehnt und nur 29% die Währungsunion begrüßt – ein Unterschied, der gut und gerne unterhalb jeder statistischen Signifikanz liegen dürfte. Die Ergebnisse zeigen also, daß man auch über Jahre hinweg das Volk nicht betrügen kann. Und die Ergebnisse sollen repräsentativ sein: würde man die gleiche Frage hier in der ehemaligen DDR stellen, wo schon durch die Währungsumstellung im Sommer 1990 viele Menschen durch die 1:2-Umstellung die Hälfte ihrer Ersparnisse (aber nicht die Hälfte ihrer stets 1:1 umgestellten Schulden) verloren haben, wäre die Euro-Ablehnung wohl noch viel höher. Auch der Handel hat das längst als Marktchance erkannt: So kann man immemr wieder Einkäufe noch in DM bezahlen – zuletzt im Weihnachtsgeschäft 2004 sogar wieder bei C&A.

Leider liegen außer diesen vernichtenden Ergebnissen zum Teuro keine Ergebnisse vor, wie die Zustimmung des Volkes zu Maut, zu Hartz IV oder zum Doofenpfand aussieht, aber es ist nicht schwer, sich das zu denken, auch wenn eine Umfrage in der persönlichen Umgebung natürlich keinerlei Basisanforderungen der empirischen Forschung genügt. Nur zum Zertifikatehandel gibt es vermutlich eher keine Meinung, aber kaum, weil das mehrheitlich begrüßt wird, sondern weil es keiner versteht.

Ein vernichtendes Ergebnis also für ein Regime, das vorgibt, eine Demokratie zu sein. Demokratie aber ist die Herrschaft des Volkes, doch was passiert hat mit dem Willen des Volkes ganz offensichtlich wenig zu tun. So freilich stelle ich mir die Demokratie vor, das macht Lust auf die nächste Wahl, bei der systemkritische Kräfte aller Art gewiß gar keine Chance haben, nein, ganz und gar nicht!

Links zum Thema: Der Euro: Immer noch nicht angekommen | Ein Jahr danach: der ungeliebte Teuro | Teuro-Inflation wird endlich zugegeben | Das Eurobarometer: Zeichen der Entfremdung | Der Unmut über den Teuro wächst | Der Karlspreis für den Euro: Die politische Kaste feiert sich selbst | Großer Schaden bei Euro-Einführung (interne Links)

Ähnliche Themen, die Ihnen gefallen könnten