Nachlese zum Jahrhundertsommer: Über Hitze, Energie und Fürsorgepflicht

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Der qualvolle Horrorsommer mit seinen Temperaturen bis 40 °C neigt sich endlich seinem ersehnten Ende zu, Zeit durchzuatmen, und eine kleine Bilanz zu ziehen, staatsfern und unkonventionell wie immer, aber ganz sicher wieder auf der falschen Seite, wie mir kürzlich im Forum für Betriebswirtschaft vorgeworfen wurde.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar", so fängt das Grundgesetz an, "sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt" (Art. 1 Abs. 1 Satz 1 und 2 GG). Hieraus kann eine staatliche Fürsorgepflicht abgeleitet werden, die auch in einer Unterstützung des Bürgers besteht, wenn er unverschuldet in Not gerät. Während man nun trefflich streiten kann, ob die kürzlich aus Geiselhaft zurückgekehrten Algerien-Urlauber unverschuldet in Gefangenschaft gerieten, oder dies fahrlässig provozierten, also in letzterem Falle an den Kosten ihrer Befreiung mindestens beteiligt werden sollten, kann gewiß niemand etwas für die Hitze des Sommers, die bekanntlich tödlich war, in angeblich über Zehntausend Fällen in Frankreich; hier beginnen die Behörden erst jetzt mit den Umfragen in Altersheimen, wie viele ihrer Bewohner hitzebedingt verstorben sind. Warum will der bekanntlich bürokratische und pedantische deutsche Michel hier plötzlich keine genaue Zahl wissen?

Staatliche Fürsorge reduziert sich in Notfällen auf Grundbedürfnisse, etwa ein Dach über dem Kopf letztes Jahr bei der Flutkatastrophe, oder dieses Jahr in Klimatisierung und Kühlung, durch Klimaanlagen leicht zu erreichen, wären da nicht die hohen Energiekosten, die Klimageräte für viele besonders ältere Mitbürger unerschwinglich machen, und die stets leeren staatlichen Zwangskassen, die solchen plötzlich lebenswichtigen "Luxus" gewiß nicht genehmigen würden. So sterben die Leute letztlich aus Energiemangel, der jedoch durch künstliche Verknappung und hohe Besteuerung erst provoziert worden ist, denn Energie gibt es genug, man muß sie nur bereitstellen wollen.

Da läßt es tief blicken, daß gerade in diesem Sommer die Rationierung elektrischer Energie schon angekündigt wurde, denn obwohl es dann doch nicht dazu kam, jedenfalls nicht in Deutschland, zeigt dies doch, daß man den Hitzetod der Alten billigend in Kauf genommen hat, weil das vorgebliche Umweltschutzziel, das zur Abschaltung der Kernenergie und zum Umstieg auf die Planwirtschaft im Energiebereich geführt hat, offensichtlich von der politischen Kaste über den Wert menschlichen Lebens gestellt wird: sollen die Leute doch vor Hitze verrecken, Hauptsache wir erreichen unser "Klimaschutzziel". Erst als Leiche kriegen die Menschen Kühlung, so wie die zahlreichen Toten, die noch immer in Kühlzelten in Paris lagern und ihrer Identifikation harren, denn oft findet man in der Eile keine Angehörigen, so daß viele Verstorbene schon ohne Totenfeier und ohne Priester verscharrt werden.

Man kann die Unmenschlichkeit des ökologistischen Systems durch Zitate belegen. Aber der Sommer brachte es unmittelbar an den Tag. Für jeden zu sehen, der Augen hat und einen Geist, es wahrzunehmen: Die Menschen sterben zu Tausenden an Energieknappheit den Hitzetod, aber der Staat schwadroniert von Energiesparen und kündigt Rationierungen an. Das Recht auf billige und überall verfügbare Energie ist ein Menschenrecht, im Sommer abzuleiten aus dem Recht auf Leben nach Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG. Doch die Gleichschaltung ist schon so weit fortgeschritten, daß viele es gar nicht mehr wissen wollen.

So weit sind wir schon gekommen. Um Gottes willen!

Links zum Thema: Forum für Betriebswirtschaft | Grün wirkt: Stromrationierung jetzt auch bald in Deutschland | Erste Stromabschaltungen in Italien: wann wird auch in Deutschland rationiert? | Treibhausgasemissionsberechtigungen: Es wird ernst | Auf dem Weg in die Planwirtschaft: Kommentar zum "Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien" | Zitatesammlung zum politischen Ökologismus | Öko-Gleichschaltung: so weit sind wir schon gekommen (interne Links)

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