Europaweites Mautsysteme für alle Fahrzeuge wird schon vorbereitet

Teilen
studydrive

Der IT-Nachrichtendienst heise.de berichtet heute, daß das von TollCollect derzeit erprobte Mautsystem für LKW erhebliche technische Sicherheitsmängel aufweise. Neben Kritiken am Abrechnungssystem und der Transaktionssicherheit des Systems wird auch bemängelt, daß der Betreiber TollCollect mit diesem System europaweite Bewegungsprofile von LKW erstellen kann, also ein einzelnes Fahrzeug jederzeit überwachen kann – etwas, was eigentlich nur die Strafverfolgungsbehörden dürfen. Außerdem sollen die "Onboard-Units" ("Abzocke-Kästen") für LKW sogar abhörbar sein – will man sogar eine akustische Überwachung der Fahrerkabinen ermöglichen? Das System ist damit – ob absichtlich oder nicht sei dahingestellt – für massive Werkspionage ausgelegt. Damit wird freilich nur etwas offengelegt, was wir hier schon vor über einem Jahr berichtet und zahlreiche Male kritisiert haben.

Auch unsere andere Vorhersage, daß ab ca. 2010 alle Fahrzeuge auf allen Straßen Maut zahlen sollen, scheint sich inzwischen immer mehr zu bestätigen. So berichtet spacedaily.com schon die Details des geplanten Systems, das auf dem europäischen Satellitennavigationssystem Galileo aufbauen soll. So ist offensichtlich geplant, daß alle Fahrzeuge mit einer Art Black Box ausgestattet werden sollen, die für jede Fahrt eine Identifikation des Fahrzeuges, Anfang und Ende der Fahrtstrecke, benutzte Straßen und gefahrene Geschwindigkeit an eine zentrale Abrechnungsstelle übermittelt.

Damit ließen sich freilich noch viel schlimmere Dinge anstellen, die den letzten Rest bürgerlicher Freiheiten völlig von den Straßen verbannen würden. So liegt die Vermutung nahe, daß Radarfallen und Blitzer ab 2010 von den Straßen verschwinden, denn jede Geschwindigkeitsübertretung kann dann per Satellit erkannt werden. Das Knöllchen kommt bequem per Post. Auch die Fernsteuerung von Fahrzeugen wird möglich, etwa die elektronische Geschwindigkeitsbegrenzung – so sehr man auch tritt, er fährt nicht schneller als erlaubt. Schließlich können Länder, Straßen, Strecken, Städte oder beliebige andere Einheiten für einzelne Fahrzeuge individuell gesperrt werden: Einfahrt in die Innenstadt nur gegen besondere Maut, oder eine günstigere Maut für Autos, die nicht auf die Autobahn dürfen. Daß die Maut dann von Uhrzeit, Region und Straßenkategorie abhängen kann, ist ebenfalls gewiß – sogar ein Handelssystem für Wertpapiere, die das Befahren bestimmter Strecken zu bestimmten Zeiten erlauben – die Maut auf Fahrschein, sozusagen -, wäre dann möglich. Und daß ein solches System eine Totalüberwachung erlaubt, gegen die Orwells Visionen ein Kinderspiel sind, braucht wohl nicht erst betont zu werden. Eine Horrorvision!

Wer jetzt meint, es werde schon nicht so schlimm kommen, beweist nur wieder, daß das Bürgertum bei Konfrontationen mit totalitären Mächten zur Beschwichtigung neigt. Das war bei Hitler so, später bei Stalin und dem Kommunismus, und heute ist es so beim Ökologismus, der die totalitäre Tradition in der Welt fortsetzt.

Besonders beunruhigend ist, glaubt man dem Bericht auf spacedaily.com, daß in Portugal schon Ende 2004 ein Pilotprojekt geplant ist, das die hier beschriebenen repressiven Technologien erproben soll. Trifft dieser Bericht zu, dann meint es die Europäische Kommission also wirklich ernst – obwohl deutsche Politiker die Idee einer Maut für alle noch letzte Woche als "Lüge" bezeichnet haben.

Die Lüge war offensichtlich keine, nur die, die sie bestritten, haben gelogen. Dies freilich entspricht genau den moralischen Qualitäten unserer kriminellen Führung.

Links zum Thema: Bericht auf www.heise.de | http://www.spacedaily.com/news/gps-03w.html (externe Links) LKW-Maut, Überwachung von Autofahrern und Energiepreise nach 2003 | Zwischenruf: »Zum Kotzen« | Wir haben es vorhergesagt: Bald Maut für alle? (interne Links)

Ähnliche Themen, die Ihnen gefallen könnten