Beitrag zur Zwangs-Krankenversicherung: 27%

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Der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen hat einen Anstieg der Beiträge zu den gesetzlichen Zwangs-Krankenversicherungen auf 27% bis zum Jahre 2040 prognostiziert, wenn das Gesundheitssystem auch in Zukunft durch Zwangsumverteilungen finanziert wird. Das entspricht ungefähr einer Verdoppelung des gegenwärtigen Zwangsbeitrages. Dies gelte, so Raffelhüschen, auch für die sogenannte Bürgerversicherung, die von Rot-Grün geplant wird.

Damit sagt Raffelhüschen uns eigentlich nichts Neues, denn das sich derzeit entwickelnde drastische demographische Ungleichgewicht ist in Deutschland schon seit wenigstens zwanzig Jahren vorhersehbar. Die Politik steckt aber mindestens ebensolange den Kopf erfolgreich in den Sand und bastelt an neuen Zwangssystemen. Auch ist seit Jahrzehnten jedem Erstsemesterstudent der Betriebswirtschaft und ihrer Hilfswissenschaften bekannt, daß Kollektivgüter nicht effektiv produziert werden können, also deren Ausweitung einer volkswirtschaftlichen Zeitbombe gleichkommt. Rationierung und Verteuerung, die beiden notwendigen Begleiterscheinungen der staatlichen Verteilung zwangsfinanzierter kollektiver Güter, kennen Zwangsversicherte auch jetzt schon ganz gut.

Raffelhüschen ist übrigens auch der Wissenschaftler, der kürzlich die Abschaffung der Pflegeversicherung gefordert hat. Damals wie jetzt bringt er aber (noch?) nicht den Mut und die Konsequenz auf, die ersatzlose Abschaffung aller Zwangsumlagesysteme zu fordern, die die einzige Möglichkeit wäre, ein funktionierendes Wirtschaftssystem für unsere Nachkommen zu erhalten. Trotz so klarer Horrovisionen sind wir also weiterhin auf dem Weg zum Totaleinsturz des gesamten Sozialsystems.

Links zum Thema: »Familienkasse«: Die nächste Zwangsversicherung? | Bürgerversicherung: Die Leitbilder der Zwangsmentalität | Grundgedanken der Kollektivguttheorie | Gesundheitsexperte für Abschaffung der Pflegeversicherung. Wow! | Diskussionsbeitrag: Thesen gegen Rot-Grün | Ordoliberales Manifest: Ein alternativer Masterplan für Deutschland | Steuerquote bei Arbeitnehmern 2004: kein nennenswerter Rückgang | Ökonomischer Wahnsinn im Gesundheitswesen: ein Beispiel | Gesundheitsreform: Kein Systemwechsel, Patient siecht weiter | Reform des Gesundheitswesens: eigene Vorschläge des BWL-Boten (interne Links)

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